Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsbild
Dieses Referat ist zwar schon was älter, aber getan hat sich da meiner Meinung nicht viel.
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Campus-fuer-Alten-und-Krankenpflege/download/inhalt/Berufskunde/Berufsbild.pdf
Liebe Grüße Brady
Damit sind wir auch beim viel und heissdiskutierten Thema der Berufsbezeichnung. "Schwester" ist in vielen Koepfen noch immer drin, dabei entspricht das nun wirklich nicht mehr der heutigen Zeit.
Hier in UK laeuft das meiste ueber den Vornamen und der Begriff "Sister" wird wohl nur in ganz gehobenen Positionen gebraucht, quasi als "Ehrentitel".
Interessant, wie ich finde. In D ist "Schwester" fuer mich eher negativ behaftet.
Damit sind wir auch beim viel und heissdiskutierten Thema der Berufsbezeichnung. "Schwester" ist in vielen Koepfen noch immer drin, dabei entspricht das nun wirklich nicht mehr der heutigen Zeit.
Hier in UK laeuft das meiste ueber den Vornamen und der Begriff "Sister" wird wohl nur in ganz gehobenen Positionen gebraucht, quasi als "Ehrentitel".
Interessant, wie ich finde. In D ist "Schwester" fuer mich eher negativ behaftet.
Der Titel "Schwester" hat Tradition und sagt auch in der heutigen Zeit eine ganz entscheidende Menge aus.
"Schwester" hat etwas mit Vertrautheit zu tun, meiner Meinung nach.
Fragt doch einmal einen 80-jährigen, was er unter der Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpflegerin" vorstellt? Dann fragt einmal die gleiche <Person, was eine Schwester ist.
Welche Antwort kommt wohl prompter??
Ich kann es mir nicht verkneifen, aber es bringt nichts, dem Schiff immer wieder einen neuen Namen zu geben, aber sonst war es das......
Auch in der Schweiz ist man sehr bedacht auf Titel.
Hier gibt es nur "Fachfrauen/-männer, sogar die Putzfrau ist eine "Fachfrau Reinigung.
Jetzt stellt Euch einmal vor, auf Eurem Namensschild steht : Fachkrankenpfleger für den Operationsdienst" (Fachgesundheits- und Krankenpflege OP ??)
Der Patient muss ja einen Tag vorher im Spital aufgenommen werden, damit er mit dem Lesen des Romans auf meinem Schild feritg ist bis zur OP.
Und dann versteht er auch gar nicht, was ich denn nun will von ihm.
Wenn ich ihm aber sage, ich bin ein Pfleger, weiss er genau, woran er ist und kann es zuordnen.
gruss brause
Fragt doch einmal einen 80-jährigen, was er unter der Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpflegerin" vorstellt? Dann fragt einmal die gleiche <Person, was eine Schwester ist.
Ich kann es mir nicht verkneifen, aber es bringt nichts, dem Schiff immer wieder einen neuen Namen zu geben, aber sonst war es das......
Jetzt stellt Euch einmal vor, auf Eurem Namensschild steht : Fachkrankenpfleger für den Operationsdienst" (Fachgesundheits- und Krankenpflege OP ??)
Hallo Brause ,
habe im Zitat deinen Beitrag auf das zusammengekürzt was ich beantworten möchte.
Das Argument mit den alten Leuten ist das wohl am häufigsten verwendetete in solchen Diskussionen. Mag auch sein, dass man da im Einzelfall Recht hat. Aber wenn wir nicht anfangen uns korrekt mit dem entsprechenden Namensschildern oder Frau/Hr XY vorzustellen, wird sich nichts ändern. Ich würde auch darauf verzichten darauf zu bestehen mich mit Frau XY anzusprechen, aber auf einen Versuch würde ich es ankommen lassen. Meiner Meinung nach unterschätzen wir da die Flexibilität und Lernfähigkeit der älteren Generation.
Dem Kind einen anderen Namen zu geben ändert nicht schlagartig etwas, da hast du sicher Recht, aber es wäre ein Anfang um in den Köpfen was zu bewegen. Das größte Hindernis ist unsrer Berufsgruppe doch selbst und nicht die Gesellschaft oder gar die alten Leute.
Ich finde es schlimm, dass auf meiner Station noch nicht mal eine Diskussion über dieses Thema geführt wird und es als völlig selbstverständlich gilt sich mit Sr und Vorname vorzustellen. Leider ist es praktisch nicht durchführbar als einzelne eine andere Anrede durchzusetzen, weil man sich da gleich ins Abseits stellt und sich in den Augen einiger hervorheben möchte. Wenn selbst die Stationsleitungen die alte Anrede bevorzugen?!
Auf dem Namensschild eines früheren Arbeitgebers stand meine komplette Berufsbezeichnung (Fachkinderkrankenschwester f. Anästhesie und Intensivpflege) und ausserdem die Funktion (Stationsleitung Stellvertr. Stationsleitung, Praxisanleiter usw.) drauf. Es war trotzdem ein übersichtliches Namensschild und alle waren überr meinen vollständigen Namen informiert.
Am Telefon melde ich mich immer mit meinem vollen Namen und glaub mir, nach spätestens einem Jahr wissen alle deinen Nachnamen und könnten dich damit ansprechen.
Vor einigen Wochen hat ein Oberarzt sich bei mir entschuldigt, weil er bei Eltern den Stationsarzt und sich selbst mit Herr XY vorgestellt hat. Meinen Nachnamen hatte er vergessen und das war ihm peinlich.
Gruß Behid
@brause: Fuer mich ist das mal wieder das typische Argument, nichts veraendern zu wollen, nach dem Motto, das machen wir schon seit 30 Jahren so.
Alte Menschen sind ja nicht zwangslaeufig dement und sehr wohl in der Lage, Menschen mit FrauXY usw. anzusprechen. Stelle ich mich als Frau XY vor, wird man sich den Namen sicherlich merken koennen. Natuerlich verzeihe ich (alten) Menschen, wenn sie "Schwester" rufen, aber darum geht es ja gar nicht. Es geht darum, ein bestimmtes Image aus den Koepfen heruaszubekommen. Pflger finde ich uebrigens in Ordung, Bruder waere genau so ein Bloedsinn wie Schwester.
Ich bin froh, dass es in England diese Theater gar nicht gibt. Sowohl Aerzte als auch Pflegefachkraefte spechen sich mit dem Vornamen an.
Die Bezeichnung "Diplompflegefachfrau/-mann" finde ich uebrigens die beste fuer diesen Beruf. Gesundheits- und Krankenpflege finde ich voellig daneben.
Hallo zusammen,
jetzt kommen wir wieder zu einem "Lieblingsthema" von mir*gg*.
Für mich bedeutet sich mit Schwester und Vorname ansprechen zu lassen, dass jemand entweder Angst vor Verantwortung hat oder sich nicht berufspolitisch interessiert.
Ich rede auch nicht von Menschen, die dies nicht leisten können, wie Demente, oder auch anderen Gründen beeinträchtigte Menschen. Da kann ich auch sehr gut differenzieren.
Ein Patient sprach mich auch nur mit "Schwester" an und ich habe ihm meinen Nachnamen genannt. Dieser Patient, meinte darauf, dass er sich nicht gut Namen merken könnte. Darauf bot ich ihm an, dass ich ihn beim kognitiven Training anmelden könnte.
Ich und setze mal ein paar Links zu diesen Thema rein. Diese sprechen eigentlich auch schon für sich.
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schwester
http://www.pflegewiki.de/wiki/%22Schwester%22_als_Berufsbezeichnung
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/durchblick/52.pdf
(Bitte auf der 2ten Seite lesen. Die Sache mit der Schwester.)
http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/OEPZ_2002/05/wimberger.pdf
Ich stimme YinYang zu, mir wäre Diplompflegefachfrau auch lieber gewesen. Bei Patienten stelle ich mich mit Vornamen, Nachnamen und sage, dass ich im Pflegedienst arbeite. Wenn Patienten mehr wissen möchten, kläre ich sie natürlich auf.
Die Patienten sprechen mich mit Fr. XY an und muss sagen, dass ich nur gute Erfahrungen damit gemacht habe. Auch die anderen Berufsgruppen begrüssen das. Merkwürdigerweise mehr, als die eigene Berufsgruppe.
Liebe Grüße Brady
Hallo Zusammen,
die zeitgemäße Anredeform ist wohl der Dauerbrenner... *g*
Auf meinem Namensschild steht Frau + Nachname, darunter meine Funktion.
Wir sind seitens der PDL angehalten, uns auch mit unserem Namen vorzustellen (was ich sehr begrüße). In meinem Pflegeteam klappt das wunderbar.
Ab und an sprechen Patienten uns noch mit "Schwester" an. Ich weise in solchen Fällen immer nochmal auf meinen Namen hin und in fast allen Fällen reicht das aus, um beim nächsten Mal auch mit diesem angesprochen zu werden.
Für mich hatte die Anrede "Schwester" schon immer einen unpersönlichen Beigeschmack, da es uns - und zwar NUR die weiblichen Mitarbeiterinnen, die männlichen werden schon immer mit ihrem Namen angesprochen - auf eine Rolle reduziert.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass der alte Zopf "Schwester" nun endlich abgeschnitten wird und in die Reihe der veralteten Bezeichnungen (wie z. B. auch dem "Wärter" *g*) verschwindet.
LG Duria
wenn dieser Beruf eine Identitätskriese hat( und die hat er schon seit vielleicht 20 oder mehr Jahre?)bringt es nun wirklich nichts, Namen, Titel, Anreden und Schilder neu zu erfinden.
Jahrelang wird diskutiert über Berufsbild, Pflegeprozesse, Anrede-Formulierungen und es passiert nichts Richtiges.
So ist es ein schneller Erfolg, sich neu zu betiteln oder meiner Tätigkeit einen neuen Namen zu geben.
Damit hat sich zwar immer noch nichts im <Kern geändert, aber die Fassade ist schnuckelig.
Nur meine Meinung
gruss brause
Damit hat sich zwar immer noch nichts im <Kern geändert, aber die Fassade ist schnuckelig.Hallo brause,
das ist ja eben das Problem. Kaum einer setzt sich mit der Bedeutung auseinander.
Es hat mit einem selber zu tun, mit dem was man vertritt und da aber wenige wirklich reflektieren wollen, wird es auch nicht von einer innereren Haltung getragen. Alle die keine Verantwortung übernehmen wollen, wird man an dieser Anrede erkennen. Denn es ist einfach leichter unsichtbarer und jemand zu sein, der "Schwester" ist. Viel schwieriger ist der andere Weg.
Für mich, wird immer deutlicher, dass jene die sich nicht damit auseinandersetzen wollen, bzw. vielleicht auch nicht können, werden bei dem bleiben und sich nicht ihrer Verantwortung stellen.
Erst wenn jemand zu seiner Person mit Nachnamen steht, wird auch dieser angreifbarer aber auch wahrhaftiger sein. So versteckt man sich weiter und bleibt "klein".
Liebe Grüße Brady
warum mache ich mich klein, wenn ich mich Schwester nenne und gross, wenn ich auf meinem Nachnamen bestehe<???
Wenn ich 100% dazu stehe, was ich beruflich mache und auch noch stolz darauf bin, kann es mir doch völlig egal sein, wie ich mich ansprechen lasse....**
Wenn ich jedoch mein Namensschild mit voll ausgeschriebener Berufsbezeichnung, Funktion, Vor- und Nachnamen, vielleicht auch noch absolvierte Workshops, brauche, stimmt doch etwas nicht.
gruss brause
Noch ein anderer Punkt betr.: Berufsbild:::
Vor Jahren hatten schlaue Leute die Idee, auf den Stationen Sekretärinnen einzustellen, die die gigantische Flut von Schreibkram zu erledigen, damit die Schwestern ( sorry: Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte) sich ihren eigentlichen Aufgaben widmen können.
Ganz schnell wurden sie in den meisten Kliniken wieder abgeschafft.
Der Grund:
Diese Mitarbeiter hatten den allerbesten Überblick und Wissen über alle Patienten, weil die Kollegen/Innen in ihrer Zimmer- oder Funktionspflege festsassen.
Logischerweise fragten Ärzte, Angehörige, ect nur noch die Sekretärinnen, um Infos zu bekommen.
Kompetenzneid?? Das Gefühl, abseits zu stehen??
Jedenfalls übernahmen selbige ganz schnell wieder diese angeblich unangenehmste Tätigkeit.
gruss brause
Weil man nur mit seinem Nachnamen Verantwortung übernehmen kann. Egal wo man heutzutage hingeht, zur Bank zum Beispiel, möchte ich wissen, wie der Mensch heißt, der eine Versicherung mit mir abschließt. Da reicht mir kein Bankangestellter Michael.
