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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gerätebeauftragte



behid
25.04.2008, 00:49
Hallo zusammen,

ich "stolpere" im Alltag immer wieder, wie unterschiedlich die Konzepte bei der Einweisung in medizinische Geräte gesehen und umgesetzt werden. Vor Jahren, als das MPG (Medizinproduktegesetz) gültig wurde, haben wir auf meiner damaligen Station uns alle von den Firmen bzw. den entsprechenden geschulten (von den Firmen) Medizintechnikern nochmal einweisen lassen und uns "schicke" Gerätepässe angeschafft. Diesen Pass habe ich heute noch, inzwischen erweitert durch Einweisungen in neue Geräte und durch entsprechende Gerätepässe aus anderen Kliniken. In meinem jetzigen Arbeitsbereich werde ich immer wieder belächelt, wenn ich mein "Büchlein" bei einer Geräteeinweisung auspacke und mir die Schulung bestätigen lasse.

Bei meinem Dienstantritt wurde ich in die Geräte nicht eingewiesen, was nicht weiter tragisch war, da ich die Einweisungen ja hatte, denn die Geräte kannte ich alle.

Wie läuft dass in euren Abteilungen und wie "ernst" werden die Vorgaben der Gesetze umgesetzt? Gibt es Gerätebeauftragte, die wirklich die Einweisungskompetenz und -erlaubnis für alle auf der Station befindlichen Geräte haben? Bekommen diese Mitarbeiter Zeit sich entsprechend schulen zu lassen oder Mitarbeiter zu schulen?
Hoffe auf einen regen Austausch!

Gruß
Behid

Michl
25.04.2008, 19:32
Hallo!

Unsere Strukturen:
Wir haben eine Medizinprodukte-Abteilung im Haus. Die Mitarbeiter dort führen auch alle Einweisung für unsere Klinik(en) durch. Außer, wenn mal ein neues Gerät eingeführt wird auf einer speziellen Fachabteilung. Da kann es dann auch mal jemand von der Firma direkt sein.

Dann hat jede Station einen Medizinproduktebeauftragten, der von der Pflegedirektion bestimmt wurde. In unserem Falle bin das ich, wobei ich diese Aufgabe weiterdelegiert habe, wobei mir die Verantwortung natürlich bleibt.
Meine Kollegin macht das sehr gewissenhaft, war auf einer Fortbildungsveranstaltung zu den gesetzlichen Vorgaben und zur Umsetzung.
Sie überprüft den Bestand auf Station, den Zustand UND den Einweisungsstand der Mitarbeiter.
Sie informiert gezielt die Mitarbeiter, denen Einweisungen fehlen.

Einweisungen werden bei uns sehr ernst genommen. Von Mitarbeitern und Arbeitgebern. Das zeigt sich m.E. daran, dass manche Mitarbeiter wiederholt Einweisungen zu den selben Geräten besuchen und der Arbeitgeber dies auch als Arbeitszeit ansieht.
Ansonsten sind wir knausrig wie überall.
In Zeiten von Zertifizierungen gibt´s aber auch Punkte, die erfüllt sein müssen.

Ach ja, die Mitarbeiter bekommen einen Geräteführerschein... Wenn man das Haus verlässt, bekommt man dann das gleiche in Buchform.

Grüße
Michl

.

UlrichFürst
26.04.2008, 15:31
Auch wir haben Medizintechniker im Haus. Die sind für Wartung, Reperatur und Prüfung der Geräte zuständig. Je nachdem, was da so nötig ist.

Auf den Stationen gibt es Medizinproduktebeauftragte (MPB). Bei uns sind es zwei. Wir haben nicht beide die Einweisungsbefugnis für alle Geräte, insofern können da schon noch Lücken auftreten. Wir hatten beide eine Schulung zu den rechtlichen Grundlagen des MPG und der MPBetreibV. Die Geräteeinweisung von damals (im Rahmen der Schulung) waren nicht ausreichend, so dass wir jetzt faktisch Defizite haben, die wir gerade (auch Hausweit) aufarbeiten. Ich denke, dass dieser Vorgang durch die diversen Zertifizierungen beschleunigt wurde?! Und dann gibt es natürlich MA die zwar eingewiesen wurden, aber keinen gültigen Nachweis dafür erbringen können. Oder die Einweisung war aus irgendwelchen Gründen nicht (sicher) gültig. Dann wird das halt wiederholt.

Die nötige Zeit bekommen wir und die MA zur Verfügung gestellt. Wir haben seit Ende letzten Jahres angefangen auch eine Übersichtstabelle anzulegen, damit wir als MPB einen Überblick über die eingewiesenen oder nicht eingewiesenen Geräte haben, ohne jedesmal die Gerätepässe durchzusehen.

Es gibt durchaus Geräte, die immer wieder eingewiesen werden. Wiederholung ist einfach für manche Geräte (komplizierte oder selten verwendete) sinnvoll und nötig.

Insofern: Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind sicher auf dem richtigen Weg.

Ulrich Fürst

behid
26.04.2008, 15:59
Da muss ich zugeben, dass unser Weg da noch ein gutes Stück weiter ist. Einweisungen habe ich bisher nur erlebt, wenn neue Geräte geliefert wurden. Neue Mitarbeiter werden zwar in die Geräte eingewiesen, aber ob derjenige der das tut auch wirklich berechtigt ist (im Sinne des MPG) danach fragt man nicht wirklich. Ich für meinen Teil bin froh in alle Geräte eine Einweisung (und die dazugehörige Dokumentation) zu haben, bis auf ein ganz selten verwendetes (und da haben bis auf einige Ärzte keine Kollegen eine Einweisung). Damit stehe ich zumindest auf der sicheren Seite.

Oldtimer
25.05.2008, 17:10
Wir hatten letzte Woche Fortbildung über das Medizinproduktegesetz!

Auch in der ambulanten Pflege sind wir verpflichtet, Betten, Steh und Badewannenlifter Decubitusmatratzen usw. zu überprüfen und bei den kleinsten Mängeln dem Lieferanten zu melden und zu dokumentieren.

Unser Sanitätshaus kommt aber automatisch 1x jährlich zu den Patienten, die die Betten und Lifter von ihnen haben und kontrollieren diese auf Schäden !

Auch uns wurde mitgeteilt, dass wir jährlich eine Fortbildung über Medizinprodukte machen müssen ( Pflicht)

Man lernt nie aus!

Liebe Grüße Oldtimer