Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegeplanung -lästiges Übel oder Basis der täglichen Arbeit
Seit 1985 ist gesetztlich festgeschrieben ,dass für jeden Patienten eine Pflegplanung erstellt werden muss ,auf deren Basis der Patient gepflegt werden soll.
Wie sieht das in eurem Alltag aus ?
Durch Hospitation in Altenpflegeinrichtungen weiss ich, dass es da tatsächlich umgesetzt wird ,weil es auch vom MDK gefordert und auch überprüft wird Aus der Ambulanten Pflege habe ich ähnliches gehört. Allerdings sieht es offensichtlich in vielen Krankenhäusern immer noch anders aus. Mich würde intreressieren wie das bei euch gehandhabt wird.
Flocky
Dann schildere ich mal den Ist-Zustand:
Bei uns ist das stationsabhängig.
Auf den meisten Stationen ist die Pflegeplanung "gestorben". Ich habe kürzlich die Station gewechselt und hier bei mir besteht die Auffassung (woher auch immer), dass sie sogar abgeschafft wurde. Die meisten Pflegekräfte halten eine geplante Pflege bei mir für vollkommen überflüssig. Allen voran die Leitung.
Kontrollen der Dokumentation gibt es bei uns seit Jahren nicht mehr - nur, wenn eine Beschwerde etc. eingeht.
Jetzt gibt es bald neue Kurven mit bestimmten Behandlungspfaden. Dort ist überhaupt kein Platz für eine Pflegeplanung vorgesehen. Ich finde, das ist auch ein deutliches Signal der mitwirkenden PDL, welche Relevanz sie darin sieht, dass ihr das scheinbar nichtmal auffällt (oder auch nicht für wirklich notwendig hält).
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Bei den Pflegekräften finde ich die Entwicklung für "interessant".
Trotz vielen Veränderungen in den letzten Jahren blieb die Ausrede (warum keine Pflegeplanung) doch immer konstant: Keine Zeit und nicht notwendig um professionell zu pflegen.
Damit will ich sagen, dass es in der Pflege hier eigentlich keine Entwicklung im Sinn von Weiterentwicklung gibt. Viele Baustellen....
Grüße
Michl
Hallo zusammen,
mit Ausnahme von Pflegeplanungen innerhalb der Fachausbildung (zu Prüfungszwecken) habe ich nie irgendwelche Pflegeplanungen geschrieben. Im stationären Bereich nie, aber vielleicht lag es daran, dass ich meist auf Intensiv gearbeitet habe.
Solange Pflegeplanungen sich individuell an einem Patienten orientieren, ist dies sicher ein gutes Instrument, allerdings kann ich diesen pauschalisierten Planungen nicht wirklich etwas abgewinnen. In all den Jahren, wo mir Pflegeplanungen theoretisch immer mal wieder begegnet sind ist es aber auch noch nie jemand gelungen mir zu verdeutlichen wie die Umsetzung der Theorie praktikabel umgesetzt werdenn kann. Wie und wo ich eine Pflegeplanung in meinem Alltag umsetzen könnte, dazu fehlt mir leider die Phantasie.
Gruß Behid
marmotte
02.03.2008, 14:14
Hallo
im zweiten Block unseres Unterrichts war die Pflegedokumentation Thema, und unsere jetztige Lernaufgabe besteht darin, eine "halbe" Pflegeplanung zu schreiben: Pflegeprobleme nach Priorität und die vorhandenen Ressourcen aufführen. (Also keine Ziele, keine Maßnahmen und deren Durchführung formulieren)
Wir haben gelernt, daß Pflegeplanung ein "unverzichtbares" Qualitätsmerkmal für Pflege sei. Auf meine Frage hin, ob sich das überhaupt lohnt auf Stationen, wo Patienten nur sehr kurz verweilen, bekam ich die Antwort, es sei ein MUSS, Pflegeplanungen zu schreiben.
