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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fakultativ geschlossene Station



eunerpan
13.03.2008, 17:16
Hallo zusammen!

Inspiriert von einer Hospitation auf einer fakultativ geschlossenen Sektorstation, die IMMER ihre Türe "offen" hat, dachte ich, ich stell das Thema auch hier zur Diskussion

Die Station hat auch Patienten, die per Beschluss dort untergebracht sind und auch eine Menge Gewaltpotential zu bewältigen und trotzdem haben die per "Türdienst" immer die Türe "offen".

"Türdienst" bedeutet das einer immer an der Türe sitzt mit einer aktuellen Ausgangsliste und im AUge hat wer geht und wer kommt
Eine weiter Aufgabe dieser Person ist es aber nicht nur darauf zu achten das keiner flüchtet sondern auch Angehörige, Betreuer, Richter etc. in Empfang zu nehmen und an die zuständige Person zu verweisen.
Ebenso ist diese Person eigentlich die mit dem besten Überblick über die Patienten und ob sie sich im Ausgang befinden oder sich zu der entsprechenden Therapie abgemeldet haben oder evtl auch zu einer Untersuchung etc sind ....

Was haltet ihr von so einem "Türdienst"?

Würde mich über eine angeregte Diskussion freuen und beantworte auch gern weitere Fragen dazu :)


Lieben Gruss

Brady
13.03.2008, 19:45
Was haltet ihr von so einem "Türdienst"? Hallo eunerpan,

irgendwie erinnert mich das an einen "Türsteher" oder aus "Rausschmeißer" einer Lokalität*gg*.
Finde ich ehrlich gesagt merkwürdig. Solchen "Dienst" würde ich nicht machen wollen.

Zudem wenn es eine fakultativ geschlossene Station ist, warum ist sie dann immer offen?
Ist dort soviel Pflegepersonal, dass man jemanden dort abstellen kann?
Zudem ist es doch auch nicht besser, ob sie abgeschlossen ist und jemand aufschließen geht, oder jemand sitzt davor.....*grübel*
Was soll der tiefere Sinn dabei sein? :D

Liebe Grüße Brady

eunerpan
13.03.2008, 19:59
Hallo Brady !

Fakultativ geschlossen, weil es ja die Möglichkeit gibt die Tür zu zu machen - wird bei denen aber gar nicht bzw nur mal für ca 15 min oder so genutzt, wenn es wirklich heikel ist

Ich finde das macht eine ganze Menge aus, wenn die Patienten einen nicht immer fragen müssen, ob man ihnen aufschliessen kann .... das entspannt die Situation ungemein

Bei denen hatte es auch nicht den Charakter eines "Türstehers", es waren auch viele Patienten bei dem "Türdienst", somit war es auch da eine angenehme Athmosphäre und man konnte gut mit den Patienten in Kontakt kommen

Viel Personal würd ich da auch nicht sagen .... ich finde aber es macht zeitlich keinen grossen Unterschied ob ich alle Nase lang zur Tür gehen und jemanden rein oder raus lasse oder jemand direkt die ganze Zeit da sitzt ....
Da können die anderen Kollegen wenigstens Dinge auch vielleicht endlich in Ruhe zu Ende bringen ohne ständig vom Klingeln gestört zu werden und die Patienten müssen mit ihrem Ausgangswunsch nicht warten bis ich Zeit habe aufzuschliessen.


Hoffe ich habe noch ein paar Fragezeichen beseitigen können und es ein wenig besser vedeutlichen :)


Lieben Gruss

Brady
13.03.2008, 20:09
Hallo eunerpan,

ok, jetzt kann ich es mir besser vorstellen. Könnte man ja auch auf anderen Stationen ausprobieren, gibt ja auch Stoßzeiten, wo mehr Besucher, oder mehr Patientenausgänge sind.

Kann mir dann auch vorstellen, dass der Patient beruhigter ist, oder auch direkt beruhigt werden kann, wenn er nicht rauskommt, als wenn er an einer geschlossenen Tür rappelt, wo keiner vom Personal ist.