Wenn man 100% hinter seinem Beruf steht, dann darf auch jeder Patient wissen, wie man mit Nachnamen heißt, da er auch gezielt mich benennen soll, wenn was nicht in Ordnung ist. Man steht immer mit seinem "guten Namen" da. Zudem der Patient das recht hat den Namen zu erfahren.
Das ist mit "Schwester" nicht gegeben, damit können wir auch keine Dokumentation mehr unterschreiben, hat keinen rechtsverbindlichen Charakter.
Es stimmt, nicht was außen drauf steht zählt, sondern was jemand verkörpert und das mache ich an der richtigen Anrede fest. Wir üben einen Beruf aus und sind keine Ordensfrauen. Zumal sich jeder auch Schwester nennen darf. Von der Putzfrau bis hin zur grünen Dame.
Aber ich glaube, Du hast Dich auch nicht mit den Links auseinandergesetzt.
Jemand der stolz auf seinen Beruf ist, dem ist es nicht egal wie man ihn anspricht. Ich z.B. bin sehr ärgerlich, wenn man mich als "Schwester" betitelt, da ich sehr stolz auf meinem Beruf bin und nur meine Schwester mich so nennen darf.
Gruß Brady
Wenn ich jedoch mein Namensschild mit voll ausgeschriebener Berufsbezeichnung, Funktion, Vor- und Nachnamen, vielleicht auch noch absolvierte Workshops, brauche, stimmt doch etwas nicht.
gruss brause
Hallo Brause,
das ist ja nun auch ein wenig überzogen.... es geht mir nicht um was weiß ich für hochtrabende Berufsbezeichnungen. Name und Funktion reicht. Alles andere ergibt sich im persönlichen Kontakt, der aufgrund des personalen Gegenübers (und nicht in der Rolle einer Schwester) ein anderer ist - so jedenfalls meine Erfahrung. Er ist gleichberechtigter.
Ich begegne den Patienten auf einer Augenhöhe, eher als Berater. Vielleicht ist der Gedanke, dass die Anrede eine Auswirkung auf die Beziehungsgestaltung hat, für einige somatisch Pflegende auch weniger nachvollziehbar. In der Psychiatrie ist die Beziehungsarbeit unser Handwerkszeug.
Zudem ist es einfach so, dass Dinge sich verändern, meist auch mit einem Hintergrund. Die Rolle der Pflege hat sich verändert - und die Berufsbezeichnung mit ihr.
LG Duria
Ich verstehe ehrlich gesagt die ganze Aufgeregtheit in dieser Diskussion nicht - es mag schon was daran sein das es tatsächlich nicht mehr zeitgemäss ist, sich Schwester nennen zu lassen , aber ich finde es ein wenig zu pauschal zu behaupten ,wer das weiter tut ist, nicht in der Lage sich mit sich selbst und seinem Berufsbild auseinanderzusetzen.Ich habe weiterhin kein Problem damit mich als Schwester anreden zu lassen , auf meinem Namensschild steht allerdings mein voller Name und auch meine Berufsbezeichnung , und das ist für mich auch immer noch Krankenschwester ,und das bedeutet weder dass ich mich hinter irgendetwas verstecke noch dass ich mich klein mache.
Ich denke allerdings ,dass die Pflege im Moment ganz andere Probleme hat ,als wie sie sich nennen lässt oder selber nennt.
Ich bin auch fest davon überzeugt ,,dass es den Beruf in der Form wie wir ihn gelernt haben schon sehr bald nicht mehr geben wird und dann werden sich aus dieser Veränderung neue Berufsbezeichnungen ergeben.
euch allen ein schönes Wochenende
Flocky
PS: was bedeuten denn diese "Bomben" ? direkt unter meinem Namen ?
Hallo Flocky,
lachmichweg...das ist ein Versuch anzuzeigen, wie lange jemand schon im Forum ist*gg*. Es ist noch in der Erprobungsphase und wird auch nicht so bleiben, da alle meinten es wären Bomben....
Liebe Grüße Brady
Ich denke allerdings ,dass die Pflege im Moment ganz andere Probleme hat ,als wie sie sich nennen lässt oder selber nennt.Viele Probleme der Pflegenden resultieren doch aber aus ihrer hiesigen Rolle heraus, bzw. wie sie diese Rolle präsentieren.
Vielleicht ist der Gedanke, dass die Anrede eine Auswirkung auf die Beziehungsgestaltung hat, für einige somatisch Pflegende auch weniger nachvollziehbar.Das würde ich so sehen. In der psychiatrischen Pflege wird sich naturgemäß über Beziehungsgestaltung mehr Gedanken gemacht. Es widerspricht nur dem Gedanken einer ganzheitlichen Pflege, wenn in der Somatik der Beziehungsaspekt derart ausgeblendet wird, dass sich eben nicht mal Gedanken über die Wirkung von Umgangsformen gemacht wird.
Die Bezeichnung "Schwester" und die Anrede mit Vornamen sind Relikte aus der Mutterhäuserzeit (das ist LANG her!) oder vllt. noch davor, wo es um Barmherzigkeit und Selbstlosigkeit und nicht um Professionalität ging. Zumindest erhalten wir mittlerweile ein Gehalt... aber auch die Höhe (Geringheit) dessen enthält noch Einflüsse aus der früheren Selbstlosigkeit.
Als politische Größe werden wir so auch nicht ernst genommen, wenn schon der Beziehungsaspekt zum Patienten nicht zieht ;-)
Ich sehe uns da fast so lobbylos wie Kinder in diesem Land...
Ich bin auch fest davon überzeugt ,,dass es den Beruf in der Form wie wir ihn gelernt haben schon sehr bald nicht mehr geben wird und dann werden sich aus dieser Veränderung neue Berufsbezeichnungen ergeben.Ich hoffe das zumindest. Und auch, dass diese Veränderungen von uns ausgehen. Ich möchte nicht darauf warten, dass sich ein anderer Berufsstand etwas ausdenkt.
Wer sich nicht ändert, wird geändert...
Grüße
Michl
Hallo Flocky,
es mag ein wenig penetrant klingen, ist aber so nicht gemeint. Ich persönlich konnte mich noch nie so recht mit dem Begriff "Schwester" identifizieren. Es mag meine persönliche Meinung sein, aber für mich ist dieser Begriff verknüpft mit Aufopferung, Barmherzigkeit, allzeitbereiter selbstloser Nächstenliebe (das ist jetzt ein wenig überzogen...). Ich sehe mich aber als personales Gegenüber und möchte auch als solches wahrgenommen werden. Ich bin beileibe nicht feministisch - aber warum werden die männlichen Mitarbeiter mit ihrem Namen und die weiblichen mit "Schwester" (meist ohne eine weitere Namensäußerung) angesprochen?
Natürlich hat die Pflege zur Zeit wichtigere Themen als die Berufsbezeichnung. Aber ich denke dass hier auch das berufliche Selbstverständnis deutlich wird. Der Begriff "Krankenschwester" ist für mich unweigerlich mit Krankheit assoziiert. Die neue Berufsbezeichnung macht deutlich, dass es um mehr geht. - Und ich bin eine Verfechterin im Abschneiden von "alten Zöpfen" und das ist definitiv einer.
LG Duria
Hallo zusammen,
es stimmt was Michl schreibt, viele Probleme der Pflegenden entstanden oder sind bedingt durch diese Rolle.
Es hat klar eine Verbindung zum berufspolitischen Denken und lässt sich auch überhaupt nicht trennen.
Wir machen es allen Menschen einfach, sie rufen "Schwester" und jeder von uns kommt angerannt.
Wenn auch sie sich die Mühe machen müssten, wie es in der Realität üblich ist, sich den Namen eines Menschen zu merken würde das eine große Bedeutung auf unsere Identität haben.
Egal ob in Beziehung zum Patienten, dort wie ich eine Beziehungsarbeit aufnehme, die meiner Meinung nur durch eine gleichberechtigte Ansprache möglich ist. Aber da gehe ich mal später drauf ein, oder in Bezug zu Vorgesetzten zu Menschen die über uns entscheiden. Wir sind gesichtslos, namenlos und keiner braucht uns als Individuum wahrzunehmen.
Ich habe die Hälfte meiner Zeit als "Schwester" gearbeitet und die andere Zeit als Frau XY, der Unterschied ist gewaltig.
Es war eine anstrengende Zeit und ich musste immer wieder darauf hinweisen. Meine eigenen Kollegen ignorierten es und ich immer sehr penetrant wiederholt, dass ich mit meinem Nachnamen angesprochen werde.
Selbst die Ärzte brauchten Zeit...sagten nicht mehr, wenden sie sich an die Schwester...sondern mussten überlegen und sagen: "Wenden sie sich an Frau XY".
Es bedeutet mehr Verantwortung mit dem Nachnamen aufzutreten und es bedeutet sein Gesicht zu zeigen. Sich auch dem Risiko stellen eventuell angreifbarer und sich auch Fehler eingestehen zu müssen.
Ich habe persönlich profitiert und habe auch in meiner Fachlichkeit die richtige Distanz und auch Nähe zu den Patienten, die sonst nicht gegeben ist. Bin leibhaftig ein Mensch mit Nachnamen und bin dem Patienten Antworten als normaler Mensch schuldig, die er eventuell bei der Fantasie über eine "Schwester" nicht äußern würde.
Liebe Grüße Brady
Es ist in meine Augen denke ich egal ob ich mich als Schwester anreden lasse oder als Herr oder Fau die Herkunft des Berufes und die Assoziation mit altrusitischen Motiven bleibt für die die es so sehen wollen die gleiche. Ich bin mit Sicherheit auch kein Freund von alten Zöpfen ,aber solange es immer noch keine Vorbehaltsaufgaben für beruflich Pflegende gibt ,werden wir immer wieder damit zu kämpfen haben . Denn für mich sind die meisten alten Zöpfe, mit denen ich auf der Inneren zu kämpfen habe ärztlich verordente Routinekontrollen , die durch nichts zu begründen sind , die mir aber sehr viel Zeit rauben.
Ich kann mir denken, dass es gerade im Bereich der psychatrische Pflege auch eine ganz andere Form von Beziehungsarbeit geleistet wird ,und da die Form der Anrede einen anderen Stellnewert hat als im somatischen Bereich.
Ich sage ja auch nicht dass ich unbedingt als Schwester anegredet werden möchte , es ist mir schlicht egal.Ich bin in meinem Auftreten gegenüber Patienten , Angehörigen anderen Berufsgruppen und auch meinen Vorgesetzten gegenüber nicht abhängig davon, ob man mich mit Schwester ... oder Frau ... anspricht.Ich kann auch als Schwester jederzeit mein Bedürfnifnis von Distanz durchsetzen und auch meine Fachlichkeit zeigen. Ich wehre mich nur dagegen, dass man mir deshalb die Fähigkeit abspricht mich mit mir und meinem Beruf auseinanderzusetzen.
Vielmehr Probleme sehe ich in dem um sich greigfenden vermeintlich kollegialem "Du" dass auch Oberärzte abieten ,um dann auf diesem Weg an die "Kollgialität" zu appelieren und Arbeiten auf die Pflege abwälzen zu können , da haben dann viele Pflegekräfte Probleme sich abzugrenzen und sich nicht gebauchpinselt zu fühlen.
Einen Akspekt möchte ich aber dennoch anfügen : Im Zuge des Einsatzes von immer mehr Hilflkräften auf den Stationen ist es für den Patienten schon einfacher die zuständige "Schwester" herauszufiltern .
Flocky
Im Zuge des Einsatzes von immer mehr Hilflkräften auf den Stationen ist es für den Patienten schon einfacher die zuständige "Schwester" herauszufiltern .Hallo Flocky,
ich stehe gerade auf dem Schlauch, was oder wie meinst Du das?
Es ist in meine Augen denke ich egal ob ich mich als Schwester anreden lasse oder als Herr oder Fau die Herkunft des Berufes und die Assoziation mit altrusitischen Motiven bleibt für die die es so sehen wollen die gleiche.Aber das wäre doch der erste Schritt uns deutlicher zu machen. Wenn wir uns nicht verändern, wird sich auch kein anderer verändern und uns anders wahrnehmen. Zumal die Bezeichnung "Schwester" auch falsch ist. Im Grunde genommen machen wir weiter so, obwohl diese Berufsbezeichnung sich schon geändert hat und es seit 01.4.2004 auch keine Krankenschwester mehr gibt. Es ist so, als ob nichts passiert wäre.
Liebe Grüße Brady
Hallo Brady
Bei uns ist es immer noch so üblich , dass wir uns als Sr. und dann mit dem Vornamen vorstellen , das Problem mit der männlichen Anrede stellt sich in unserem Team nicht , wir sind alles Frauen.Allerdings kenne ich es auch bei uns im Haus so dass die sich mit Pfleger und dem Vornamen vorstellen.Und die Hilfskräfte stellen sich Frau sonudso und eben ihre Funktion vor (Servicekraft oder Pflegeassistentin oder auch Praktikant/tin letztere stellen sich in der Regel nur mit ihrem Vornamen vor)Also wird über die Anrede Schwester auch eine Art Klassifikation vorgenommen oder auch Kompetenz ( im Sinne von Zuständig /Befugt ) dargestellt.