Mir fällt die Lernaufgabe etwas schwer, denn hier auf der Entgiftungsstation lautet die Pflegeplanung bei allen Patienten gleich............ Nun denn, ich hoffe, mir wird etwas einfallen :D
liebe Grüße
marmotte
Oldtimer
02.03.2008, 18:57
Wir machen im ambulanten Dienst bei Kunden auch Pflegedoku, wird aber öfters vernachlässigt, aber wehe wenn der MDK sich anmeldet, dann geht erst richtig los, alles nachtragen was vorher vergessen wurde und evaluieren! Soll ja alles in Ordnung sein, denn der MDK prüft ganz genau!!
Ich nenne es oft Arbeitsbeschaffungsmaßnahme !
Gruß Oldtimer
Bei den Pflegekräften finde ich die Entwicklung für "interessant".
Trotz vielen Veränderungen in den letzten Jahren blieb die Ausrede (warum keine Pflegeplanung) doch immer konstant: Keine Zeit und nicht notwendig um professionell zu pflegen.
Mir stellt sich die Frage warum ist es so ?
Wie kommt es dass seit mehr als 20 Jahren so ausgebildet werden soll und auch wird und es trotzdem weiter blockiert wird ?
Was wird in der Aubildung vermittelt ? Und warum klappt der Theorie Praxis Transfer nicht ?
Und letzendlich wo bleiben die Konsequenzen ?ist die Umsetzung politisch Überhaupt gewollt?
Wenn es in der vorgegebenen Form nicht umzusetzen ist wo bleiben die Modifikationen ?
Wer blockiert hier eingentlich wen ? Steht sich die Pflege selbst im Weg ?
Mir stellen sich in dem Zusammenhang mehr Fragen als ich Antworten finde.
@ Michl
Du schreibst dass es Stationsanhängig ist - gibt es Stationen wo die Pflegeplanung erfolgreich umgesetzt wird ?
Oder kann mir sonst irgendjemand 1 positives Beispiel nennen ?
fragt sich etwas ratlos
Flocky
@ Michl
Du schreibst dass es Stationsanhängig ist - gibt es Stationen wo die Pflegeplanung erfolgreich umgesetzt wird ?Vor einigen Jahren habe ich auf einer Station gearbeitet, wo die Pflegeplanung umgesetzt wurde. D.h. nicht nur, dass sie "geschrieben" wurde, sondern auch, dass die Pflegeberichte und Übergaben sich daran orientierten (damit also die Evaluation). Viele Mitarbeiter machten dies aber auch nur, weil sie "mussten".
Es gibt bei uns noch Stationen, dort wird auf jeden Fall Pflegeplanung "geschrieben". Das ist, was ich sehe, wenn ich Patienten von dort zuverlegt bekommen. Wie sie in die Praxis umgesetzt (also, wie sie gelebt wird) weiß ich natürlich nicht.
Und warum klappt der Theorie Praxis Transfer nicht ?Weil die Theorie die Praxis nicht berücksichtigt. Zumindest fehlen da in den somatischen Bereichen - für die ich nur sprechen kann- ganz klare Modelle. Es ist alles etwas "schwammig". Das fängt schon an bei der Definition von "Pflegeproblem" (was überhaupt ein dokumentationswürdiges Problem ist).
Meine Erfahrungen: Fragst Du 10 Pflegepädagogen, kriegst Du 10 verschiedene Antworten zu dem Thema.
Dann noch meine Meinung:
Pflegeplanung macht Sinn. Ich erlebe zur Zeit täglich neu, dass ich quasi in jeder Schicht mir selbst einen aktuellen Stand erarbeiten muss. Ich kann aus der Doku nicht ersehen, welche Einschränkungen und Ressourcen ein Patient hat..lediglich, welche Hilfestellungen er bekommt. Und selbst diese sind oft so standardisiert, dass sich hier kein wirkliches Abbild für eine zielgerichtete Pflege (wohin wollen der Patient und ich?) ableiten lässt.