Liebe Grüße Brady

eunerpan
13.03.2008, 20:15
Könnte man ja auch auf anderen Stationen ausprobieren, gibt ja auch Stoßzeiten, wo mehr Besucher, oder mehr Patientenausgänge sind.

Wie meinst du das? :)

Brady
13.03.2008, 20:19
Hallo eunerpan,

wir haben geschlossene Stationen, die immer zu sind. Dort könnte man ja auch in den Besuchzeiten oder Ausgangszeiten diese Möglichkeit mal ausprobieren.

Liebe Grüße Brady

eunerpan
13.03.2008, 20:25
Sicher das die geschlossenen bei euch nicht auch nur fakultativ geschlossen sind? :)

Deswegen bin ich ja auch dagewesen .....um unsere Türe auch mehr auf zu haben ....

Aber warum nur zu Besuchszeiten? Und gibt es wirklich Ausgangszeiten?
Gehen Pat. nicht auch mal allein zum EKG o.ä?


Lieben Gruss

Brady
13.03.2008, 20:33
Ja, klar. Also ich hätte es auch lieber, dass die Türen mehr auf wären. Ich sehr auch das durch die ständige geschlossene Türe, die Situation der Anspannung und Unruhe beim Patienten grösser wird.

Aber ich denke an meine Kollegen, die brauchen erst ein wenig mehr Überzeugung dazu*fg* und da wäre so eine Spanne an Zeit...Besuchzeiten, Ausgangszeiten ...eine gute Gelegenheit.....

Liebe Grüße Brady

Paul
13.03.2008, 21:55
Guten Abend zusammen,

während meiner Ausbildungszeit 94-97 habe ich miterleben können wie die ersten mal Türen auf Akutstationen geöffnet werden konnten. Damals auch mit "Türsteher". Die Veränderung auf Station war beeindruckend. Zuvor war die Abteilung ein Pulverfass, nach relativ kurzer Zeit entspannte sich die Situation zunehmend.
Später habe ich in einem andern Klinik auf einer rein geschossenen Abteilung gearbeitet, mit Türschleuse und einem Personal, das davon ausgegangen ist das ein psychisch kranker Mensch grundsätzlich eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt und deshalb auch geschossen "verwahrt" werden muss. Den Wahnsinn habe ich keine 12 Monate ausgehalten und bin dann gegangen.
Meine letzte Erfahrung auf einer Akutstation hat mir gezeigt, dass es möglich ist die Türe grundsätzlich offen zu halten, ohne "Türsteher" und in nur seltenen Fällen zu schliessen.
Ich denke die Einzelbetreuung akut gefährdeter Patienten als Alternative zum schliessen ist möglich, aber nicht immer die Weisheit letzter Schuss. Denn wenn die Belastung für den Patienten und dann auch für die Betreuungspersonen zu hoch ist bringt das oft keinen Sinn, oft ist es aber möglich.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch in solchen, für den Patienten sehr schwierigen Phasen, Absprachen möglich sind.
Persönliches Fazit :)
Grundsätzliches abschliessen wird den Klienten nicht gerecht, das Mass an Sicherheit ist, wenn überhaupt nur unwesentlich höher. Denn suizidiert haben sich Menschen auf geschossenen Abteilungen auch und werden es auch weiterhin.
Nur offen, bringt paradoxer Weise, hin und wieder auch eine grosse Belastung für Klientin und Mitarbeiter mit sich.
Somit würde ich vorschlagen, die Türen sind grundsätzlich offen (ohne Türsteher). Wenn es die Umstände tatsächlich erfordern kann geschossen werden, mit schriftlicher Begründung der Massnahme.

