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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage: Geplante Praxisanleitungen



Schnecke
27.09.2008, 14:02
Hallo!

Meine Frage richtet sich überwiegend an die Mentoren/Praxisanleiter in dieser Runde.

Mit dem Krankenpflegegesetz von 2004 wird ja vorgeschrieben, dass die Schüler pro Einsatz/Station 2 geplante Praxisanleitungen bekommen.

Wie gestaltet sich das bei euch bzw. wird das überhaupt gemacht?!
Mal abgesehen davon, dass wir automatisch sowieso mehrere kleinere Anleitungen machen, diese aber meist spontan und nicht geplant stattfinden, dokumentieren wir diese auch nicht.
Habt ihr einen Bogen für Praxisanleitungen, worauf diese dokumentiert festgehalten werden bzw. wird dies überhaupt verlangt?

Die Frage beschäftigt mich, weil ich nach der Fachweiterbildung ja bald auch wieder als Mentorin tätig sein werde, bzw. nächsten Monat schon eine Schülerin mit an die Hand bekomme, weil ich jetzt wieder auf meiner Heimatstation bin.

Schnecke

behid
27.09.2008, 14:23
Bei uns gibt es einen Bogen den die Schüler ausgefüllt, nach erhaltener Praxisanleitung, wieder mit zur Schule nehmen. Dass die Anleitungen stattfinden, darum müssen sich die Schüler selbst kümmern. Ist es aufgrund Personalmangel oder unvorhergesehener Ereignisse nicht machbar, bekommen die Schüler dies bestätigt.

Gruß
Behid

Cassiopaia
27.09.2008, 17:11
Hallo Schnecke!

Bei uns gibt es auch so einen Bogen. Darauf wird Datum, Dauer der Anleitung eingetragen. Dann ist ein kurzes Protokoll vorgesehen und am Ende eine Auswertung nach den verschiedenen Kompetenzbereichen.
Anfangs haben wir das so abgegeben (mit Unteschrift PA und Schüler), inzwischen müssen/sollen/dürfen wir das auch bewerten/benoten.
Am Anfang war das scheußlich viel Aufwand, wenn mans aber ein paar Mal gemacht hat, gehts echt zügig und kostet kaum mehr Zeit als die spontanen Anleitungen.
Ich bespreche das meistens ein, zwei Tage vorher mit den Schülern, was wir machen, rate ihnen, sich ein bißchen über Patient, Krankheitsbild, durchzuführende Tätigkeiten zu informieren und dann machen wir das.
Ich finds besser als die Anleitungen, die ich früher gemacht habe. Hat eine eindeutig höhere Qualität.
Auf dem Bogen wird dann am Schluß nach dem Nachgespräch noch der Lernbedarf für die nächste Anleitung eingetragen.

Liebe Grüße,
Cassiopaia

Duria
27.09.2008, 18:58
Hallo Zusammen,

bei uns ist das noch gar nicht so sehr strukturiert. Auf meiner Station haben wir gerade die zweite Auszubildende überhaupt (hatten zuvor keine Azubis).
Zum Teil bekommen sie von der Schule sogenannte "Lernaufgaben". Das sei allerdings eher die Ausnahme.
Wir machen es auf der Station so, dass wir die Aktivität vorbesprechen, durchführen und anschließend nachbesprechen. Einige Anleitungssituationen haben wir schon verschriftlicht.
Eine Benotung der Anleitung halte ich für nicht sinnvoll. Der Auszubildende soll an Situationen lernen, etwas erproben können, eine Bewertung macht meines Erachtens zuviel Druck. Ich denke Auszubildende müssen auch Fehler machen dürfen, auch daran können sie lernen.

Im Anhang ein Beispiel für unsere Anleitungssituationen (wenn ich´s vernünftig hinbekomme)

LG Duria

behid
27.09.2008, 19:17
Eine Benotung der Anleitung halte ich für nicht sinnvoll. Der Auszubildende soll an Situationen lernen, etwas erproben können, eine Bewertung macht meines Erachtens zuviel Druck.

Benotet werden unsere Anleitungen auch nicht. Wir besprechen die Ausführung und Pflegeplanung dazu und geben Rückmeldung, auch schriftlich, was gut und was anders/besser gemacht werden könnte. Das halte ich schon für wichtig, denn ab einem gewissen Lernstand sollte man bestimmte Dinge schon korrekt ausführen können

Duria
27.09.2008, 19:28
Hallo Behid,

ich bezog mich auf den Beitrag von Cassiopaia.
inzwischen müssen/sollen/dürfen wir das auch bewerten/benoten
Dass die Situation reflektiert wird gehört natürlich dazu - keine Frage.