Ich hoffe, dass ich hier im Studium noch die Erleuchtung bekomme und auch mal eine endgültige Meinung zu dem Thema bilden kann. Was ich mittlerweile lernen durfte ist, dass es immer ein Problem gibt, wenn Modelle aus anderen Ländern (und damit Kulturkreisen) übernommen werden.
Bei der Pflegeplanung wurden wohl auch die Rahmenbedingungen in Deutschland nicht genug berücksichtigt, sowie der Stand der Praxis im Allgemeinen. (Das habe ich jetzt nicht so gelernt, aber leite ich für mich aus verschiedenen Themenbereichen ab).
Wie ist denn die Akzeptanz in Ländern, die pflegewissenschaftliche Vorreiterfunktion haben? Also den USA und Großbritannien?
Grüße
Michl
Hallo,
bei uns (psychiatrische Klinik) werden flächendeckend Pflegeplanungen für jeden Patienten geschrieben.
Unsere Patientendokumentation läuft per EDV (Medicare). Hier laufen alle Patientendaten zusammen und die Einträge aller an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen (Ärztlich-Therapeutisch, Sozialdienst, Ergotherapie, Pflege) sind für jeden Mitarbeiter einsehbar.
Die Pflegeplanung erfolgt auf der Grundlage der NANDA Pflegediagnosen, die in unser System eingepflegt wurden. Es gibt zum Teil dort schon hinterlegte Textbausteine, die man auswählen/ anklicken kann - oder aber man macht Einträge per "Freitext".
Die tägliche Pflegedokumentation erfolgt auch bezogen auf die Pflegeplanung, die wiederum in regelmäßigen Abständen evaluiert wird.
Die inhaltliche Qualität der Pflegeplanungen ist nicht immer optimal - um es mal vorsichtig auszudrücken - aber immerhin funktioniert schon mal das System an sich. Und manche Planungen sind auch richtig gut.
Ich denke die Schwierigkeit ist tatsächlich die knappe Zeit. Gerade wenn´s eng ist, werden gerne 08/15 Pflegeplanungen erstellt.
Richtig sinnvoll sind die Planungen m.E. erst, wenn sie gemeinsam mit den Patienten im Rahmen eines Bezugspflegesystems erstellt und evaluiert werden.
LG Duria
Da fällt mir etwas zu meiner Arbeit in Italien in der Anästhesie ein. Dort gab es nicht nur eine Pflegeplanung, dort wurden auch i.v. Gaben nicht dokumentiert.
Beispiel:
Op zu Ende, Pat. übergibt sich, nach Rücksprache mit Anästhesist bekommt Pat. Dehydrobenzperidol.
Ich wollte das zumindest auf dem Narkoseprotokoll vermerken, wurde aber von meiner Kollegin daran gehindert, dies sei ja nun nicht nötig, wozu auch? Ja wozu auch? Ich fand das schon wichtig für den AWR (ha ha, eine Abkürzgung) bzw. die Station, gerade, wenn es um die anschließende Gabe von Schmerzmitteln geht.
Da fällt mir etwas zu meiner Arbeit in Italien in der Anästhesie ein. Dort gab es nicht nur eine Pflegeplanung, dort wurden auch i.v. Gaben nicht dokumentiert.
Schreibfehler ? meinst du keine Pflegeplanung ?
Meine Erfahrung zeigen mir dass es am ehesten gelingt Pflegplanungen in Bereichen umzusetzen die längere Liegezeiten haben ,zumindest ist das mein persönlicher Eindruck . Auf den allgemein Stationen in den Krankenhäusern mit kurzen Liegezeiten scheint es sich nicht wirklich durchsetzen zu lassen. Obwohl ich der Meinung bin dass es auch das sinnvoll ist aber.....