Ich will gar nicht bestreiten dass an euer Argumentation nicht dran wäre , aber ich habe tatsächlich noch ein Problem mit der Gesundheits und Krankenpflegerin - auch wenn sich viele kluge Köpfe darüber viele Gedanken gemacht haben mögen. Neue Berufsbezeichnung ist für mich nicht gleich bedeutend mit neuem Berufsbild da möchte ich Brause beipflichten.Ich möchte mich viel eher auseinandersetzen mit dem: Wer bin ich (das hat schon mit der Bezeichnung zu zu , will ich gar nicht bestreiten) ?was ist meine Aufgabe? und wo sind auch meine Grenzen? und was will ich ? Ich denke dass es in wenigen Jahren , die Gesundheits-und Krankenpflegerin in der Form in der wie sie bisher kennen mit dreijähriger Ausbildung und dann omnipotent in jedem Facxhgebiet einsetzbar ,nicht mehr geben wird ,und daraus werden dann auch völlig neue Berufsbezeichnungen resultieren.
Eine kleine Andekdote am Rande eine junge Kollegin gerade 1/2 Jahr nach ihrer Prüfung (Examen ist ja auch der falsche Terminus - hab ich grad gelernt ) hat natürlich auf íhrem Schild Gesundheits- und Krankenpflegerin stehen - wir von einem älteren Herren angesprochen - "Was steht da Gesundheits und Krankenpflegerin - ach sie sind nur Pflegerin und gar keine richtige Schwester , dürfen sie das denn überhaupt ? "Die Kollegin wollte ihm gerade eine s.c.Injektion verabreichen.
Flocky
Hallo Flocky,
ich weiß, was du damit sagen willst. Ist mir nicht unbekannt. Es trägt nicht alleine die neue Berufsbezeichnung, es ist unsere Haltung dazu. Auch sind die vielen Jahre vorher so falsch nicht gewesen.
Es ist immer wieder unsere Einstellung zu dem Beruf und diese "neue Berufsbezeichnung" würde auch vielleicht davor schützen falsche Voraussetzungen zu haben. Es wäre klarer und bedürfte weniger Diskussion von professioneller Pflege; sich damit auseinanderzusetzen, was ist professionelle Pflege? Wie arbeitet man reflektiert?
Welche Anteile/Schwächen hat man selber? Was hat es mit Macht und Ohnmacht zu tun? Welchen Einfluss nehme ich auf die Behandlung? Kann ich mich mit meiner Person herausnehmen und andere Werte akzeptieren? Kann ich Regeln vertreten in meiner Person und Stellung beziehen?
Kann ich gegen Regeln verstoßen und es begründen?
Es hat eindeutig mit Persönlichkeitsbildung zu tun und die Umbenennung wäre schon ein Schritt dahin.
Diese Kollegin, die nicht anerkannt wurde als kompetent, auch das ist mir nicht fremd. Dies bedeutet für mich Unwissenheit eben . Oder auch Aufklärung wäre nötig, oder eben auch in meiner Rolle drüber hinwegzusehen. So wie es gerade wichtig für den Behandlungsprozess ist. Nicht um mich zu zeigen; bin doch kompetent...sondern nach Wahl des Prozesses, der für den Patienten wichtig ist.
Liebe Grüße Brady
Hier in UK laeuft das meiste ueber den Vornamen und der Begriff "Sister" wird wohl nur in ganz gehobenen Positionen gebraucht, quasi als "Ehrentitel".
Interessant, wie ich finde. In D ist "Schwester" fuer mich eher negativ behaftet.
Aus meiner Erfahrung:
In England war eine "Sister" die Schichtleitung (ehemals F-Grade), eine maennliche Nurse in derselben Position war die "Charge Nurse".
Hier in den US scheint es nur Charge Nurses zu geben, Sister habe ich hier noch nie gehoert oder mitbekommen.
Die Bezeichnung "Diplompflegefachfrau/-mann" finde ich uebrigens die beste fuer diesen Beruf. Gesundheits- und Krankenpflege finde ich voellig daneben.
Ich kann mich mit Gesundheits- und Krankenpflegerin auch nicht anfreunden und finde Deine obengenannte Variante viel besser.
Bin auch sehr froh, dass es hier (US) ueblich ist, sich mit dem Vornamen anzureden, selbiges gilt fuer UK.
Muss allerdings dazu sagen, dass ich mich in D auch nicht mit "Schwester Aloha" vorstellen wuerde :D.
Unsere alten Berufsabschluesse finde ich jedoch noch ok und wuerde diese wahrscheinlich auch nicht auf einem Namensschild aendern wollen: also von Krankenschwester zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.
<--- siehe mein Profil, da diese Bezeichnungen noch auf meinen Unterlagen stehen, verwende ich sie auch noch so.
Aus meiner Erfahrung:
In England war eine "Sister" die Schichtleitung (ehemals F-Grade), eine maennliche Nurse in derselben Position war die "Charge Nurse".
Hier in den US scheint es nur Charge Nurses zu geben, Sister habe ich hier noch nie gehoert oder mitbekommen.
Ach so, hat mir eine leitende Schwester so erklärt, die "Sister" müsse mindestens Band 8 (ist wahrscheinlich ehemals F-Grade?) sein. Charge Nurses sind wohl nur die jeweiligen Schichtleitungen und wechseln täglich.
Unsere alten Berufsabschluesse finde ich jedoch noch ok und wuerde diese wahrscheinlich auch nicht auf einem Namensschild aendern wollen: also von Krankenschwester zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.
<--- siehe mein Profil, da diese Bezeichnungen noch auf meinen Unterlagen stehen, verwende ich sie auch noch so.
Mache ich auch so.
UlrichFürst
28.02.2008, 21:07
Hallo zusammen!
Ich habe mich gerade neu angemeldet und dies ist mein erstes Posting hier. Deshalb möchte ich hiermit erstmal liebe Grüße in die Runde schicken und ich freu mich auf fruchtbare Diskussionen :)
Mir ist zu diesem Thema gerade dieses Posting beim durchlesen aufgefallen: http://www.pflegeweltweit.de/forum/berufspolitik/218-pflege-vs-aerzte.html#post873
Vielleicht macht eine andere Anrede es anderen (Berufs-) Gruppen leichter, Veränderungen im Bereich der Gruppe der Pflegenden wahrzunehmen. Einfach, weil sie ins stutzen kommen, wenn jemand plötzlich anders angeredet werden möchte und der ein oder andere *hoff* darüber nachdenkt. Sowas kann sich weiter tragen.
Außerdem denke ich, dass eine bestimmte Form des Vorstellens auch bei demjenigen etwas bewirkt, der sich vorstellt. Zumindest wenn er die Umstellung aus eigenen Stücken und mit eigener Vorstellung von dieser Änderung durchführt. Diese Denken bzw. diese Einstellung dürfte sich auch auf das Gegenüber übertragen.
Vielleicht überträgt sich auch ein "ist mir egal, wie mich der anredet" auf den Anderen - wahrscheinlich dann eher nicht positiv. Natürlich hindert mich das nicht daran korrekt, professionell oder wie auch immer zu arbeiten, aber es macht es mir leichter oder schwerer.
Just my 2¢
Ulrich Fürst
Vielleicht überträgt sich auch ein "ist mir egal, wie mich der anredet" auf den Anderen - wahrscheinlich dann eher nicht positiv.Genau so ist es, denn wenn einem das egal ist, hat er keine Haltung und hat sich darüber keine Gedanken gemacht.
Was assozieren Menschen mit dem Begriff "Schwester"? Eine Person die im Dienste der Menschheit steht, die immer und jederzeit zur Verfügung steht. Die jemandem Dinge abnimmt, die Dienstleistungen ausführt und nicht in Frage stellt, ob jemand das eventuell selber übernimmt oder übernehmen kann.
Wie viele Angehörige gibt es, die nicht verstehen können, dass man während der Übergabe nicht sofort aufspringt und einem z.B. keine Blumenvase anreicht? Natürlich verstehen sie es nicht, denn eine "Schwester" hat sowas sofort zu tun. Es liegt an unserer Außendarstellung und eine Schwester ist allzeit bereit, muss allzeit bereit sein. Es ist ihnen auch nicht zu verübeln, denn Profession und eine "Schwester" zu sein gehören nicht zusammen.
Wenn aber diese Erwartungshaltung nicht erfüllt wird, dann kommt es zu einem Konflikt und zwar auf beiden Seiten.
Was ist der Unterschied zur professionellen Hilfe und Laienhilfe. Für mich ist eindeutig eine "Schwester" eine Art von Laienhilfe, sie fragt nicht: "Was löst man mit seiner Vorstellung; seiner Person aus? Man nimmt keine Metaeebene ein und kann nicht von außen betrachten, was für Erwartungen an eine "Schwester" geknüpft werden.
So wird es immer auf beiden Seiten zu Frustrationen kommen, oder man ignoriert die Beziehungsebene in unserem pflegerischen Beruf und bleibt auf dieser Ebene eben Laie.
Ich bringe mich mit meiner ganzen Person in meine Arbeit ein und weiß, dass dies eine Wirkung auf die Behandlung hat.
Liebe Grüße Brady
Hallo zusammen,
muss ich euch mal was Lustiges über den Begriff "Schwester" erzählen.
Ich habe seit 2 Wochen einen türkischen Mann von 57 Jahren in der Tagesklinik. Er redete mich von Anfang an mit "Schwester" an und ich natürlich unermüdlich versucht ihm klarzumachen, dass ich Frau XY heisse.
Er dann immer wieder: "Ich bin doch so vergesslich, kann mir nichts merken, es tut mir leid, ist nicht böse gemeint".
Heute in der Gruppenvisite erzälte er, dass es ihm schon viel besser gehen würde und er auch nicht mehr so vergesslich sei. Er wäre so vergesslich gewesen, dass er sogar den Vornamen seiner Ehefrau vergessen hätte, mit der er 37 Jahre verheiratet sei und dass er jetzt auch den Namen von Frau XY behalten könnte. Er nannte meinen Nachnamen und alle Pateinten brachen in Lachen aus. Da sie auch schon öfter diese Unterhaltung mitbekommen hatten. Es lockerte die Gruppenvisite ungemein auf. :D
Liebe Grüße Brady
*lol* Das ist ja wirklich lustig - dann koenntest Du das Ganze demnaechst als Gedaechtnistraining "verkaufen"! :D
Für meine Kollegen und auch den Patienten ist die Anrede mittlerweile selbstverständlich.
Hatte aber wieder eine merkwürdige Begebenheit. Bekam von einem PDL einen Brief (dieser nicht für mich zuständig, aber er arbeitet in der Formularkommission). Er schrieb mich an mit "Sehr geehrte Sr. S....." Dabei sind mir glatt die Gesichtszüge entgleist*gg*.
Habe eine Woche überlegt und ihm dann eine mail geschrieben, dass mich das doch sehr verwundert. Ich würde mich aus vielen fachlichen, sowie berufspolitischen Gründen mit meinem Nachnamen ansprechen lassen.
Er schrieb umgehend zurück und entschuldigte sich, dass ich vollkommen recht hätte und es darüber garkeine Diskussion gäbe. Der Brief wäre so vorgefertigt gewesen und man hätte neben der "Sr." nur noch den Vornamen einsetzen müssen.
Die PDL´s haben es auf jeden Fall schneller geschafft sich vom Oberpfleger/Oberschwester mit Vornamen zu lösen als wir. Würden wir sie so heutzutage ansprechen, würden sie es ganz bestimmt als persönlicher Angriff auf ihre Kompetenz und ihre Stellung werten. Frage ich mich nur, was ist mit uns los? Braucht es erst ein Studium um es zu erkennen?
Liebe Grüße Brady
Peter Münch
08.07.2008, 06:27
Ich bin ja kein Insider, aber ist denn die Sprachregelung für Patienten? Mir würde da spontan auch nichts anderes als "Schwester" einfallen....
Peter
UlrichFürst
08.07.2008, 08:07
Was spricht den gegen Fr. XY anstelle von Schwester? Wenn Du den Namen nicht weißt stehst Du auch vor keinem größeren Problem als in einem beliebigen Laden. Dort sagt man doch auch nicht "Hallo Verkäuferin Berta, können Sie mir mal sagen, wo...".
Alleine die Kombination von Vorname und Sie finde ich (und fand es schon immer) ziemlich ulkig.
Ulrich Fürst
Peter Münch
08.07.2008, 09:28
Zugegeben, ich möchte auch nicht mit "Verkäuferin Berta" angesprochen werden, von "Bruder Peter" ganz zu schweigen... Ich glaube ich habs verstanden... Danke!
