Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage: Anleitungssituationen
Hallo "lernende KollegInnen",
wir werden demnächst Ausbildungsstation und unsere ersten Auszubildenden im Einsatz auf unserer Station haben. Entsprechende Lernangebote haben wir auch schon verschriftlicht. Und einige gezielt geplante Anleitungssituationen überlegt.
Mich interessiert neben der inhaltlichen Gestaltung allerdings nun noch, wie Ihr Anleitungssituationen erlebt.
Seid ihr eher aufgeregt und besorgt, etwas falsch zu machen, seht Ihr solche Situationen als Prüfung an, oder könnt Ihr ganz unbedarft damit umgehen und Euch auch Fehler zugestehen.
Wie würdet Ihr Euch die gezielt geplante Anleiung wünschen? Was wäre hilfreich, was macht Stress?
Freue mich auf Rückmeldungen
LG Duria
Hallo,
ich bin zwar keine lernende Kollegin mehr aber kann mich genau an meine Anleitungen (ca. 2 Jahre her) erinnern!
Ich war immer sehr aufgeregt, mir hat immer geholfen das man zuerst einmal über die bevorstehende Anleitung spricht, was ich nun genau machen muss. z.b. kann ich mich noch genau erinnern das ich vor meinem ersten Practo solche Angst hatte und auch gar nicht wollte das jemand zu sieht. Das habe ich geäußert und meine Anleiterin konnte mich verstehen und wir haben das mündlich durchgesprochen und dann habe ich die Anleitung selbstständig ausgeführt und war so froh das ich das "alleine" geschafft habe. Gut und wichtig fand ich immer am Ende der Anleitung das Feedback und Loben war für mich auch immer sehr wichtig! *ok* Ist halt gut für die Seele...
LG
Ich antworte mal jetzt als jemand, der seit paar Jahren auch Praxisanleiter ist.
Also, für mich was das eine ganz neue Erfahrung, dass Schüler plötzlich regelrecht Angst vor mir haben. Ich habe auch ein wenig gebraucht, dies zu realisieren - weil davor überhaupt niemand wegen meiner Anwesendheit aufgeregt zu wirken schien. Der offizielle Charakter scheint aber vielen Schülern dann doch Angst einzuflösen. Der äußert sich allerdings nicht immer in Ehrfurcht, sondern manchmal in ganz seltsamen anderen Verhaltensweisen ;-)
Also, ich sage JEDEM Schüler mittlerweile vor der Anleitung, was ich damit bezwecke. Dass es keine Prüfung ist, dass es auch nicht in die Endbewertung einfließt.
Und das muss ich natürlich dann auch durch mein Verhalten bei der Anleitung und beim Nachgespräch zeigen, dass ich Kritik sachlich äußere und das Gute wirklich hervorhebe usw.
LG
Michl
Cassiopaia
12.07.2008, 00:05
Hallo Duria!
Bin leider auch keine "Lernende", zumindest nicht in dem Sinne, den du meintest:D!
Aber ich bin Praxisanleiterin. Vielleicht kann ich dir nicht auf diese Frage soviel Antwort geben, aber wenn die Ausbildungssituation für euch neu ist, denk ich können wir dir sicher noch in einigen anderen Bereichen/Themen weiterhelfen?! Frag doch einfach! Ich freu mich immer, wenn ich irgendwo meinen Senf dazugeben kann:D:D:D!
LG
Cassiopaia
Hi Cassiopaia,
danke für das Angebot, werd ich sicher hier und da nutzen, ist immer gut, wenn man die Möglichkeit zum Austausch hat.
Auf meiner Station sind wir grad 2 - 3, die eine Weiterbildung zur PA haben, aber uns fehlt es halt noch an praktischer Erfahrung ...
Michl und Karo natürlich auch besten Dank für den ein oder anderen Hinweis ... ich denke auch, dass es schwierig sein wird, das "Prüfungsgefühl" von den Anleitungssituationen fern zu halten. Alleine das Wissen darum, dass jemand da ist, der einen bei der praktischen Arbeit beobachtet, wird schon für Unwohlsein bei den Anzuleitenden sorgen ...
Ich hoffe es kommen noch ein paar Rückmeldungen von den Auszubildenden ;-)
schönes Wochenende
LG Duria
diamondice
12.07.2008, 16:38
Hallo Duria,
auch ich lerne zwar noch Tag für Tag hinzu, aber zum Glück nicht mehr als Azubi.:D
Ich möchte hier die doch spezielle Situation der Psychiatrie etwas beleuchten.
Da der Einsatz der Schüler bei uns recht kurz ist und es erst mal Zeit braucht bis die Schüler sich an ein völlig anderes Arbeiten gewöhnt haben, ergeben sich sehr wenig echte, geplante Anleitungssituationen. Aber die haben's, zumindest aus Sicht der Schüler, in sich. Ich lasse alle mindestens die Morgenrunde leiten und wenn es sich ergibt, auch einige pfiffige Schüler als Stationsleitung arbeiten.
Da ist der ganze Mensch mit all seinen Erfahrungen und seinem Wissen gefordert. Das macht vielen große Sorgen vorher, da sie sonst nur an einem Patienten arbeiten.Manchmal spüre ich da sogar etwas Angst. Hier sind sie der gesamten Gruppe ausgesetzt. Umso schöner ist es hinterher, wenn es gut geklappt hat und mal ein außergewöhnliches Erfolgserlebnis eintritt was das Selbstbewußtsein stärkt. Denn sowas machen sie sonst, glaube ich, nirgendwo.
Was ich unseren Schülern nicht sage ist, dass unsere Patienten, so krank sie auch sein mögen, auf Schüler eigentlich immer besondere Rücksicht nehmen.
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