Diese Gedanken sind jetzt keine Wunschvorstellung sondern erlebter Alltag ;) nicht auf Abteilungen mit freiwilligen Klienten, sondern mit ganz normalem Versorgungsauftrag, Akut- Aufnahmestationen und unfreiwilligen Eintritten. Es geht ;)

Zu guter letzt noch:
In meiner ambulanten Arbeit betreue ich, hin und wieder, Menschen die im klinischen Setting aller Wahrscheinlichkeit nach Einzelbetreut werden würden. Es geht!!!! Die Klientin sind rückblickend oft sehr dankbar und für eine Pflegekraft ist es ein schönes Gefühl nicht über den Faktor "Sicherheit" jemanden begleitet zu haben, sondern über das entgegengebrachte Vertrauen, was letztendlich Sicherheit mit sich bringt.

viele Grüsse
Paul

Paul
13.03.2008, 22:00
ein Nachtrag noch, damit hier kein verzerrtes Bild entsteht:rolleyes:

All die Entscheidungen über offen oder geschossen gingen sehr häufig, mit grossen Diskussionen einher, was glaube ich oft sehr zermürbend ist und dann wird halt in der ein oder anderen Abteilung wieder geschossen, weil es vertrauter ist :(


Paul

diamondice
14.03.2008, 08:52
Mal vorab, ich arbeite auf der gleichen Station (19 Planbetten) wie eunerpan und ich kenne auch die Station, auf der sie hospitiert hat.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass mit einer wie auch immer offenen Türe die Station deutlich ruhiger und die Gruppe der Patienten entspannter ist. Es ist ein Beitrag zu einem genesungsfördernden Milieu.

Auch wenn ich immer noch sage, dass eine Tür mit Türdienst für mich nicht gleichbedeutend mit einer offenen Tür ist, halte ich das dennoch für eine Option, die sich zu testen lohnt. Besser so als gar nicht und ich möchte das gern bei uns probieren.

Jetzt kommt das "Aber": Wenn ich diese Option nutzen will, muss ich die Rahmenbedingungen dazu schaffen, die zu allererst mal personeller Natur sind.
Ich habe gestern Spätdienst gehabt, 2 Examinierte. Die Chance einen Türdienst zu stellen war nicht gleich Null, sie war weit im negativen Bereich. Wäre ein Dritter dagewesen, wäre auch er anderweitig eingebunden gewesen. Wir mussten uns Hilfe von anderen Stationen holen.
Über eine Veränderung der Dienstverteilungen muss dann vorher entschieden werden und eine Mindestbesetzung von ständig 3 Pflegekräften ist unterste Grenze, auch wenn man nicht immer von solchen Extremsituationen wie gestern ausgehen sollte.
Allerdings sollte man nicht unterschlagen, dass ein solcher Türdienst natürlich auch einiges an Kontakten bindet, was dann für die anderen eine Entlastung bedeutet.

Allerdings weiß ich, dass auf der Hospitationsstation auch andere Berufsgruppen diesen Dienst versehen sollen (Soz. Arb., Psychologen, Ärzte etc.) Das ist mein Stand von vor ca. 1 Jahr. Daran hätte ich gestern meinen Heidenspaß gehabt.




Somit würde ich vorschlagen, die Türen sind grundsätzlich offen (ohne Türsteher). Wenn es die Umstände tatsächlich erfordern kann geschossen werden, mit schriftlicher Begründung der Massnahme.


@Paul: Eigentlich machen wir es gerade so und die Tür ist häufig zu .

diamondice
14.03.2008, 08:54
Kleiner Nachtrag:

Ich würde das dann nicht mehr "Fakultativ geschlossene Station" nennen.

Beschützte oder Geschützte Station gefiele mir besser. Ich denke es macht auch etwas aus, wenn das "Geschlossen" aus dem Namen verschwindet, insbesondere für neue Patienten.

eunerpan
14.03.2008, 09:12
Guten morgen zusammen!

Ich denke auch das sich die Bezeichnung der Station ändern sollte ... "geschützte Station" fänd ich gut

Ich glaube, das es auch trotz 2er Besetzung gehen würde....*mal optimistisch bin* .... denn ich glaube, es ist eine Frage der Arbeitsorganisation und der Priorität
Wenn meine Priorität ist die Station auf zu haben, dann macht der, der den "Türdienst" hat vielleicht auch das, was er von dem Platz aus sonst noch tun kann z.B. Med. verteilen, RR- Messungen etc.