Als ich zu Hause (Deutschland) war, ist mir wieder aufgefallen wie stolz Leute auf Schwester XY sind.
In der Schweiz wird man immer mit Frau YX angesprochen und ich finde es normal. Ich mag es schon nicht wenn meine Kollegen reinkommen und rufen "Anja, kannst du mir kurz helfen kommen?"
Es gibt Patienten die mich dann schon mit Vornamen und Sie angesprochen haben und dies für sie selbstverständlich ist.
Aber meine Kollegen sind da beratungsresistent. Sie finden, der Patient merkt das nicht wenn wir uns so im Zimmer ansprechen. Bin ich engstirnig?
Oldtimer
08.07.2008, 10:20
In der ambulanten Pflege ist es etwas anders, ich stelle mich bei Neukunden immer mit Vor und Nachnamen vor!
Viele Kunden fragen dann: Wie soll ich sie ansprechen!
Wenn ich dann sage: Frau M.. kommt oft die Aussage: darf ich auch Schwester D... sagen?Es klingt für mich viel vertrauter!
Ich werde mich hüten Nein zu sagen, da man mit den ambulanten Kunden einen ganz anderen Kontakt aufbaut als im Krankenhaus und oft begleitet man sie Monate und Jahre bis zu ihrem Tod, da ist das persönliche wichtiger als alles andere.
Ich glaube auch, dass Patienten, die älter sind , es nicht anders kennen und es sich auch nicht nehmen lassen wollen, einen als Schwester zu betiteln !
LG Oldtimer
Peter Münch
08.07.2008, 11:15
Ich glaube auch, dass Patienten, die älter sind , es nicht anders kennen und es sich auch nicht nehmen lassen wollen, einen als Schwester zu betiteln !
Das dachte ich mir im Prinzip auch. Ich bin zwar noch nicht so alt und (Gott sei dank) nicht so oft im Krankenhaus und bekomme diesbezügliche Veränderungen ja nicht mit. Also knüpfe ich an das an was ich noch von irgendwann her weiß ohne mir viel dabei zu denken welche Empfindlichkeiten ich da anrühre...
UlrichFürst
09.07.2008, 18:51
Es gibt Patienten die mich dann schon mit Vornamen und Sie angesprochen haben und dies für sie selbstverständlich ist.
Aber meine Kollegen sind da beratungsresistent. Sie finden, der Patient merkt das nicht wenn wir uns so im Zimmer ansprechen. Bin ich engstirnig?
Ich denke zum einen, dass der Patient das mitbekommt. Zum anderen hat aber doch das eine nichts mit dem anderen zu tun. Nur weil sich die Mitarbeiter meiner Bank untereinander Dutzen heißt das doch nicht, dass ich das auch tun kann!?!*???*
Ulrich Fürst
Habe einen guten Beitrag über den Wandel der Berufsbezeichnung gefunden...
Schaut mal hier:
http://www.verdi.de/gesundheit-soziales/beruf/pflege/publikationen/schwester/data/abschied_von_der_schwester
Liebe Grüße Brady
Bei uns geschehen noch Zeichen und Wunder.
Ich war auf einem Leitungsseminar und die Sprache kam auf Repräsentation der Berufsgruppe und das Thema Vornamen.
Nach nichtmal annähernd so hitziger Diskussion, wie ich erwartet hätte, kamen alle zum Schluss, dass es bei uns in Zukunft keine Schwester Erna mehr gibt, sondern eine Frau Müller, die Krankenschwester (alternativ GuK) ist.
Ja, und das war nun nichtmal die Thema der Tage.
Das gilt es jetzt an die Mitarbeiter heranzutragen. Da bin ich gespannt drauf.... Das terminiere ich jetzt mal für Januar in Angriff zu nehmen.
LG
Michl
UlrichFürst
01.12.2008, 08:42
Viel Erfolg!
Ulrich
kamen alle zum Schluss, dass es bei uns in Zukunft keine Schwester Erna mehr gibt, sondern eine Frau Müller, die Krankenschwester (alternativ GuK) ist.Hallo Mich,
das ist ja super. Damit wird der Zugang zu einer professionellen Beziehungsgestaltung und die Wichtigkeit in Bezug auf berufspolitische Aspekte eingeleitet.
Viel Kraft und Durchhaltevermögen bei dieser Aufgabe.
Liebe Grüße Brady
Bei diesem Thema sind mir noch ganz gute Artikel in die Hände gefallen.:D
Unter dem Lazaruskreuz (http://www.konfliktfeld-pflege.de/dateien/text/pflege/lazarus.html)
http://pflegen-online.de/download/120-3ie.pdf
http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/OEPZ_2006/01/hochwarter.pdf
http://quepnet.fh-bielefeld.de/data/doc/id_430/Pflege_als_Profession.pdf
http://library.fes.de/cgi-bin/cour_mktiff.pl?year=197704&pdfs=197704_046
Sie behandeln das Thema fachlich sowie auch berufspolitsch.
Aber lest mal selber.....
Liebe Grüße Brady*winke*
Noch was interessantes gefunden.
http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/Fachbereichsarbeiten/schmidlechner_rosa.pdf
http://www.bibliomed.de/cps/rde/xbcr/SID-3E01936C-F0EF265A//bibliomed/sp_old-2000_05_B.Braun_Preis_Das_Bild_der_Schwester_und_d es_Pflegers_in_den_Medien_1._Platz.pdf
LG Brady
Hallo zusammen,
wie angekündigt mache ich mal hier weiter. *fg*.
Ich arbeite zur Zeit mit einer Kollegin aus der Dialyse zusammen, an einem gemeinsamen Projekt "Werte unseres Hauses".
Ich käme niemals auf die Idee sie als Dialyseschwester zu bezeichnen. Diese Stilblüten der Berufsbezeichnung; da gibt es eine Menge, wie:
*Intensivschwester
*Psychiaterieschwester
*OP-Schwester
u.v.m.
Bei den männlichen Kollegen klingt es ja noch einigermassen professionell, weil sie am Ende des Wortes "Pfleger" da stehen haben.
Palliativschwester war mir noch neu und es erschreckt mich. Denn wenn jemand eine Fachweiterbildung für Palliativpflege hat, erwarte ich ein wenig mehr Niveau als sich so vorzustellen, bzw. sich ansprechen zu lassen. Entweder Fachkrankenschwester für palliative Pflege oder Gesundheits- und Krankenpflegerin in der palliativen Pflege.
Wie heisst es so schön, klappern gehört zum Handwerk. Was machen wir? Wir geben uns selber diese merkwürdigen; manche behaupten umgangssprachlichen Berufstitel. Kein Laie hat sie uns gegeben, nein viel schlimmer wir selber haben uns diese gegeben.
Habe oft schon mitbekommen, wenn ich zu jemandem sagte, der im Kindergarten arbeitet..dass sie wohl eine Kindergärtnerin ist, diese mir vehement erklärte, dass sie Erzieherin sei. Nur wir haben da überhaupt keinen Stolz?
Wir müssten doch wissen, dass jeder Laie sich so nennen darf. Selbst die Reinigungskraft, die den OP reinigt kann sich OP-Schwester nennen.
LG Brady
Peter Münch
16.04.2009, 17:21
Selbst die Reinigungskraft, die den OP reinigt kann sich OP-Schwester nennen.
Hallo Brady
Ich bin ja Krankenhauslaie und mir ist das neu, dass es sich dabei tatsächlich nicht um geschütze Berufsbezeichnungen handelt. Das Beipiel mit der Kindergärtnerin kann ich aber gut verstehen, in dem Bereich kenne ich mich ja aus. Wenn das eine vergleichbare Parallele ist, dann kann ich schon verstehen, dass Du das nicht magst oder das es eine Form der Diskreminierung ist, weil es das Berufsbild eher entstellt anstatt es zu erklären....
Herzliche Grüße
Peter
Wenn das eine vergleichbare Parallele ist, dann kann ich schon verstehen, dass Du das nicht magst oder das es eine Form der Diskreminierung ist, weil es das Berufsbild eher entstellt anstatt es zu erklären....Hallo Peter,
genau das ist es. Aber es bedeutet sich ständig selber zu disziplinieren und sich adäquat vorzustellen. Bei mir gibt es im Wortschatz überhaupt kein "Schwester" mehr, das bedeutet Übung. Es braucht auch keiner in einem Notfall "Schwester" zu rufen, es würde auch ein "Hilfe" reichen; besser sogar, dann würden sich alle Berufsgruppen in die Pflicht gerufen fühlen. Würde die Teamarbeit sogar stärken. Aber solange wir; "Schwestern" so gut darauf reagieren, braucht sich keiner umzustellen.
Auch die Ausrede die neue Berufsbezeichnung ist zu lang oder zu sperrig lasse ich da nicht gelten. Es würde, wenns schnell gehen muss auch reichen..."Mein Name ist (Nachname) XY und ich arbeite im Pflegedienst.
LG Brady
Peter Münch
17.04.2009, 12:21
ein Name ist (Nachname) XY und ich arbeite im Pflegedienst.
Was das betrifft finde ich die Regelung gut die in der Pflegeeinrichtung angebracht ist in der meine Schwiegermutter lebt. Hier ist im Erdgeschoss im Eingangsbereich eine große Tafel angebracht an der zu sehen ist (mit Fotos) welche Mitarbeiter auf welcher Etage jeweils Dienst haben. Dazu steht jeweils als Berufsbezeichnung "MitarbeiterIn in der Pflege". Da wird nicht unterschieden zwischen den verschiedenen Berufsgruppen, obwohl ich inzwischen weiß, dass manche der Pflegekräfte Altenpflege gelernt haben, andere über Seiteneinstiege in diese Arbeit gekommen sind (eine junge Frau ist gelernte Arzthelferin und hat eine nachträgliche Ausbildung gemacht). Aber erst einmal hat man es mit Menschen zu tun, die dort arbeiten. Das ist mir positiv aufgefallen und ich fand die Regelung gut...
Herzliche Grüße
Peter
UlrichFürst
17.04.2009, 15:23
Es würde, wenns schnell gehen muss auch reichen..."Mein Name ist [...] XY und ich arbeite im Pflegedienst. Die von mir bevorzugte Variante. Allerdings würde es denke ich trotzdem die Akzeptanz und vor allem die Verwendbarkeit erhöhen, wenn die Berufsbezeichnung kürzer wäre.
Die exakte Berufsbezeichung kommt übrigens auch teils nicht so gut an, weil der Unterschied zwischen "Kinderpflegerin" und "Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin" klanglich sehr gering ist.
Ulrich Fürst
Ha! Das ist kommt mir irgendwie bekannt vor!
Na ja, ich werde mich zwar wiederholen, aber ich sag es auch an dieser Stelle: meine fachliche Kentnisse und ihre Umsetzung werden nicht schlechter oder besser, egal welche Bezeichnung ich bei Patienten, Kollegen oder sonstigen Menschen benutze. Wenn ich nach meiner "Funktion" gefragt werde, sag ich immer, daß ich Krankenpfleger bin oder einfach Pfleger Poncic--> einfach Pfleger Poncic. Qualität hat mit anderen Sachen zutun. Ich hoffe sehr, daß nieman beleidigt ist, mit mir den selben Beruf auszuüben.
LG, Pfleger Poncic
Hallo zusammen,
war ich doch letzens auf einer Runde mit Stationsleitungen. Da äusserte sich doch eine Kollegin so: "Die Patienten dürfen nicht wissen, wie ich mit Nachnamen heisse. Sie könnten dann rausfinden wo ich wohne oder mich zuhause anrufen". bainstorming
Ich konnte mich noch gerade beherrschen, weil wir eigentlich wegen einem anderem Thema zusammen gefunden waren.
Aber ehrlich gesagt, ich bin entsetzt. Der Patient ist doch nicht mein Feind und auch kein potentieller Verbrecher.
Bin jetzt auch mal heftig.:megasauer...Jeder der so denkt, sollte nicht mit Patienten arbeiten. Musste das einfach mal loswerden.
Liebe Grüße Brady
N´abend
...naja, von Leitungen wäre es natürlich schön, wenn man da etwas anderes erwarten könnte. Da wird es noch sehr lange brauchen, bis sich ein anderes Berufsverständnis durchsetzen wird.. wenn selbst diese Ebene noch solche Ansichten vertritt.
Ich hoffe sehr, daß nieman beleidigt ist, mit mir den selben Beruf auszuüben.ne, beleidigt ist sicherlich niemand.
Aber aus meiner Sichtweise bin ich eben enttäuscht von dieser Haltung.
n8
Michl
Oldtimer
31.05.2009, 09:32
Hallo Brady *winke*
wenn das so ist, dann sollten wir alle mit Maske und anonym arbeiten!
Das passt bei mir einfach nicht mehr ins Berufsbild!
Jeder der so denkt, sollte nicht mit Patienten arbeiten.
Hallo Brady!
Wer gibt Dir das Recht so ein Urteil zu verkünden?
