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Brady
22.03.2008, 12:44
Leiblichkeit und Transkulturalität im Migrationskontext
Charlotte Uzarewicz/ Michael Uzarewicz
Einleitung
Das Konzept der Leiblichkeit und das der Transkulturalität haben eine grundlegende Gemeinsamkeit. Sie wenden sich gegen das verstofflichende Denken, gegen die Manie, alles fest-schreiben und fest-stellen zu müssen. Beide Konzepte transzendieren die Grenzen der Kategorien und versuchen so, den lebendigen Erfahrungen und dem unmittelbaren Erleben auf die Spur zu kommen. In der vorliegenden Analyse des Fallbeispiels von Herrn Aydogan wird die Hypothese aufgestellt, dass das Hauptproblem im Umgang mit Migranten in der gesundheitlichen Versorgung eben nicht in erster Linie ein Sprachenproblem ist, wie die Literatur es mannigfach beschreibt, sondern „Berührungsprobleme" bzw. –barrieren im leiblichen Sinne. Gleichzeitig wird in den Ausführungen die Praxistauglichkeit des Leibkonzeptes überprüft und aufgezeigt, welche zusätzlichen Erkenntnisse dadurch erschlossen werden können. Das Leibkonzept kann helfen, einerseits die eigenen, hiesigen kulturellen Selbstverständlichkeiten, die in den verschiedenen Rollenmustern zum Tragen kommen, zu erkennen, andererseits professionell mit Menschen umzugehen. „Die oft vorschnellen Aussagen ‚der ist doch gesund’ oder ‚der spricht nicht deutsch’ bedeuten im übertragenen Sinne: ‚ich weiß nicht, wo und wie ich anfangen soll zu untersuchen, zu fragen, ich verstehe sein Normen- und Kultursystem nicht und welche Bedeutung darin Gesundheit und Krankheit haben (...)’" (Theilen 1985: 314).

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http://www.gnp-online.de/fileadmin/media/Leiblichkeit_und_Transkulturalitaet_im_Migrationsk ontext_Dez_06.pdf