Ich glaube man muss einfach so mutig sein und es ausprobieren .....das Beispiel zeigt ja das es geht :)

Die Station auf der ich war, arbeitet seit 3 Wochen so .... die andere Station in dem Haus schon seit ein paar Jahren
und die Rückmeldungen aus den 3 Wochen war, das sich die Sit. dort deutlich entspannt hat und es auch ein viel saubereres Millieu gibt und es weniger Fixierungen gab.

Ich denke es muss sich aber auch was in den Köpfen ändern....allerdings würde man da ewig warten, wenn man das als Vorraussetzung für so einen Versuch nimmt ;)


Lieben Gruss

diamondice
14.03.2008, 09:33
Ich glaube, das es auch trotz 2er Besetzung gehen würde....*mal optimistisch bin* .... denn ich glaube, es ist eine Frage der Arbeitsorganisation und der Priorität

Ich glaube, dass das in einer Vielzahl der Fälle funktionieren kann, aber keine Kontinuität über einen gesamten Dienst haben kann.
Eine von 2 Pflegekräften fällt auf der Station sofort aus bei Neuaufnahmen, Bezugsgesprächen, Grundpflege, Pflegetherapeutischen Gruppen, Konferenzen, Übergaben und und und...

Dann sitzt da nur noch jemand an der Tür, der im besten Fall die Patienten, bei Bedürfnissen, die nicht von diesem Platz aus zu befriedigen sind, vertrösten kann bis der andere wieder da ist. Da zweifle ich die "Türpriorität" an.

Das ist nicht nur Arbeitsorganisation sondern auch das Schaffen von Rahmenbedingungen um eine Kontinuität(!) zu gewährleisten. Sonst gibt es ein wildes, ununterbrochenes hin und her zwischen offen und geschlossen


Ich glaube man muss einfach so mutig sein und es ausprobieren .....das Beispiel zeigt ja das es geht :)

Probieren sollte man es auf jeden Fall, es wird sich ja zeigen ob's klappt. Ich bin zu allen Schandtaten bereit.:D


Ich denke es muss sich aber auch was in den Köpfen ändern

Das ist mir zu leicht. So wird die Arbeitsbelastung und Verantwortung einseitig auf die Pflege an der Basis verlegt. Wie gesagt, Rahmenbedingungen sind vorher zu schaffen. Meine Meinung.

eunerpan
14.03.2008, 09:41
Zitat von eunerpan
Ich denke es muss sich aber auch was in den Köpfen ändern

Das ist mir zu leicht. So wird die Arbeitsbelastung und Verantwortung einseitig auf die Pflege an der Basis verlegt. Wie gesagt, Rahmenbedingungen sind vorher zu schaffen. Meine Meinung.


Damit waren nicht ausschliesslich pflegerische Köpfe gemeint ;)

Und ich glaube, das man das Personal anders planen kann, sodass es einen 3. im Dienst geben könnte ......


Lieben Gruss

diamondice
14.03.2008, 10:03
Damit waren nicht ausschliesslich pflegerische Köpfe gemeint ;)

Und ich glaube, das man das Personal anders planen kann, sodass es einen 3. im Dienst geben könnte ......


Umso besser! Das sind doch Rahmenbedingungen, wie ich sie meine.

Na dann mal los und lass uns machen.:D

Da gibt es zwar noch Einzelheiten zu überlegen, aber ich denke das läßt sich klären.

monimu23
22.07.2008, 17:20
Hallo ihr Lieben...