LG Duria

Cassiopaia
27.09.2008, 20:25
ich bezog mich auf den Beitrag von Cassiopaia. Zitat: inzwischen müssen/sollen/dürfen wir das auch bewerten/benoten Dass die Situation reflektiert wird gehört natürlich dazu - keine Frage.

Der Meinung waren wir anfangs auch, deshalb haben wir diese Anleitungen ja auch erst nicht benotet. Der Wunsch nach der Note kam allerdings dann von den Schülern selbst. Sie gehen dann als eine von vielen mündlichen Noten mit ein, welche in unserer Schule nur die schriftliche Beurteilung (Textteil) im Zeugnis bildet.
Ich war auch erstaunt darüber.

Schnecke
29.09.2008, 11:42
Wow @Duria, ihr macht´s ja wirklich gründlich mit diesen Anleitungsbögen. So hab´ ich´s in der Mentorenfortbildung auch mal gelernt...
Gemessen an der Zeit, die für die Anleitung zur Verfügung steht, ist das aber leider nicht zu realisieren.

Auf jeden Fall werde ich bei der nächsten Teamsitzung aber mal die (Blanko-)Dokumentationsbögen zur geplanten Praxisanleitung ansprechen.
Wenn man es schon wie erfordert so ordentlich und geplant macht, sollte es ja auch für alle nachvollziehbar und ersichtlich sein. Immerhin ist das ja auch ein Nachweis für die Arbeit der Mentoren und Praxisanleiter.

Eine Benotung der Anleitungen war bei uns bisher noch kein Thema. Denke auch, dass die Schüler schon wegen der Schule genug unter Notenstress stehen...

Schnecke

Duria
30.09.2008, 17:15
Hallo Schnecke,

das ist nur am Anfang aufwändig, irgendwann hat man schließlich einen "Grundstock" an geplanten Anleitungen, die man vielleicht je nach Ausbildungsgrad nur noch ein wenig anpassen muss ...

auch macht man die gezielt geplanten Anleitungen ja nicht täglich, sondern kann diese (meistens jedenfalls) planen und terminieren ...

vielleicht sind wir auch noch etwas enthusiastisch, da wir erst seit kurzem Ausbildungsstation sind - wobei ich doch stark hoffe, dass wir uns die Motivation auch weiterhin erhalten können, trotz schwindender zeitlicher Ressourcen ;-)

LG Duria

Schnecke
02.10.2008, 10:11
Ich habe das Problem mit den nicht wirklich geplanten und nicht dokumentierten Praxisanleitungen in der Teamsitzung angesprochen:

Zwei Pflegerinnen von unserer Station und eine Kollegin von der Nachbarstation, die auch sehr engagiert ist in Schüleranleitung, werden jetzt eine Arbeitsgruppe gründen; Zur Überarbeitung der Einarbeitungsbögen für neue Kollegen/innen und der Einsatznachweise für Schüler/innen.

In diesen Einsatznachweisen für Schüler/innen werden Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräch dokumentiert, bisheriger Ausbildungsstand, Ziele dieses Einsatzes und in was der Schüler theoretisch oder praktisch angeleitet wurde bzw. was er selbständig durchführen kann. Dort haben wir immer nur kurz und knapp notiert:
"ZVK- Verband theoretisch/praktisch angeleitet" oder "ZVK-Verband unter Anleitung selbständig durchgeführt".
Jetzt wollen wir mal einen richtigen Blanko-Anleitungsbogen erstellten, in dem die Einzelnen Schritte der Anleitung festgehalten werden - zumindest für diese zwei erforderten geplanten Anleitungen. Die kleinen nichtgeplanten Anleitungen werden wir weiterhin nur knapp notieren denke ich...

Aber danke nochmal für die Anregungen!


Schnecke

Duria
04.10.2008, 09:33
Hallo Schnecke,

das klingt ja super. Ich denke auch, die "kleinen" Anleitungen müssen nicht so detailliert beschrieben sein. Unsere Auszubildenden haben ein "Praxisnachweisheft" dort können einige Anleitungssituationen mit Häkchen und Handzeichen als durchgeführt dokumentiert werden. Das sind dann so Standard - Sachen, die in unserer Klinik vermittelt werden können. Z. B. Umgang mit/ Information über bestimmte/n Krankheitsbildern, administrative Tätigkeiten, u.ä.

Bin gespannt, wenn Du magst kannst Du ja mal Euren Anleitungsbogen vorstellen.

Schönes Wochenende
Gruß Duria