Schöne Grüße, Poncic
Wer gibt Dir das Recht so ein Urteil zu verkünden?Hallo Ponic,
vielleicht ist es was überzogen. Aber wenn ich davon ausgehe, dass jemand so über Patienten denkt, hat er ein falsches Berufsbild und Menschenbild und das wirkt sich auf die Pflege aus. Wenn ich was verstecken muss, dann stimmt eher mit mir was nicht.
LG Brady
vielleicht ist es was überzogen.
Ja, darauf wollte ich nur hinweisen!!*top* Sei mir nicht böse, aber Du und auch viele hier im Forum urteilen zu viel und zu schnell, und zu hart! So viele persönliche Meinungen werden als etwas absolut Richtiges dargestellt. Kritik und Meinungseusserung -Ja, Werturteil - Nein!!!!!!!
Hallo Ponic,
Liebe Brady, Zwischen den Buchstaben "N" und "I" gehört ein"C" rein*heul*
Schöne, sonnige Grüße, Poncic
Hallo Poncic...jetzt aber richtig. Entschuldigung, übersehen.
Der jenige der sich selbst so äussert stellt sich selber ins Abseits. Denn es hat nichts mehr mit Meinung zu tun, sondern mit Professionalität.
Kommunikationsregeln und Gesprächsführung werden einfach ausser acht gelassen.
Es ist vielleicht nur Unwissenheit und ich reagiere zu heftig, weil dies schon ein alter Hut ist und Pflege sich immer noch so präsentiert.
LG Brady
"Die Patienten dürfen nicht wissen, wie ich mit Nachnamen heisse. Sie könnten dann rausfinden wo ich wohne oder mich zuhause anrufen". bainstorming
Hallo Poncic,
was Brady zu dieser Aussage veranlasst hat ist wohl das Menschbild, was die betreffende Kollegin hat. Patienten haben was besseres zutun, als die Pflegekräfte zuhause anzurufen. Sie sind eben keine potentiellen Verbrecher und Feinde der Pflegenden.
Der Patient ist doch nicht mein Feind und auch kein potentieller Verbrecher.
Jeder der so denkt, sollte nicht mit Patienten arbeiten. Liebe Grüße Brady
Und weil der Patient uns nicht primär was Böses will, sehe ich das ähnlich wie Brady. Wer ein solches Menschenbild hat, sollte sich überlegen, ob er in der Pflege am richtigen Platz ist.
Zur Professionalität gehört es auch meiner Meinung nach, dass man sich mit vollem Namen bei seinem Gegenüber vorstellt.
Liebe Grüße
Behid
Hallo behid,
danke. Ich dachte schon ich wäre überzogen. Aber ich würde meinen Angehörigen...Mutter, Kind, usw. auch keinem Arzt anvertrauen die ihren Namen verheimlichen. Muss ja dann annehmen, man wäre mir nicht gut gesonnen.
Also sollte ich als gute Pflegekraft den Nachnamen nennen, ohne dass jemand mich dazu auffordert. Das nimmt dem Patienten Angst vor Hierarchie und Ohnmacht.
Ein vertrauensvolle Beziehung sieht anders aus; zumal Vertrauen eine nicht zu vergessene wichtige Komponente für eine erfolgversprechende Behandlung / Therapie ist.
LG Brady
Aber ich würde meinen Angehörigen...Mutter, Kind, usw. auch keinem Arzt anvertrauen die ihren Namen verheimlichen
Danke, ein kurzer Satz, der die Thematik konkretisiert und verständlich macht.
LG
Michl
Hallo Brady und Behind!
"Die Patienten dürfen nicht wissen, wie ich mit Nachnamen heisse.
Ich habe auch nie behauptet, dass ich ein Problem mit den Namensschildern hätte. Ich denke, wenn ich die Möglichkeit habe alle oder viele Daten von den Patienten zu erfahren, dann hat er zuzmindest das Rech meinen Namen zu wissen.
Aber, das ist nicht das Problem!!!
Das Problem ist:so_ist_es:
..Jeder der so denkt, sollte nicht mit Patienten arbeiten.
und
Menschenbild
Das ist ein Wertuteil und keine sachliche Kritik mehr! Kollegiale Gesprche, Aufklärung, Kritik und objektive Richtigstellung, aber kein Werturteil!
Würde die Kollegin sagen, dass man die türkische Pat. nicht gut zu pflegen braucht, da sie es ja sonst auch nicht tun- dann würde ich mich auch fragen, was für ein Menschen- und Weltbild sie hat! Vielleicht braucht die Kollegin "hilfe" um die Unsicherheit in dieser Frage abzubauen? Umgang mit solchen Sachen ist auch eine Sache der Professionalität!
Schone Grüße, Poncic
Hallo Poncic,
ich erwarte da mehr von ausgebildeten Pflegekollegen. Wenn in solchen ethischen Dingen nicht überlegt wird, werde ich weiter daran zweifeln mit welchem Menschenbild so jemand in der Pflege arbeitet.
Das mit den türkischen Patienten ist kein Vergleich; das ist Rassismus und unpassend.
LG Brady
Ich denke, hier geht´s momentan in eine Sackgasse. So fern es neue Aspekte zum Nachnamen und dem Berufsbild gibt, kann die Diskussion gern fortgeführt werden.
Grüße
Michl
Auf Wunsch wieder geöffnet.
Bin auf neue Aspekte gespannt.
Grüße
Michl
Danke; Michl*winke*
Ich weiss zwar nicht, ob das neu ist, aber es gab mir zu denken.
Ich muss ein wenig ausholen...*gg*. Bei uns in der Psychiatrie gibt es 1x im Monat eine Mitarbeitervollversammlung und zwar mit allen Berufsgruppen. Darüber wird auch ein Protokoll geführt und ich rege mich jedesmal auf, wenn bei den Punkten, dass die Mitarbeiter aus der Pflege nur mit Vornamen aufgeführt werden. Auch einige der Protokollanten aus der Pflege haben da keine Hemmungen dies mit ihrem Vornamen zu unterzeichnen.
Nun, habe mich dann dazu angeboten eine Verfahrensbeschreibung für das KTQ zu erstellen. Einerseits weil diese Mitarbeiterversammlung echt einen Wert für unsere psychiatrische Behandlung in Bezug auf Kooperation über die Stationen hinaus und das Verständnis für Patienten, Mitarbeiter, usw. hat.
Meine Ambition hat natürlich einen Hintergedanken*gg*.....
Dies soll klar den Charakter der Verbindlichkeit prägen, den nur ein Nachname hat.
Unser Oberarzt sprach mich an, glaube er hat da zunächst andere Beweggründe gesehen und verstand meine Intention auch erstmal garnicht.
Dann kam es so, dass eine Auszubildende als Patientin von ihm angekündigt wurde...Er gab mir einen Zettel mit dem Namen und der Telefonnummer. Dazu stand auf dem Zettel: "Schwesternschülerin"....
Ich sagte ihm: "Dieser Begriff ist ja nun mal sehr alt und sollte nicht mehr benutzt werden.
Er fragte nach und ich erklärte ihm warum und welche Beweggründe es dafür gibt. Er gab mir Recht sagte auch in dem Gespräch, dass wir auch immer wieder Ausdrücke nehmen, die nicht passend sind. Wie z.B. Medikamenteinstellung. Das gäbe es nicht, eine Einstellung in dem Zusammenhang ist ein Begriff aus der Technik und gehört nicht in die Behandlung, bzw. in den Umgang mit Menschen. Auch der Begriff....den Menschen anbinden oder einbinden an eine Institution ist nicht in Ordnung. Das Wort "binden" schreckt viele Menschen ab.
Er sagte mir aber auch, dass er das Pflegepersonal auch von anderen Stationen immer mit dem Nachnamen anspricht und er irritiert deshalb angesehen wird. Ich sprach die Verantwortlichkeit an, die der Nachname hat und ich glaube ich habe einen Mitstreiter gewonnen, zwar nicht aus den eigenen Reihen, aber ich fühle mich dadurch nicht so ganz alleine.
Dies ist wohl zwar kein neuer Aspekt, aber ich gebe nicht so schnell auf.....Hoffe, bist nicht zu sehr entäuscht Michl. *???*
LG Brady
ich rege mich jedesmal auf, wenn bei den Punkten, dass die Mitarbeiter aus der Pflege nur mit Vornamen aufgeführt werden.Über sowas kann ich mich tatsächlich auch aufregen. Deshalb schreibe ich meine Protokolle auch selbst. Wird von vielen als "zu förmlich" angesehen...so untertönig Richtung "bürokratisch" oder "spießig". Mir wurde auch schon gesagt, ich solle "nicht abheben". Dabei habe ich überhaupt nichts gesagt, sondern einfach nur in den Protokollen Sachen geschrieben wie: "Fr. X. Müller berichtet über... "
Schon interessant, aber wir sind hier ja nicht der Kegelclub, wo aufgeschrieben wird, dass der Manni das Bier mitbringt...
ich habe einen Mitstreiter gewonnen, zwar nicht aus den eigenen Reihen, aber ich fühle mich dadurch nicht so ganz alleine. Hoffnungsschimmer, wenngleich traurig. Wenn Du bei unsere Ärzteschaft irgendwas in diese Richtung ansprichst, erntet man nur Spott und Hohn. Da wirst Du mit: Guten Morgen, Herr Prof. der Pflegewissenschaft begrüßt usw.
Ist natürlich immer gefundenes Fressen, wenn die eigene Berufsgruppe da nicht dahintersteht.
OK, bezüglich der Nachnamenfrage sind wir 2, die das konsequent durchziehen und eine, die sich darum bemüht. Das nimmt dann aber auch seltsame Stilblüten an.. eine Kollegin wir von den Ärzten als "Schwester Müller" betitelt.... *???*
Ich habe dieses Thema aber für dieses Jahr als Ziel gesetzt und werde es nicht ruhen lassen.
Dies ist wohl zwar kein neuer Aspekt, aber ich gebe nicht so schnell auf.....Hoffe, bist nicht zu sehr entäuscht Michl.
Ich sehe es als Motivationsposting, auch meine Ziele weiter zu verfolgen. Alles bisher geschriebe reicht ja an und für sich für die Entscheidung schon aus.
Grüße
Michl
Ich habe dieses Thema aber für dieses Jahr als Ziel gesetzt und werde es nicht ruhen lassen.Kannst Du mir noch Tipps geben, in Bezug auf Umsetzung?
Ich versuche es ja jetzt auf allen Wegen. Sei es mit der Verwaltung, der ich eine entrüstete mail schickte, dass man so keinen Mitarbeiter anschreibt; haben sich sogar entschuldigt dafür, fand ich dann wirklich nett.
Sei es, dass ich harnäckig veruche unsere Mitarbeiter immer mit Nachnamen anzusprechen.
Selbst bei der PDL, was auch nicht immer fruchtet. Wenn er mit mir über meine Kollegin als "Schwester XY" spricht, sage ich Sie meinen Frau XY? Sagt er drauf:"Oder so".....Aber es wird schon was mehr bei ihm, dass er jetzt öfter Frau sagt und ich doch voller Hoffnung bin, dass er es lernt *gg*....
Dann unsere Presse- und Marketingabteilung, der habe ich klar zu verstehen gegeben, dass man dies so nicht in die Öffentlichkeit bringen kann....
Dass ich es geschafft habe, dass das Personalwohnheim so heisst, wie auch Mitarbeiter drin wohnen oder bei der Schilderbestellung aus dem Intranet den Hinweis gab, dass die Dienstzimmer von männlichen und weiblichen Kollegen genutzt werden und dieses "Wort" in Bezug auch auf die neue Berufsbezeichnung falsch ist.
Patienten erkläre ich immer wieder meine Beweggründe dafür und da habe ich gottlob die wenigsten Widerstände. Es kommt da durchweg positive Resonanz.
Dann auch die Verfahrensbeschreibungen, die ich übernommen habe zu entwerfen. Dort wird genau auf diese Einhaltung gepocht. *gg*.
Also, wenn Du noch andere Wege und Mittel siehst dann her damit.....
LG Brady
Noch was vergessen, habe auch die zuständige Dame für das Qualitätsmanagement darauf angesprochen und ihr das Lehrbuch "Psychiatrische Pflege"gezeigt; geschrieben u.a. von 2 Pflegewissenschaftlern Abderhalden und Needham aus der Schweiz. Dort steht eine Passage drin, diese habe ich ihr vorgelegt. "Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass sich gut ausgebildetes Fachpersonal mit Frau oder Herr ansprechen lässt".
Sie war erstaunt, dass dieses Buch schon von 1996 war und ich ihr sagte, dass diese Forderung schon mehr als 15 Jahre in der psychiatrischen Pflege besteht.
Auch im Rahmen der Führungskultur sprach ich an, dass es nicht ginge, dass Mitarbeiter anderer Berufsgruppen, die Pflege mit Vornamen ansprechen, bzw. anschreiben würden. Sie versprach sich zu kümmern....
