Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einigung im öffentlichen Dienst ?
Es scheint als würde in letzer Minute doch noch der Streik abgewendet werden können:
Tarifstreit: Einigung im Öffentlichen Dienst - Bsirske und Schäuble beraten letzte Details - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,544311,00.html)
man darf gespannt sein was unter dem Strich herauskommt.
Flocky
Man hat sich geeinigt , die wichtigsten Punkte hier zusammengefasst:
Öffentlicher Dienst: Kommunen wettern gegen Tarif-Kompromiss - Bürgern droht Gebührenschub - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,544458,00.html)
Cassiopaia
01.04.2008, 10:19
In den Nachrichten gestern Abend hab ich gehört, daß die Arbeitszeitenverlängerung für uns Krankenschweatern nicht eingeführt werden soll (das steht auch in dem Artikel aus Flockys Link), aber weiß irgendwer, wie es mit unserer Gehaltserhöhung aussieht? Das sagten sie nämlich gestern auch, daß diese bei uns dann geringer ausfällt.......weil wir ja auch nicht mehr arbeiten......
UlrichFürst
01.04.2008, 10:31
Ich muss jetzt zum Spätdienst, aber schau doch mal, ob Du hier was findest: ver.di: Tarifpolitik & Tarifarbeit (http://www.verdi.de/tarifpolitik)
Ulrich Fürst
Cassiopaia
01.04.2008, 10:41
Wow, der Link ist bestimmt aufschlussreich*grübel*.....wenn man verstehen würde, was da drinsteht.....kanns mir wer erklären? Ich habs grad versucht, aber allein schon an den Abkürzungen scheitere ich*aufgeb*.....
Oldtimer
01.04.2008, 14:49
Tariferhöhung ist ja mal ganz schön, aber was ist mit befristeten Arbeitsverträgen?
Ich glaube, dass diese nichtmehr verlängert werden, da jetzt irgendwo eingespart werden muß!
Das bedeutet für Festangestellte Überstunden !*yeah*
Gruß Oldtimer
UlrichFürst
01.04.2008, 21:26
Also so wie ich das verstehe, ist das so:
V. Beschäftigungssicherung für Auszubildende
1 Die Tarifvertragsparteien wirken darauf hin, dass Auszubildende nach TVAöD Besonderer Teil BBiG - nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung für mindestens zwölf Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden, soweit nicht personen- oder verhaltensbedingte Gründe entgegenstehen.
2 Satz 1 gilt nicht, soweit die Verwaltung bzw. der Betrieb über Bedarf ausgebildet hat.
Folglich, eigentlich müssen die Betriebe übernehmen, aber nur wenn sie wollen.
Für uns erhöht sich die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 39 Stunden aber nur in Baden-Würtemberg (hä?), im Tarifgebiet Ost bleibt's bei den 40.
Wir (in den Krankenhäusern¹) bekommen wie alle anderen des öffentlichen Dienstes zwar ab Januar 2008 50 Euro aber dann (ab jetzt?) nur 1,6 % mehr Lohn und nicht wie die anderen 3,1 %.
Dafür bekommen wir ab Januar 2009 eine Steigerung um 4,3 %; die anderen nur 2,8 %.
Das Leistungsentgelt wird um 1 % Vermindert. Soweit ich weiß beträgt es z. Z. ein Prozent. Auf Deutsch: es entfällt.
Ich würde da jetzt rechnen:
1 x ( 1,6 % - 1 % ) für das erste Jahr und dann im Zweiten
[ 1 x ( 1,6 % - 1 % ) ] x 1,043 = 1,0493
Also 4,9 % auf zwei Jahre verteilt ohne Arbeitszeiterhöhung außer in Baden-Würtemberg.
Ach so, die Quelle: https://tarif-oed.verdi.de/tarifrunden/oed-tarifrunde_2008/tarifeinigung
Nachtrag: ich habe übersehen, dass da noch zwei Zulagen (BT-K) um jeweils 10 Euro gekürzt werden. Also sind wir nicht mal mehr bei knapp 5 Prozent.
Ulrich Fürst
¹ Für alle anderen Bereiche bitte selber rechnen*winke* Zumal ich ja gar nicht weiß, ob meine Rechnung oben stimmt. :D
Mal abgesehen davon, dass ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden bin, denn letztendlich ist ja doch eine Abkoppelung der Mitarbeiter von der Tarifentwicklung in den Krankenhäusern geschehen, was ja eigentlich nicht gewollt war. Denn auch Mitarbeiter in den Krankenhäusern müssen genauso wie andere höhere Energiepreisen und auch höhere Lebensmittelpreise schultern. Und trotzdem werden Befürchtungen wie:
Wo werden wie viele Stellen abgebaut?
Wird die Arbeitverdichtung noch weiter zunehmen?
Das alles wir geschehen wenn die Krankenhausfinanzierung nicht verändert wird .Wenn den Krankenhäusern nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt wird werden sie die Mehrausgaben durch den Tarifabschluss durch weiteren Stellenabbau versuchen zu kompensieren .Aus dem Grund darf die Auseinandersetzung um die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen und vor allem deren Finanzierung nicht aufhören. Es gibt einige Aktionen von Gewerkschaften und Berufsverbänden die auf diese Situation hinweisen und die versuchen Druck auf die Politik auszuüben um da eine Änderung zu erreichen, allen voran die Aktion
http://www.pflege-uns-reichts.de/ (http://www.pflege-uns-reichts.de/)
aber auch den Gewerkschaften ist das Problem bekannt und haben da Kampagnen die unterstützenswert sind:
http://gesundheit-soziales.verdi.de/branchenpolitik/krankenhaeuser/data/flyer_a4_finanzierung_light.pdf (http://gesundheit-soziales.verdi.de/branchenpolitik/krankenhaeuser/data/flyer_a4_finanzierung_light.pdf)
Mit dem Tarifabschluss ist der Kampf um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege noch lange nicht beendet.
Es geht um die Zukunft der Pflege im deutschen Gesundheitswesen und das sollte im Interesse aller Pflegenden sein unabhängig von Tarifzugehörigkeit.
Flocky
Hat irgendeiner von Euch schon eine offizielle Rueckmeldung von der Einrichtungsleitung oder dergleichen bekommen?
Oder wird da gar nichts erwaehnt?
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