Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie begrüsst Ihr fremdsprachige Patienten?
Volker Rossow
09.02.2008, 12:13
Im PflegeAlltag erlebe ich immer wieder, dass es gar nicht so einfach ist, fremdsprachige Patienten zu begrüßen. Dabei freuen sich fremdsprachige Patienten genauso, wie deutschsprachige Patienten, wenn sie herzlich aufgenommen werden.
Zum Teil liegt es daran, dass man nicht weiß welche Sprache der Patient spricht und zum Teil weiß man nicht, aus welchem Land der Patient kommt.
Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht, und wie helft Ihr Euch dabei
Ich beginne zunaechst in einem Kauderwelsch und frage dann nach der Sprache des Patienten. Spreche ich diese Sprache nicht, arbeite ich mit Mimik und Gestik. Ich muss dann aufpassen, dass ich nicht lauter werde. Ist Euch das auch schon aufgefallen, dass man lauter spricht, weil man denkt, derjenige verstehe einen dann besser? Ist natuerlich Bloedsinn, da die Sprache nicht verstanden wird.
Hi,
ich rede erst mal in meiner Sprache, meist mit etwas mehr Mimik und Gestik.Versuche es mit (meinem leider inzwischen sehr reduzierten) Englisch.
Dann versuche ich jemanden zu organisieren, der die entsprechende Sprache spricht. Wir haben Listen auf jeder Station mit Fremdsprachenkenntnissen der Mitarbeiter, die sehr umfangreich ist, alle möglichen Sprachen sind vertreten.
Aber insgesamt finde ich es erst einmal wichtig, ein "Willkommensgefühl" zu erzeugen und da ist die Sprache erst mal zweitrangig. Ich denke bei fremdsprachigen Patienten ist es doppelt wichtig, ein Gefühl der wohlwollenden Annahme zu vermitteln.
Gruß Duria
Volker Rossow
09.02.2008, 14:36
Hallo zusammen,
ich finde es toll, wenn sich auf dieser Seite viele treffen und ihre Erfahrungen mitteilen.
Sicher ist das wichtigste, dem Patienten oder Bewohner zu vermitteln, dass man sich auf ihn freut und hilft - dies geht bis zu einem gewissen Grad ohne Worte
Aus eigener Erfahrung habe ich festgestellt, wenn man in der jeweiligen Sprache nur ein paar Wörter sprechen oder anderweitig mitteilen kann, ist das ein riesiges Entgegenkommen für den Patienten und sorgt auch dafür, das er wesentlich kooperativer mitarbeitet.
diamondice
09.02.2008, 15:25
Hi,
da wie ein kleines Fachkrankenhaus sind, ist recht bekannt wer welche Sprache spricht. Eine solche Liste würde ich aber sehr begrüßen, denn sie vereinfacht die Suche nach dem/der Richtigen doch sehr. Leider ist niemand da, der türkisch spricht.
Außer im Englischen fühle ich mich leider in keiner Sprache sicher. Ein paar Brocken Spanisch, völlig unzureichend für den Alltag, kommen hinzu.
Aber ich habe ähnliche Erfahrung wie Volker gemacht. Es kommt in der Begrüßung oder der Kontaktaufnahme gar nicht auf Perfektion an. Wichtig ist, dass der Patient sich angenommen fühlt. Und das geht auch mit ein paar Brocken.
Ein besonders krasses Beispiel ist mir in Erinnerung geblieben. In dem Krankenhaus, in dem ich früher arbeitete, wurden afghanische Kinder, mutmaßlich Kinder von Taliban, die im Friedensdorf OB untergebracht waren, in der HNO-Abteilung behandelt. Darunter war ein etwa 7jähriges Mädchen, welches völlig verzweifelt und verstört wirkte. Niemand war bei ihr und niemand sprach ihre Sprache, auch unsere Gestik schien ihr fremd.
Da ich auch nicht so recht wußte, was ich machen soll, habe ich mich damals an eine Hilfsorganisation gewandt, bei der mir eine sehr nette Frau einige Worte Paschtu und Parsi beibrachte. Das war nur Hallo, Hunger, Durst, Schmerzen und noch 2 oder 3 Worte.
Das wirkte Wunder. Sie blühte förmlich auf und bemühte sich von sich aus um Verständnis und Kontakt.
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