Mir geht das alles viel zu langsam*lach*....
Hallo Brady,
das Ganze kann natürlich nur fruchten, wenn die Mitarbeiter ein wirkliches Verständnis dafür entwickeln. Schnell könnte man das up-down beschließen, aber dadurch letztendlich nur Ablehnung ernten.
Bei der Sensibilisierung der Mitarbeiter gehe ich bisher den Weg, dass ich dies in Einzelgesprächen (eher formlos) thematisiere und welche Bedeutung dies zum einen in der Patientenbeziehung - zum anderen in der Beziehung zu anderen Berufsgruppen hat. Erster Ansprechpartner ist natürlich die Stellvertretung, die muss mitziehen, damit im Team keine Teilung schon in der Führung besteht. Als nächstes wird sich die Praxisanleiterin etwas intensiver mit mir und dem Thema auseinandersetzen.
Ich hatte zwar schon Anfang des Jahres vor, dies zu einem Diskussionsthema innerhalb einer Besprechung zu machen, allerdings kamen da so viele Umstrukturierungen und dann war ich auch noch länger weg und war besorgt, dass dieses Thema völlig im Sand verläuft, wenn ich es beginne und dann nicht irgendwie in der Anfangszeit am Laufen halte.
Irgendeinen Konsens müssen wir wohl finden. Wir sind 2, die auf den Nachnamen bestehen, eine dritte sieht die Problematik ein - verfällt aber gelegentlich zurück. Irgendwie ist es natürlich auch kein Zustand, wenn auf einer Station die Pflegekräfte verschieden angesprochen werden. Dummerweise sehe ich aber da irgendwie auch mein Recht drin, wie ein erwachsener Mensch betitelt zu werden.
Erstaunlicherweise tun sich bei mir eher die unter 30-jährigen mit der Vorstellung schwer. Da bin ich schon froh, wenn sie sich nicht mit Spitznamen vorstellen. Ja, wenn´s nicht so traurig wäre...
Bei den übergeordneten Stellen werde ich erst anfangen, wenn ich die Basis überzeugen konnte. Eher tue ich mir das nicht an. So im Großen und Ganzen sind aber die normalen gesellschaftlichen Anreden innerhalb des Pflegediensten zwischen den Hierarchien schon umgesetzt.
Ich denke, dass es für die Pflegende momentan sicherlich auch "wichtigere" Probleme gibt - v.a. weil sie das gar nicht als eine wahrnehmen.
Das war jetzt sicherlich nix neues für Dich. Machst Du alles schon seit Jahren, nur noch intensiver.
Grüße
Michl (für Euch ;-) )
Hallo Michl,
ich versuche zur Zeit beide Wege. Meine Kollegen stimmen dem ja zumeist zu, aber ich habe da so eine Lethargie festgestellt, die ich nur schwer ertragen kann.
Einer meiner Kollegen gab mir ja Recht, da sie es hautnah in einem Gespräch mit der PDL gespürt hat, dass sie nicht gleichberechtigt ist, bei einem Gespräch, wo der eine mit Vornamen und der andere mit Nachnamen angesprochen wurde.
Auch die Erfahrung, dass gerade ganz junge Kollegen es sehr gerne haben so ganz flott am besten mit Spitznamen angesprochen zu werden kenne ich. Da wird ganz schnell aus einer "Stefanie" eine "Steffi"...Dies ist deutlich in unserer Beziehungsarbeit nicht tragbar und eindeutig in der Beziehungsgestaltung ein Fehler. Selbst dies zu unterbinden fällt natürlich dann diesen jungen Kollegen schwer, aber dies ist nun mal nötig für professionelles Arbeiten.
Denn Verantwortung für sich und für andere fängt nun mal erstmal bei sich selber an. In der Psychiatrie übernehme ich oft das "Hilfs-Ich" für den Patienten, dies ginge nicht in einem Kontext von zuviel Nähe und einem Milieu von zuviel Vertrautheit, da dies den Patienten "nackig" aussehen lässt, bzw. er sich dann so fühlt.
Na dann uns beiden gute Nerven und Ausdauer....
Werde schreiben, wenn sich was Entscheidendes tun sollte....
LG Brady
Hallo Ihr beiden Mitstreiter,
also ich kann eher positiv berichten und Euch sagen, dass es zwar Zeit, Mühe und langen Atem benötigt, aber man es durchaus schaffen kann, dass alle MA überwiegend von allen Patienten mit dem Nachnamen angesprochen werden. Auf meiner Station ist es geschafft, wobei aber auch die Voraussetzungen bei uns besser sind, die PDL steht bei uns auch eher dahinter ... ich werde nur noch manchmal mit einem provokanten Grinsen mit "Na, Schwester X" begrüßt - aber nur, weil ich dann so wütende Blicke abschieße ... ;-) Insgesamt wird es doch respektiert ...
Haltet durch ... *g*
LG Duria
Wenn doch die neue Berufsbezeichnung gar nicht mehr den Begriff "Schwester" in sich trägt, kommen trotzdem junge Kollegen auf dies zurück. Woran liegt das? Mangelndes Selbstbewusstsein? Desinteresse sich mit dem Berufsbild auseinander zusetzen?
Nicht umsonst wurde dies umbenannt, natürlich nicht nur aus dem Grund die anachronistische Anrede abzuändern....
Ich habe eine Auszubildende gefragt, sie meinte es wäre zu kompliziert den Patienten das zu erklären, würden denken wären keine richtigen Krankenschwestern.
Das ist keine Rechtfertigung in meinen Augen, denn Patienten haben erstmal das Recht zu wissen wen Sie vor sich haben und 2tens stelle ich mich dar. Egal wie viel ich erklären muss, ist es mir doch wichtig...Ich mag immer noch meinen Beruf (fast 30 Jahre)und muss nichts verschleiern....
Ich muss nicht nur durch meine Berufsbezeichnung überzeugen oder beeinflussen. Nur wenn man keine Haltung hat und sich auf das althergebrachte wie "Schwester" verlässt, wird es einen einholen irgendwann.
Früher brachte es den Krankenpflegerinnen Schutz, die nicht einem Orden angeschlossen waren. Heute sind diese Zeiten vorbei, schlimmer noch es herrschen Machtgefälle durch diese Anrede, die erstmal Schutz bietet, aber dies ist trügerisch. Wir machen uns klein und gaukeln eine Vertrautheit vor, die wir dann selber anklagen, weil wir übergangen werden in vielen Dingen. Denn "kleine" mit Vornamen werden eben übergangen. Man schützt sie, übergeht sie..... aber man räumt Ihnen keinen Raum ein.
Ich werde mit diesem Beitrag wahrscheinlich wieder Ärger bekommen, aber es ist so. Wir sind so abhängig von Lob anderer Berufsgruppen, die unseren Blick für unsere Aufgabe verschleiern.
Lese doch in unserem Intranet die letzte Nachricht. Wenden Sie sich an die "Schwestern"...das war eine Mitteilung an Mitarbeiter...Wir sind so gesichtslos, allzeit bereit für eine Sache, die uns eigentlich gar nichts angeht. Es ging dabei um die Vergabe von alten Büchern aus der Krankenhausbibliothek. Wie praktisch für andere Mitarbeiter, man braucht keinen Namen zu nennen.
Im Rahmen der Zertifizierung sollen wir die Rolle der Pflege erstellen. Psychiatrische Pflege ist für mich Beziehungsarbeit. Beziehungsarbeit bedeutet für mich, sich mit Kommunikationsregeln und Gesprächsführung auszukennen. Das wiederum bedeutet für mich, dass Kommunikation auf 2 Ebenen ein Fehler ist. Also kann niemand der mit "Schwester-Pfleger und Vorname" kommuniziert sich auf Komunikationsregeln und Gesprächsführung berufen, bzw. sagen das er dies anwendet oder beachtet. Denn das wäre wie, "Ich operiere ohne Skalpell*gg*.
Mal auf Antworten gespannt....
LG Brady
Peter Münch
28.09.2009, 11:45
Im Rahmen der Zertifizierung sollen wir die Rolle der Pflege erstellen. Psychiatrische Pflege ist für mich Beziehungsarbeit. Beziehungsarbeit bedeutet für mich, sich mit Kommunikationsregeln und Gesprächsführung auszukennen. Das wiederum bedeutet für mich, dass Kommunikation auf 2 Ebenen ein Fehler ist. Also kann niemand der mit "Schwester-Pfleger und Vorname" kommuniziert sich auf Komunikationsregeln und Gesprächsführung berufen, bzw. sagen das er dies anwendet oder beachtet. Denn das wäre wie, "Ich operiere ohne Skalpell*gg*. Mal auf Antworten gespannt....
Hallo Brady
Das Pflege immer auch Beziehungsarbeit ist, würde ich dick unterstreichen. Das gilt nicht nur für die psychiatrische Pflege, sondern ist immer ein Thema, wenn eine Berufsgruppe unmittelbar mit Menschen zu tun hat. Was mich in der Praxis irritiert oder was mir immer wieder begegnet ist das ausgesprochene Desinteresse an Inhalten! Beziéhungsarbeit ist immer auch Inhaltsarbeit, denn jeder Mensch ist etwas ganz Eigenes, ein eigener Kosmos und eine eigene Welt, die sich mit quantifizierenden Methoden, ganz gleich welcher Art, nie befriedigend fassen lässt. Nun wird aber derzeit so ziemlich alles auf diese Quantifizierungen gesetzt, während die Frage nach dem Inhalt, die Frage nach der Qualität (im Gegensatz zur zählbaren und messbaren Quantität) weitgehend unter den Tisch fällt oder das Privatvergnügen des einzelnen Mitarbeiters wird. Dieser Umstand, dass der inhaltliche Umgang mit Menschen weitgehend zu meinem "Privatvergnügen" reduiziert wird, macht nicht nur keinen Mut, sich dazu zu bekennen, sondern wird sogar durch eine derartige Entwertung torpdiert.
Ich vermute das in Pflege, ähnlich wie in der sozialen Arbeit, die betriebswirtschaftlichen und sonstigen Quantifizierungen angekommen sind, die ich auch an den Hochschulen beobachte. Gott sei dank, muss ich sagen, haben es viele Professoren bisher geschafft ihren inneren Protest gegen diesen Unsinn aufrechtzuerhalten und an die Studenten weitergegeben, so dass ich sowohl im Gespräch mit Professoren als auch mit Studenten einen deutlichen Protest heraushöre. Aber das ist eben "Privatvergnügen"....
Liebe Grüße
Peter
Peter Münch
29.09.2009, 16:51
Hallo Brady
Auch auf die Gefahr hin immer das Gleiche zu sagen und auszudrücken, möchte ich folgendes Zitat einbringen:
"Gunter Dueck hat zu diesem Thema ähnliche Gedanken: »Die Leitideen der heutigen Arbeit stammen aus einer Urformel der Arbeit…
Diese Formel…führt uns traditionell zu einer falschen Auffassung der Arbeitswelt. Wer die Formel anschaut, ist versucht, den Arbeitenden zuzurufen: ‚Seid brav! Sorgfältig! Aufmerksam! Müht euch!‘ Aber nicht (was richtig wäre): ‚Seid kreativ! Gestaltet neu! Verändert! Freut euch!‘ Die Urformel der Welt suggeriert ein falsches Prinzip oder eine falsche Leitlinie. Die Urformel suggeriert das Prinzip ‚Sei brav!‘ Sie verführt, Regelsysteme zu entwerfen, die zu eng an der Formel gebaut sind. Solche Regelsysteme wollen Fehlerfreiheit, schnelleres Arbeiten, Eile, pausenlose Rastlosigkeit, unendliche Mühen. Sie zementieren das Bestehende (wozu sie gedacht sind), aber sie verändern nicht (was sie ja verhindern sollen).«"
Arbeitswelt ist inzwischen eben nicht mehr nur die Wirtschaft (das wird in dem Text an anderer Stelle erwähnt) sondern eben auch die sozialen Berufe. Die Frage ist nun: Werden junge, nachwachsende Pflegekräfte so ausgerichtet, dass sie funktionale Systeme bedienen aber eben nicht kritisch fragen, erst recht nicht hinterfragen? Werden sie angehalten zu funktionieren?
Ich kann das für die Pflege nicht sagen, denn damit habe ich unmittelbar zu wenig zu tun, aber ich kann es für den Ausbildungsgang der Sozialpädagogen sagen: Hier wird funktionales Wissen und passgenaue, zum Teil betriebswirtschaftliches und statistisches bzw. am Sozialmanagement ausgerichtetes Wissen vermittelt. Wenn das bei den Studenten, mit denen ich zu tun habe nicht oder nur bedingt ankommt, dann ist das eher ein Verdienst der Dozenten, der Hochschule und den Studierenden selbst, aber im Ausbildungsgang selbst geht es sehr funktional zu...