Wir arbeiten seit ca. 11/2 Jahre auch mit einem EDV System das auch auf den NANDA Pflegediagnosen basiert . Ein Problem für uns war ,dass auf Station keiner im Umgang mit den Pflegediagnosen geschult wurde ,genausowenig mit dem Programm an sich . Wir erhielten eine kurze Einweisung von einer Stunde in das System an sich, und dann gings los übt mal schön . Mittlerweile haben sich einige von uns ganz gut eingefuchst und wir schaffen es mittlerweile für fast jeden (durchschmittliche Verweildauer 8,2 Tage) eine Pflegplanung zu erstellen . Wo es immer noch hapert ist tasächlich die Evaluation . Obwohl ich denke für die stümperhafte Vorgehensweise bei der Einführung sind wir schon ganz schön weit gekommen, und ich hoffe auch das wir den letzten Schritt auch noch schaffen.
Ich habe schon das Gefühl das Maßnahmen sehr viel gezielter eingesetzt werden und der Sinn und Zweck von Pflegehandlungen viel mehr hinterfragt wird .Ich kann mir auch vorstellen ,dass der Zeitaufwand den ich für die Erstellung einer Pflegplanung benötige eingespart werden kann ,weil ich vielleicht auf das eine oder andere Ritual verzichte und ,weil ich auch sehr viel bewusster die Ressourcen der Patienten mit einbeziehe .
Ich persönlich halte Pflegeplanung für ein Instrument mit dem ich denn Sinn und auch den Erfolg von Pflege nachweisen kann und damit ein entscheidendes Merkmal das Professionelle Pflege von der Laienpflege unterscheidet.
Ich finde es sehr schade ,dass sich das bisher noch nicht wirklich im Pflegealltag durchsetzen konnte.
Flocky
Hallo Flocky,
da haben wir ja bei uns richtig Glück gehabt. Es gab sowohl Schulungen zu den Pflegediagnosen, als auch zum Umgang mit der EDV...
Ansonsten habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass etwas bewusster über Ziele und Maßnahmen nachgedacht wird und vor Allem der Verlauf deutlicher wird und mehr ins Blickfeld rückt.
In der Psychiatrie ist es oft schwieriger a) die passende PD zu finden und b) sinnvolle Ziele und Maßnahmen zu planen (zumindest in meiner Vorstellung).
Aber interessant, von jemandem zu lesen, der auch nach NANDA Diagnosen arbeitet ... scheint nicht so verbreitet zu sein.
LG Duria
Schreibfehler ? meinst du keine Pflegeplanung ?
Ja, war zu schnell, keine sollte es natürlich heissen.
Pflegeentwicklung
06.03.2008, 22:56
Hallo,
also bei uns ist der Pflegeprozess das Arbeitsinstrument der Pflege (wüsste auch in der Literatur kein anderes?) (Haben seit 10 Jahren elektronische Patientenakte.)
Pat. bekommt bei Aufnahme Bezugsperson zugeteilt, die macht die Anamnese und direkt die Pflegeplanung. Ohne Pflegediagnostik, rein pragmatisch. Ziele des Patienten und der Pflegenden - Handlungsanweisung.
Einmal am Tag gibt es eine Übergabe, meist am Nachmittag nach Visiten etc. Morgens kommt man also und liest sich in der Pflegeplanung ein und pflegt dann den Patienten nach der Vorgabe was die Bezugsperson und Patient abgemacht haben.
So kann ich eine kontinuierliche Behandlung als Stellvertretung gewährleisten und der Patient muss sich nicht tgl. neu erklären.
Erstellung dauert zum Eintritt ca. 10 - 20 Min. - dafür sparen wir Übergaben ohne Ende ein - also deutliche Zeitersparnis - wichtig heutzutage.(4 Leute 5 Minuten Übergabe = 20 Minuten Arbeitszeit)
Kann mir nicht mehr vorstellen wir es ohne gehen könnte?
Und gerade in Ambulanter Pflege wo man nicht in der Runde zusammensitzen kann zum tgl. Austausch?
Für mich bedeutet Pflegeprozess Qualitätssteigerung durch Kontinuität und Zeitersparnis.
Gruss Pflegeentwicklung
Für mich bedeutet Pflegeprozess Qualitätssteigerung durch Kontinuität und Zeitersparnis.