Ich bräuchte mal ein paar Tips und Ratschläge von Euch !!!
Ich arbeite nun schon seit einer Weile in einer psychiatrischen Klinik, genau genommen in der Gerontopsychiatrie , die ab 60 aufwärts los geht.
Nun ja unsere Station, ist so schön, wie man zu sagen pflegt, fakultativ geschlossen, in der letzten Stationsversammlung, sprachen wir davon, die Tür in naher Zukunft zu öffnen, jedoch müsste immer eine Kraft, auf dem Stationsflur sitzen und aufpassen, was auch nicht gerade Sinn macht bei ca 20 Patienten mit fortgeschrittenen Demenzen etc. so wären es nur noch 4 Mann an Personal. Eine davon ist unsere Stationsschwester, die zeitweise im Dienstzimmer zu tun hat, die andere Kraft im Tagesraum und Küche ist mit noch jemanden und dann hört es auch schon auf...
Kurz gesagt, was hättet ihr für Vorschläge, was man machen könnte um die Station offen zu halten, auch ausserhalb der Besuchszeiten, denn glaubt mal, es ist nicht immer schön einen Richter, der wegen einer richterlichen Unterbringung kommt, Rechenschaft ablegen zu müssen warum die Station geschlossen ist...Zumal das ja auch ziemlich grossen Ärger geben kann, mit Fixierungen ebenso.
Meine Station hatte auch schon eine Lichtschranke, doch die hat nur gepiept, wenn die Patienten gerade mal ein Meter davor waren...jedoch auch gepiept, wenn Besuch kam, also von daher musste man dann auch rennen und schauen, wer jetzt abhanden gekommen ist...
ich warte auf eure antworten und würde mich sehr freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet bzw würdet, ....

vielleicht bekomm ich dann eine verlängerung, hmmmm leider mein Vertrag läuft im Oktober aus. :schuld


liebe grüsse sendet nicole

diamondice
28.07.2008, 18:31
Hallo Nicole,

wenn auf Eurer Station Patienten sind, die die Station nicht verlassen dürfen und dies trotzdem versuchen, aus welchen Gründen auch immer, müsst ihr entweder die Tür geschlossen halten oder sie beobachten.

Ein anderer Ansatz ist das Denken zu verändern: Passiert wirklich was Schlimmes, wenn einer der Pat. die Station verläßt? Oder ist die eigene Phantasie nicht zu produktiv?

Abläufe lassen sich auch verändern, so dass sich Kapazitäten für eine offene Kernzeit ergeben. Für so manche administrative Tätigkeit muss mann nicht im Dienstzimmer sitzen. Die lassen sich auch auf dem Flur durchführen.

Cassiopaia
30.07.2008, 13:59
Hallo!
Also, als erstes mal an Diamondice/Eunerpan: Was ist denn mit eurem "Versuch"? Mal gestartet? Dann erzählt doch mal! Würde mich intressieren....
@Nicole: Ganz ehrlich, ich hätte da keine große Hoffnung für eure Station. Ich arbeite auch auf einer geschlossenen Gerontostation, fast ausschließlich Demenz-Patienten. Ich bin echt offen für Neues, auch für Versuche und ganz massiv gegen freiheitsentziehende Maßnahmen, aber eine Öffnung meiner Station würde ich wirklich ablehnen. Ich brauche die Kollegen in den Zimmern, direkt bei den Patienten. Und vor unserer Stationstür ist leider kein "Wohnzimmerbereich", so, daß ich den Türdienst mit Patientenbeschäftigung verbinden könnte. Auch sonst haben wir gerade zur Besuchszeit kaum administrative Tätigkeiten zu erledigen, die ich währenddessen bzw. am Flur machen könnte. Das würde für uns einen Wegfall einer Pflegekraft mit minimaler Entlastung zwecks unnötigem zur Tür gehen bedeuten. Das ist es nicht wert. Wirklich nicht!

@alle: Erklärt mir Unwissenden jetzt auch noch wer, was der Unterschied zwischen einer fakultativ geschlossenen und einer geschlossenen Station*???* ist?

LG
Cassiopaia

diamondice
30.07.2008, 15:41
Hi,

eine geschlossene Station ist immer geschlossen.

Eine fakultativ geschlossene Station firmiert offiziell als offene Station, die bei Bedarf geschlossen wird. ( Diese Formulierung umgekehrt käme der Wahrheit allerdings deutlich näher )

Der Versuch, na den Bericht überlasse ich doch lieber dem Melperönchen.:D:Herz

vader
29.06.2009, 22:37
hallo,

ich arbeite auf einer "geschützten" Station.
Wir planen einen Testlauf mit offenen Türen.