Liebe Grüße
Peter
Hallo Brady!
Ich werde mit diesem Beitrag wahrscheinlich wieder Ärger bekommen, aber es ist so.
Auch wenn ich bei meiner Meinung bleibe(pro Krankenschwester/Krankenpfleger!), möchte ich sagen, daß ich Deine Meinung nicht nur toleriere sondern sogar sehr respektiere.*winke*
Es ist wichtig daß wir uns ändern, unsere Einstellung zur Arbeit, Professionalität, Kollegialität. Wenn wir stark sind, "kommt keiner an uns vorbei", egal wie wir uns nennen, die Bezeichnung hat damit nur wenig zutun.
Wir sind so abhängig von Lob anderer Berufsgruppen,
Und dies ändert man nicht mit Änderung der Berufsbezeichnung...
Schöne Grüße aus Berlin an alle und ganz besonders an Brady*winke*
Hallo Poncic,
ich gebe Dir Recht, so gesehen ändert man nichts wenn man nur eine Berufsbezeichnung ändert. Aber ich hatte gehofft, bzw. ich hoffe noch, dass es Kollegen aufrüttelt. Das sich auch junge Kollegen kritischer damit umgehen, sich damit auseinandersetzen. Ältere Kollegen natürlich auch und was es bedeutet, wie wichtig es ist.
Zum Beispiel nehme ich mal eine andere Berufsgruppe, die Arzthelfer. Diese heissen seit 2006 alle medizinische Fachangestellte. Was dies für ihr Selbstbewusstsein bedeutet ist meiner Meinung nach recht auffallend. Sie steigen von einem "Helfer" in die Rolle einer Fachkraft. Sind nicht mehr alleine Zuträger des Arztes sondern haben sich selber als Qualität, mit mehr Aufgaben als Zuträger des Arztes.
Ich glaube schon, dass wir die gleichen Ideale haben und ich weiss nicht, wie man noch weiter Aufruhr machen soll, damit etwas passiert.
Sicher ist "überstülpen" keine Lösung, aber ich hoffe; dass mehr Selbstbewusstsein in unserer Arbeit und in unseren Kollegen passiert.
Meine Sache ist es eben immer wieder anzusprechen; weiss das ich nerve...
Viele Kollegen sagen mir, ich würde das Alte was geleistest wurde deshalb nicht schätzen. Das stimmt nicht, denn ich bin selber fast 30 Jahre dabei und der Geist der Pflege in vergangenen Jahren und die Arbeit ist das Tolle daran was uns verbindet. Nur wir sollten deutlicher, energischer auftreten und vorallem sollten wir keine Angst haben uns zu zeigen. Und das fängt meiner Meinung nach mit unserem Nachnamen an.
Wenn ich Fehler mache, war ich es und nicht die "Schwester" aus dem Frühdienst.
Sicher übernimmt man auch Verantwortung ohne Nachnamen, aber dies ist noch ganz anders, denn man wird mit Nachnamen authentischer. Man arbeitet nicht nur in der Rolle "Pflegekraft", sondern als ganzer Mensch.
Ich stehe zu mir und meinen Fehlern. Werde kritischer mir gegenüber und wachse. Die Reflektion in seinen Handlungen wird grösser, dadurch natürlich auch die Anstrengung, aber davon können wir nur profitieren.
Wünsche allen ein schönes Wochenende Brady
Zum Beispiel nehme ich mal eine andere Berufsgruppe, die Arzthelfer. Diese heissen seit 2006 alle medizinische Fachangestellte. Was dies für ihr Selbstbewusstsein bedeutet ist meiner Meinung nach recht auffallend. Sie steigen von einem "Helfer" in die Rolle einer Fachkraft. Sind nicht mehr alleine Zuträger des Arztes sondern haben sich selber als Qualität, mit mehr Aufgaben als Zuträger des Arztes.
Sicher übernimmt man auch Verantwortung ohne Nachnamen, aber dies ist noch ganz anders, denn man wird mit Nachnamen authentischer. Man arbeitet nicht nur in der Rolle "Pflegekraft", sondern als ganzer Mensch.
Hallo Brady!
Ich möchte aber, daß man meine Tätigkeit auch an meiner Bezeichnung erkennbar ist. Ich möchte, daß die Menschen immer wissen was genau ich im Gesundheitswesen mache. Bezeichnung med. Fachangestellte lässt dies gänzlich offen! Ich arbeite am Patientenbett und ich möchte das dies jederzeit erkennbar ist. "Guten Tag, ich bin Hr. Poncic, ich arbeite im Pflegedienst", was sagt es über meine Tätigkeit aus? Nichts! Ich könnte mir mehrere Berufe drunter vorstellen.
Mit Nachnamen wird auch die Kassirer/in im Supermarkt angesprochen und ein Gefühl zuhaben ein Jedermann zusein will ich nicht. Durch die Bezeichnung spricht auch die Geschichte des Berufes und zu dieser bekenne ich mich auch wenn ich eine deutliche Verbesserung & Erweiterung der Kompetenzen fordere.
Selbstbewusstsein erhält man eher durch die Fehigkeiten. Die Verbesserung und Erweiterung dieser muß unser Ziel sein. Weder der Patient noch der Arzt, oder Reinigungskraft, Krankentransport usw. können nicht ohne mich(!), und das macht mir genug Selbstbewusstsein. Und dann liegt es an mir dies mit dem "Können" zu untermauern!
Und... und dann... naja, was soll ich sagen ich mag einfach auch die Bezeichnung Krankenschwester/Krankenpfleger.
LG, Poncic
Hallo Poncic,
dazu habe ich auch so meine Gedanken.
Mit Nachnamen wird auch die Kassirer/in im Supermarkt angesprochen und ein Gefühl zuhaben ein Jedermann zusein will ich nicht.Das ist ja nun mal ein ganz neues Argument für mich. Interessant.
Da wäre jetzt zu überlegen, ob es andere "Berufsgruppen" gibt, die sich auch mit Vornamen anreden lassen und ob es sozial erstrebenswert scheint, sich mit diesen auf eine Stufe zu stellen? Was haben diese Berufe für eine Lobby, als wie "professionell" werden sie angesehen? Also, inwieweit bestimmen sie auch selbst über sich und entwickeln ihre Kompetenzen auch selbst durch Verwissenschaftlichung weiter?
Zum Beispiel nehme ich mal eine andere Berufsgruppe, die Arzthelfer. Diese heissen seit 2006 alle medizinische Fachangestellte.Das ist wirklich ein gutes Beispiel. Und man kann sagen was man will, eine Medizinische Fachangestellte, die sich so vorstellt, genießt erstmal ein höheres Ansehen als eine Schwester bei den Patienten. Das liegt an der gelungen Berufsbezeichnung mit dem Wort "Fach-" darin. Mir würde eine andere Berufsbezeichnung für die Pflegefachkräfte in Deutschland auch besser gefallen... aber das entscheiden nun mal nicht wir.
Weder der Patient noch der Arzt, oder Reinigungskraft, Krankentransport usw. können nicht ohne mich(!), und das macht mir genug Selbstbewusstsein.In einem Team kann überhaupt keiner ohne den anderen. Das müssen alle Ebenen mal kapieren, wenn man gute Resultate am Ende erhalten möchte. Also, ich brauche die anderen genauso, wenn ich mich entscheide, in der stationären Pflege tätig zu sein.
Und dann liegt es an mir dies mit dem "Können" zu untermauern!Dabei möchtest Du aber die professionelle Beziehungsarbeit ausklammern? Was verstehst Du unter Können und Fähigkeiten? Wir haben ja bereits hier oder woanders festgestellt, dass es fachlich im Rahmen der Beziehungsarbeit falsch ist.
Ich weiß, dass meine Meinung etwas militant rüberkommen kann. Letztendlich soll sich jeder mit Vornamen anreden lassen, wenn er meint. Zwingen will ich eh keinen. Es sollte sich bloß jeder Gedanken darüber gemacht haben und sich der Auswirkungen seines Handelns bewusst sein.
Trotzdem finde ich die Situation auf Station ungünstig, wo es verschiedene Varianten der Anrede unter den Pflegekräften gibt.
Grüße
Michl
Peter Münch
07.10.2009, 13:11
Wenn wir stark sind, "kommt keiner an uns vorbei", egal wie wir uns nennen, die Bezeichnung hat damit nur wenig zutun.
Hallo Zusammen
Ich sage mal als Unbeteiligter etwas dazu... Vielleicht hilft es ja ein bisschen... Das Argument dass man nicht an der Berufsbezeichnung gemessen werden solle sondern am Können ist nachvollziehbar und klar. Ob jemand in seinem Beruf etwas kann oder nicht macht sich sicher nicht am Titel oder an der Bezeichnung fest. Aber es macht auf mich, als medizinisch, pflegerischen Laien einen Unterschied wie ich einen Menschen anrede. Selbst die Menschen, die bei uns in der Einrichtung fürs Putzen zuständig sind, rede ich mit Sie und mit Namen an. Sicher würden die wenigsten Putzkräfte etwas dagegen sagen, wenn ich einfach Du sagen würde oder den Vornamen benutze, aber es würde die Beziehung einfach verändern.
Ich erlaube es auch den Klienten nicht mich einfach mit Du und/oder Vornamen anzureden und bleibe in der Regel beim strikten Sie und beim Nachnamen. Es ist meine Erfahrung, dass die Art der Anrede etwas auf der Beziehungsebene verändert, dass mir einfach nicht egal ist.
Und dann kommt es mir vor wie der Streit um die Frage was denn wohl zuerst gewesen sei, die Henne oder das Ei. Also die Frage: Ob es wichtig sei wie man sich nennt oder wie man angesehen wird. Ich denke, dass eine lässt sich vom anderen einfach nicht trennen und kann nur miteinander behandelt werden.
Bei uns in der Einrichtung arbeiten auch Pflegekräfte die ich entweder mit Vor- oder mit Nachnamen anrede, je nach Beziehung, aber ich käme mir komisch vor die Kollegen "Pfleger xY" zu nennen, denn es sind erst einmal Kollegen die ihre Arbeit machen. Ich würde auch ungern "Sozi Peter" genannt werden. Das nennen meines Vornamens gestatte ich nur den Menschen denen ich es eben gestatten will.
Na ja, vielleicht doch nicht so hilfreich weil ich schon zu parteiisch bin... Trotzdem...
Liebe Grüße
Peter
Mit Nachnamen wird auch die Kassirer/in im Supermarkt angesprochen und ein Gefühl zuhaben ein Jedermann zusein will ich nicht. Das ist ja nun mal ein ganz neues Argument für mich. Interessant. Guten Abend,
tatsächlich erhielt ich heute in einer Teambesprechung ein ganz ähnliches Argument. Der Gedanke wird wohl von anderen geteilt, auch wenn er sich mir persönlich nicht erschließt.
Wahrscheinlich muss ich hierarchisch noch eine Stufe höher steigen, damit mich nicht jeder mit Michl anredet. Dann arbeite ich halt daran weiter ;-)
Na ja, vielleicht doch nicht so hilfreich weil ich schon zu parteiisch bin... Trotzdem...
*g*, ist ja auch nicht so einfach hier diplomatisch zu sein. Es gibt halt nicht so ein "bisschen Nachnamen" oder "Nachnamen light".
Entweder - Oder.
n8
Michl
Ich komme militant rüber; mag auch daran liegen, dass in der psychiatrischen Pflege die Beziehungsarbeit noch einen anderen Wert hat. Psychiatrische Pflege ist Beziehungsarbeit und für mich ist es eindeutig ein Pflegefehler. Ich zwinge auch keinen, aber ich sage deutlich, dass es falsch ist. Ich kläre auch Patienten auf, die mich fragen, dass es falsch und nicht professionell ist und sie geben mir meistens Recht. Noch eher als meine eigene Berufsgruppe. Wenn man Kommunikationstechniken, bzw. Gesprüchsführung anwenden will, kann man dies nur auf gleicher Ebene, ansonsten kann man es auch direkt lassen, bzw. ist es einfach sinnlos. Wäre so wie jemanden Schwimmen lehren wollen ohne Wasser. Liebe Grüße Brady
Hallo an alle!
Da wäre jetzt zu überlegen, ob es andere "Berufsgruppen" gibt, die sich auch mit Vornamen anreden lassen und ob es sozial erstrebenswert scheint, sich mit diesen auf eine Stufe zu stellen? Was haben diese Berufe für eine Lobby, als wie "professionell" werden sie angesehen? Also, inwieweit bestimmen sie auch selbst über sich und entwickeln ihre Kompetenzen auch selbst durch Verwissenschaftlichung weiter?Welche Berufe meinst Du?
