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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Veränderungen des Weltbildes sind langsam



Peter Münch
13.09.2008, 17:55
Hallo

Das Weltbild der westlichen Welt verändert sich, einerseits rasend schnell und zugleich unendlich langsam. Längst wissen wir sehr viel mehr als uns im Alltag bewusst ist. Wir leben in der Regel 10 bis 20 Jahre hinter den realen Veränderungen her. Der Umstand dieser Langsamkeit des Menschen hat etwas zu tun mit der Art seiner Wahrnehmung. Wir nehmen als Menschen die Welt nicht unmittelbar wahr, sondern wir machen uns Bilder, Weltbilder. Diese Bilder sind sehr veränderungsresistent, im Gegensatz zu der realen Welt. Daher sind wir als Menschen oft in Wirklichkeiten angebunden, die es nur noch in unseren kollektiven oder individuellen Bildern gibt.

Ein interessantes Beispiel ist das neue Buch von Joachim Bauer, dessen Bücher alle lesenswert sind und sich weitgehend um das Thema "Kooperation" drehen. Man könnte es auch Abschied vom darwinistischen Weltbild nennen. Hier zeigt sich, dass wir mehr wissen als wir wissen.

Der anhängende Artikel ist lediglich ein Aufreißer um vielleicht neugierig zu machen. Wenn das erreicht ist, dann ist viel erreicht...

Um der Frage zuvorzukommen, was das mit Pflege zu tun hat, sei gesagt: Unmittelbar nichts, mittelbar alles!

Peter Münch

Volker Rossow
22.09.2008, 13:53
Hallo Peter

Ich gehe davon aus, dass wir deshalb so langsam die Veränderungen wahr nehmen, damit wir nicht durchdrehen. Das Wort durchdrehen scheint übertrieben zu sein, ich halte es sogar für untertrieben.

Wahrscheinlich ist dieses Verdrängen und so langsam Wahrnehmen ein Schutzreflex. - Unser Arbeitgeber erklärt uns zwar immer das Gegenteil, aber manchmal habe ich das Gefühl, unsere Arbeitgeber haben noch größere Schutzreflexe.

Peter Münch
22.09.2008, 15:26
Wahrscheinlich ist dieses Verdrängen und so langsam Wahrnehmen ein Schutzreflex. - Unser Arbeitgeber erklärt uns zwar immer das Gegenteil, aber manchmal habe ich das Gefühl, unsere Arbeitgeber haben noch größere Schutzreflexe.

Hallo Volker

Danke für Deine Antwort und Deine Ideen, die ich anregend und stimmig finde....

Die Annahme hat mich erst mal amüsiert, könnte aber stimmen. Aktuell ist mir bei der Wahlwerbung hier in Bayern etwas aufgefallen. Da wirbt eine Partei mit dem Spruch "Alte haben Zukunft". Spontan dachte ich mir, dass so was kaum nöch blöder geht. Alte haben Gegenwart und Vergangenheit, aber kaum Zukunft. Nur weil Gegenwart und Vergangenheit bei uns keinen Wert darstellen, muss man alles auf Zukunft trimmen. Dieses Gerede über Zukunft täuscht aber darüber hinweg, dass wir noch nicht einmal in der Gegenwart angekommen sind.

Es könnte aber sein, dass Menschen ab einem gewissen Alter da leichter Zugang haben, weil nach vorne hin nicht mehr so arg viel passiert und man auch nicht mehr unbedingt vor sich selbst ausbüchsen kann.

Ansonsten teile ich Deine Meinung, dass es sich um eine Schutzfunktion handelt. Tragisch daran ist, dass das was wir tun, was wir in Bewegung bringen uns permanent überholt ohne das wir uns dessen bewusst wären...