Es geht also doch und das sollte doch auch das Ziel sein auf das wir in Deutschland hinarbeiten sollten. Denn gerade die fehlende Kontinuität ist meiner Ansicht nach im Alltag immer wieder ein Problem.
Es wäre interessant heauszufinden was bei der Einführung/ Umsetzung in der Schweiz anders gelaufen ist aber das wäre dann vielleicht eher ein berufspolitisches Thema .
Allerdings mach es mir Hoffnung dass sich der Pflegprozesss als Arbeitsinstrument doch noch durchsetzen wird , die Frage ist nur wann ?
Flocky
UlrichFürst
13.03.2008, 13:47
Was wird in der Aubildung vermittelt? Und warum klappt der Theorie Praxis Transfer nicht?
[...]
Und letzendlich wo bleiben die Konsequenzen ?
Ich nehme jetzt mal meine eigene Ausbildung: Wir haben bis auf einmal (?) nur theoretische Pflegeplanungen geschrieben. Das geht zwar von mal zu mal immer schneller, aber es dauert trotzdem oft noch eine Stunde oder länger, weil halt auch Probleme mit einbezogen werden, die es wahrscheinlich gar nicht gibt aber die ja theoretisch vorkommen könnten. Dito für die Resourcen (wobei die sowieso vernachlässigt wurden).
Natürlich weiß ich, dass eine praktische Pflegeplanung kürzer ausfällt, aber die abschreckend lange Dauer für eine Pflegeplanung bleibt im Gedächtnis. Soll ich mir jetzt zur Aufnahme eines Patienten 1 bis eineinhalb Stunden Zeit nehmen? :eek: Wie mache ich das bei sieben Zugängen in einer Schicht? :D
Kontrolliert keiner, angeordnet hat's irgendwie auch noch keiner so wirklich, lass ma des mal untern Tisch fallen.
Konsequenzen einer Pflegeplanung wären meiner Meinung nach der Wegfall von folgendem:
Pflegeplanung macht Sinn. Ich erlebe zur Zeit täglich neu, dass ich quasi in jeder Schicht mir selbst einen aktuellen Stand erarbeiten muss. Ich kann aus der Doku nicht ersehen, welche Einschränkungen und Ressourcen ein Patient hat..lediglich, welche Hilfestellungen er bekommt. Und selbst diese sind oft so standardisiert, dass sich hier kein wirkliches Abbild für eine zielgerichtete Pflege (wohin wollen der Patient und ich?) ableiten lässt.
Unterschrieben!
Natürlich wäre es optimal mit dem Patienten zusammen die Pflegeplanung durchzuführen, aber warum nicht erst mal nicht optimal aber doch mit Pflegeplanung aus dem Stillen Kämmerlein anzufangen. Die darf sich von mir aus auch gerne nur auf die Hauptprobleme beziehen.
Ich denke schon, dass sich durch eine Pflegeplanung Zeit einsparen lässt und zweitens Fortschritte nicht nur besser zu verfolgen sind, sondern auch schneller eintreten!
Ulrich
Hallo Ulrich,
Natürlich wäre es optimal mit dem Patienten zusammen die Pflegeplanung durchzuführen, aber warum nicht erst mal nicht optimal aber doch mit Pflegeplanung aus dem Stillen Kämmerlein anzufangen. Die darf sich von mir aus auch gerne nur auf die Hauptprobleme beziehen.
Ulrich
das sehe ich auch so. Der Idealzustand (Bezugspflege/ gemeinsame Erstellung) wird wohl leider (m)eine "Vision" bleiben ...
Ich denke auch, lieber eine, wenn auch kleine, reduzierte Pflegeplanung erstellen, die sich an der Praxis orientiert und auch nur die Dinge beschreibt, die wir tatsächlich tun, als eine super - ideale "theoretische" Planung, die zwar fachlich perfekt wäre, nett klingt, aber völlig an der Realität vorbei formuliert ist und lediglich auf dem Papier schön aussieht - aber nach der kein Mensch wirklich arbeiten kann.