Und man kann sagen was man will, eine Medizinische Fachangestellte, die sich so vorstellt, genießt erstmal ein höheres Ansehen als eine Schwester bei den Patienten. Das liegt an der gelungen Berufsbezeichnung mit dem Wort "Fach-" darin.Meine Erfahrung ist folgende, wenn ich den Patienten helfen kann, dann ist es den Patienten auch völlig egal wie ich mich nenne!
Mir würde eine andere Berufsbezeichnung für die Pflegefachkräfte in Deutschland auch besser gefallen... aber das entscheiden nun mal nicht wir.Wozu diskutieren wir dann überhaupt, wenn es auf uns nicht ankommt?
Was verstehst Du unter Können und Fähigkeiten? Theoretische und praktische Fachkenntnisse, Kompetenz in der Kommunikation,Kenntnisse über die Klinik in der man arbeitet und ihre Ziele & Leitbild, Empathie.
@all
Mal `ne Frage an alle: Hab ihr die Arzthelferin für weniger Kompetent gehalten als die noch die alte Bezeichnung hatten? Sind diese Menschen oder die Berufsgruppe in eueren eigenen Augen gewachsen?
Ich finde, daß sie genau so gut wie vorher( oder auch nicht), keinen Unterschied!
Schöne Grüße, Poncic
Meine Erfahrung ist folgende, wenn ich den Patienten helfen kann, dann ist es den Patienten auch völlig egal wie ich mich nenne!Hallo Poncic,
meine Erfahrung ist diese, das ich dem Patienten als Mensch mit gleichen Rechten, Pflichten, sowie auch gleichwertig gegenübertrete, nicht mit einem Schutzmantel eines Titels "Schwester" den es eigentlich rechtlich nicht gibt, sondern gleichberechtigt.
Ich schaffe Abhängigkeiten, ok...ich rede jetzt nicht von Akutsituationen, sondern vom Pflegeprozess.
Sei es im Umgang mit ganz jungen Menschen, bei denen ich gerade das leisten muss. Mehr Distanz; mehr fördern der erwachsenen Anteile usw....Oder beim erwachsenen Menschen, der die Distanz braucht in seiner Erkrankung, niemanden der zuviel Nähe haben möchte, oder aber sich das nicht traut zu sagen, bzw. ich muss evtl. ein Hilfs-Ich sein und für ihn entscheiden. Ich trage die Verantwortung in meinem Bereich und das mache ich mit meinem Nachnamen deutlich.
In der Psychiatrie, sei es auch so, dass viele behaupten....Ach, in der Somatik sind die Menschen, bzw. die Patienten anders. Das stimmt nicht, ständig wird über Grenzen gelatscht, es wird vermeintlich ein gutes Verhältnis zu Patienten gepflegt, welches sich ganz schnell ins Gegenteil kehren kann.
Von wegen Arzthelferin, natürlich hat das einen Einfluss nicht nur für sie selber, sondern auch für andere. Es hat eine Wechselwirkung....
Wenn ich nur daran denke, dass viele Patienten mir erzählen, dass sie einen Psychologen haben und hinterher stellt sich heraus, dass sie einen Psychiater meinen.
Bei Arzthelferin denken viele Menschen, diese können nur arbeiten mit Anweisung des Arztes. Wieviele Menschen denken dass der Arzt unser Vorgesetzer ist? Woran mag das wohl liegen? Die richtige Benennnung ist wichtig; Worte sind verletzlich.
Wenn mich jemand "Schwester" nennt, empfinde ich es mittlerweile als Beleidigung.
Ich muss natürlich, dadurch dass ich mehr mit meinem Nachnamen agiere und weniger mit der globalen Institution "Schwester" auch mehr diskutieren und mich mehr auseinandersetzen, aber das ist es mir alle mal wert.......Ich habe für mich profitiert...
Zumal in der Somatik, gibt es Wundmanagement, es gibt Stomatherapeuten, Angehörigensprechstunden, Stillberatung, usw. mir gruselt es, wenn ich mir vorstelle, dass Gesprächsführung, Kommunikationstechniken und grundlegende Basiskenntnisse von Übertragung/Gegenübertagung aussser Acht gelassen werden.
LG Brady
Ich bin in der letzten Zeit durch einige Kliniken, Altenheimen, etc. gegangen. Sehe mit Horror Beschriftungen wie "Schwesternzimmer" usw...
Wieso sind Pflegedienstleitungen nicht an berufspolitischen Dingen, wie Bezeichnungen interessiert? Warum verstecken sie sich hinter Aussagen, wie: "Unsere Bewohner wollen das so"; sie würden das nicht verstehen? Ist das bewusst so? Eine Spaltung? Auf der einen Seite kritisches, kompetentes Personal, auf der anderen Seite....eine "Schwester" mit aufopfernden Verhalten? Und dann kommt ein Pfleger......
Die andere Sache ist diese, dass ich auch Bewohner/Patienten Veränderungen klar machen muss, dies gehört zu meiner Aufgabe. Warum geschieht dies in dem Bereich so schwer? Ich kann es niemandem einfach machen, ich kann nur versuchen ihn zu stärken. Realitäten sind ehrlicher....
Jeder weiss, dass eine Verkäuferin eine Einzelshandelskauffrau ist oder sein sollte. Aber niemand weiss, dass eine "Schwester" eine Pflegefachfrau ist. Es wird was ganz anderes hineininterpretiert und das unterstützen wir selber. Das Fachliche rückt in den Hintergrund und wir werden moralisch bewertet, was jeder auch ohne Fachkenntnisse bewerten darf/kann, da es keine wissenschaftliche/berufliche Basis hat.
Eins ist klar, "Helferberufe" werden es nie einfach haben. Aber wenn wir uns selber aufgeben, wie solche "Bezeichnungen", schlimmer noch sie zuzulassen, dann haben wir aufgegeben. Dann sind wir "Opfer" und kommen da nicht raus....Ich möchte Täter werden; obwohl mir das schwer fällt....aber Lethargie ist nicht mein Ding.....
Sorry; aber ich mag meine Arbeit und ich ertrage es so schlecht "Schwester" genannt zu werden. Empfinde es mittlerweile als Abwertung auf meine Person, denn ich bin Fachpflegekraft und versuche qualifiziert zu arbeiten und nicht nach meiner Emotinalität. Laien denken dies immer noch; woran dies wohl liegen mag?
LG Brady
Hallo Michl,
habe deinen Beitrag zu dem Projekt die Anrede auf den Nachnamen umzusetzen nicht gefunden. Wollte mal gerne wissen wie weit Du damit bist?
Dieser Pflegefehler in der Beziehungsgestaltung ist immer noch weit verbreitet und ich muss lachen, wenn Kollegen sagen, dass sie Gesprächsführung und Komminikationstechniken anwenden. Dies klingt vielleicht sehr sarkastisch, aber eigentlich ist es garnicht mehr zum lachen, sondern einfach nur traurig.
LG Brady
aber eigentlich ist es garnicht mehr zum lachen, sondern einfach nur traurig.Hi Brady,
da bin ich tatsächlich auch hin- und hergerissen.
Man könnte natürlich sagen: OK, die Mehrheit (der Mitarbeiter? der Patienten?) entscheidet und man beugt sich dieser Entscheidung. Nun weiß man aber aus der Psychologie, dass gerade überzeugend auftretende Minoritäten Meinungen verändern können. Was wäre die Geschichte ohne die visionären Einzelkämpfer ;-) Will ich aber so eine Rolle?
Also, durchhalten vs. resignieren in der Personalentwicklung... Man muss halt das Gefühl aushalten können, dass 80% sich über einen lustig machen. Da hilft nur die Gewissheit, dass man in diesem Bereich einfach "weiter", im Sinne von "reflektierter", ist. Traurig finde ich hauptsächlich, dass sich viele überhaupt nicht auf die Gedankengänge einlassen, obwohl sie in anderen Bereichen eine hohe fachliche Qualität abliefern.
Ich bin nun gerenell der Meinung, dass man so tiefgreifende Veränderungen im Verhalten nicht in dem Ausmaß erzwingen kann. Und letztendlich habe ich das bis heute auch nicht gemacht, weil das bei uns eine Insellösung wäre. So haben wir auf der Station nun mehrere Varianten und jeder stellt sich anders vor. Für Patienten wahrscheinlich erst recht verwirrend und unverständlich... Schwester X, Frau X und Herr X, und dann noch nur Vornamen und zum Teil Kosenamen *seufz*
Vielleicht kommen wir durch die Arbeit am Stationskonzept auch nochmal auf das Thema. Irgendwie muss das Team und die Kommunikation dargestellt werden. Auch wenn ich meinen Einfluss auf das Ganze eher gering halten möchte, werde ich da sicherlich nicht ganz ruhig sein können :-(
Ansonsten denke ich, dass ich in meiner momentanen Position und an diesem Ort keine mitarbeitergetragene Lösung herstellen werde. Ich bin schon froh, wenn man respektiert, dass ich mich mit Nachnamen vorstelle.
Bis denn
Michl
Hallo zusammen,
das schmeisst dem Fass den Boden raus ....Lest mal, ist wohl wirklich ernst gemeint. Ich muss echt an mich halten um dort nicht ein Feedback zu hinterlassen.
http://www.gsund.net/cms/beitrag/10001039/43678/
Liebe Grüße Brady
*grööööl*
Das ist ne Satire, oder?? Also, so möchte ich das verstehen.
Auch wenn es in Austria spielt und 12 Jahre alt ist... es spiegelt doch teilweise hiesige berufsständische Sichtweisen wider. Und ja, wir sind es selbst, die Patienten so verwirren mit all den möglichen Anredevariationen. Dabei wäre einheitlich Hr. X und Fr. Y sooo einfach ;-)
Ne, ich glaube der Artikel ist nicht ernst gemeint... (oder???)
Grüße
Michl
*looooool*
Huhu Brady,
.. ich sach doch, es ist bestimmt Satire ... so genau hatte ich es mir noch gar nicht angeschaut, ich war bereits nach den ersten Zeilen ziemlich verwirrt ... *gg*
liebe Grüße Duria
Oldtimer
23.08.2010, 23:01
Huhu Brady,
der Beitrag ist von 1998 !!
Hallo Oldi,
ja ist er und wenn ich daran denke, wie wenig sich getan hat, passt es wohl immer noch....:-)). Wobei auch für 1998 ist das mehr als traurig....
LG Brady
Cassiopaia
24.08.2010, 16:26
Ich schmeiß mich wech vor Lachen! Nie und nimmer kann das ernstgemeint sein! (...oder doch?) Der Kerl ist doch ein Komiker! Wäre der Artikel von 1950 könnte ich mir die Ernsthaftigkeit fast vorstellen aber von 1998....nein, ich stimme für Spaß!!!
Hallo zusammen - und noch eine gute Seite zu diesem wichtigen Thema.
https://www.fh-osnabrueck.de/fh/fileadmin/users/96/upload/pw-berufsbegl/Anrede_von_Pflegenden.pdf
Liebe Grüße Brady
Aufgrund einschneidender Veränderungen in unserer Gesellschaft und massiver Einschnitte im Gesundheitswesen hält das traditionelle Berufsbild „Krankenschwester“ der neuen Wirklichkeit nicht mehr stand. Die traditionellen Berufsbilder mögen noch in den Köpfen verankert sein, die Realität sieht längst anders aus. Präventive, rehabilitative und beratende Aufgaben stehen im Vordergrund. Das Fliedner‘sche Ideal ist überholt. Wenn es im letzten Jahrzehnt primär um Wirtschaftlichkeit, Budgetierung und Personalmanagement gegangen ist, so heißen die Schlüsselbegriffe heute Prozessmanagement, Produktentwicklung und Integration. Pflegende müssen heute in der Lage sein, Prozesse zu steuern, Angehörige zu begleiten und die pflegerische Versorgung auch über die Versicherungssysteme hinweg zu organisieren. Pflege heute hat nichts mehr gemein mit karitativem Idealismus. Pflege heute ist ein hoch komplexes Aufgabengebiet, das qualifizierter und motivierter Mitarbeiter bedarf.
Weiterlesen hier;
Hallo Brady,
danke für die Dateien - prima Material zum Weiterleiten!
schönen Sonntag und liebe Grüße
Duria
Hallo zusammen,
habe heute noch einen Auszug zu dem Thema in meinem mailpostfach auf der Arbeit gehabt und mache für den netten Herrn doch mal direkt Werbung.
Reinhard Lay
GKP, Dipl. Pflegepädagoge (FH), M.A.,
staatl. geprüfter Fachwirt für Organisation und Führung
und seiner Webseite: www.fortbildung-pflege.com (http://www.fortbildung-pflege.com/)
hier sein Auszug zu dem Thema und mit weiteren Quellen darüber:
Liebe Grüße Brady
Das setze ich doch gerne hier rein. ....
http://www.pflegenetz.at/index.php?id=49&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=340&cHash=95afccb05c2c5d5cea1688fe29506424&type=123
Das setze ich doch gerne hier rein. ....
http://www.care-net.at/
LG Brady
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