In der Vorbereitung dafür werden wir im Vorfeld einige unserer "Sicherheitsstandards" verändern.
dazu gehört ein prinzipiell anderer Umgang mit den Ausgangsregelungen. Zur Zeit muss sich sozusagen der Ausgang verdient werden, wir wollen aber dahin das im Prinzip fast jeder neue Patient am Anfang "freien" Ausgang hat und nur wenn es aus "Gefahren-Gründen" nicht möglich ist den Ausgang zu schliessen.

Die Handys mussten immer abgegeben werden, was nun nicht mehr ist. Sie müssen Nachts ausgeschaltet sein und dürfen generell nicht zu Belästigungen führen.

Unser Ziel ist es, dem Patienten mehr Eigenverantwortung zu geben.

Wir planen Umbau Maßnahmen, um zum Beispiel den Flurdienst umzusetzen. Der Flurdienst wird wesentlich mehr Patientenkontakte haben (zumindest gehen wir davon aus) und wir versuchen direkt eine Art Beschäftigungstherapie mit einzu planen. Es soll mehr Aktivitäten auf dem Flur stattfinden.

Wir werden wohl auch andere Dienstplanmodelle testen, um den Flurdienst zu ermöglichen.
Wir peilen eine Öffnung der Türen von 08:30 Uhr bis 20:00 Uhr an, und nur in Krisensituationen das Schliessen der Tür (Innerhalb dieses Zeitraumes)

Mein Frage: Haben andere hier Erfahrung mit "Offenen Akutstationen"? Was für Vorbereitungen musstet ihr treffen um das zu ermöglichen?


Gruß

vader



PS: Ich hoffe das ist jetzt nicht Offtopic

Kamel
28.07.2009, 06:51
Hallo, ich abreite zeit kurzen in einer Einrichtung( siehe auch Nachtdienst) in der psychisch kranke Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen untergebracht sind.Auch wir haben wenn alles voll belegt ist zwei Gruppen mit " beschützender Wohnform" . Es gibt immer wieder Diskussionen darüber was noch im Rahmen ist und was nicht. D.h. wie viel Personal habe ihr auf wieviel Bewohner? Wie viel müssen es sein ( gesetzliche Vorschriften?)
Wie ist bei euch der Tag strukturiert und die Kontakte? Also bei uns sind die Türen der Bewohner offen,vorn gibts ne Schleuse,aber zu den Zeiten der tagesstrukturierenden Maßnahmen sind alle Bewohner ( bei voller Belegung 27) zusammen,nutzen die Räumlichkeiten zusammen und sollen zusammen beschäftigt werden von dann max. 3 Leuten Personal.Nachts ist einer für alle zuständig,also es gibt im Haus nur ein Personal.Wie regelt ihr das und welche Gesetze gibt es?
Ich möcht in der Einrichtung gern weiter arbeiten,doch bin ich schon am überlegen ob man sich bei ser Struktur und der Belegung des Personals nicht ganz massiv Gefahren aussetzt die zu umgehen wären.
Ich bin gspannt auf eure Antworten.
Lg Kamel

Kamel
03.08.2009, 08:08
...ich noch mal. Wahrscheinlich haben wir Glück das sich was zum positiven ändert,negativer geht ja eh nicht mehr.*no*( Ist eigentlich nicht zum lachen, aber....)
Habe gerade erfahren das schon auf die Vorfälle reagiert worden ist weil zum Glück der Arzt der bei uns immer ist sich nicht an seine Schweigepflicht hält,es weiter geleitet hat und unsere liebe Frau Heimleitung eigentlich die Sicherheit für Personal und die Leute die hier leben im Ort schon verbessert hätte haben müssen.Die traut sich das doch direkt das sie das einfach übergeht.Nun bekommt sie dank mir, und ohne das mein Name fällt, die Woche noch einmal Besuch dem sie sagen und beweisen muss das sie z.B. an der einen Besetung des Personals in der Nachtschicht für die gesamte Einrichtung was geändert hat,hat sie aber nicht so ein Pech für die arme Heimleitung denn das wird der Zentrale gemeldet und die waren von den Zuständen bei uns schon vorher nicht begeistert.
Mal sehen was sich tut.
Lg Kamel