Ich bin in der Regel eher eine Verfechterin der Individualität, aber ich denke, dass es schon sehr erleichternd ist, wenn man auf der Station (auch) standardisierte Pflegeplanungen hat, für Pflegephänomene, Pflegeprobleme, Pflegediagnosen (je nachdem womit man arbeitet) die gehäuft auftreten. Es gibt immer wieder KollegInnen, die bei der Formulierung unsicher sind und sich deshalb auch regelmäßig vor der Erstellung der PP "drücken".
LG Duria
Ich finde Pflegeplanungen recht wichtig, wir haben eine standartisierte die jeden Tag aktualisiert wird. Ausserdem schreiben wir für z.B. Verbände spezielle.
Die Frage ist nur wer es aktualisiert, wenn ich dann lese Transfer nach Bobath bringt mir die ganze Sache gar nichts!
Mir stellt sich jetzt die Frage gibt es hier jemanden der mit standardisierten Pflegeplanungen arbeitet und wenn ja wie sehen die aus?
Gibt es die Möglichkeit zum Beispiel im operativen Bereich sich an der Operation zu orientieren und das dann mit individuellen Problemen zu ergänzen ?
Oder eben auch im Bereich der Inneren an der Hauptdiagnose - arbeitet jemand mit solchen "Standardpflegplänen " ?
Wenn ja wäre ich sehr dankbar da mal ein Beispiel zu sehen .
Flocky
Die standartisierte ist nach den ATL´s aufgeteilt.
Es hat Dinge zum ankreuzen und auch Platz zum selber schreiben.
Z.B. Mobilisation und Bewegung
Hilfsmittel, und man muss das gebrauchte hinschreiben oder wie viele Hilfen erforderlich sind!
Essen und Trinken
Kostform, anreichen?, Hilfsmittel?
Ich hoffe es ist verständlich!
Pflegeentwicklung
17.03.2008, 23:03
Meines Erachtens muss man die Kollegen befähigen einfach das, was sie mündlich in der Übergabe mitteilen schriftlich festzuhalten. Keine wahnsinningen Ansprüche an die Ausdrucksweisen (ausser nicht nur defizitär zu schreiben und dass es auch messbar sein sollte (SMART Kriterien), denn eigentlich besprechen sie doch dort nichts anderes.
Der Patient soll dies und jenes erreichen und hat jene Ressourcen weil das Ziel ist, das er wieder nachhause geht und dann dies und jenes kann und wir üben mit ihm.....
Ich persönlich tue mich schwer damit, dass eine standardisierte Planung dies erreichen kann.
Zeitaufwand pro Patient bei uns (Erfahrungswerte) nicht mehr als 15 Min.und wie gesagt man spart viele Übergaben dadurch.
Beispiel:
Pat. hat eine Stomaneuanlage, Ressource: Er möchte möglichst selbstständig werden. Ziel:Bis 21.3. kann der den Stomabeutel ss leeren, bis 24.3. kann der den Beutel ss wechseln, bis 27.3. kann er die Platte ss wechseln. Massnahmen: Anleitung zu diesem und jenem (s.o.) Zeitpunkt, Infomaterial abgeben, ambulanten Pflegedienst informieren.
Genauso möglich bei psychischen Erkrankungen etc. - Vorlagen gibt es viele.
Wie man dies standardisiert machen möchte ist mir schwierig zu verstehen.
Kein Handwerker geht anders vor und sind wie nicht indirekt auch Handwerker *ok*
Lieben Gruss
Pflegeentwicklung
Und übrigens, in vielen Einrichtungen ist Bezugspflege Realität, die DRGs unterstützen uns dabei. Denn Bezugspflege macht nicht mehr Arbeit, sondern mehr Qualität....
UlrichFürst
18.03.2008, 07:57
Ich könnte mir schon eine standardisierte Pflegeplanung vorstellen. Die müsste nur entsprechend aufgebaut sein:
Z. B. Mobilisation: Felder für "noch keine post-OP Mobilisation", "kann sich mit Hilfe an die Bettkante setzen", "kann sich alleine an die Bettkante setzen", "Transfer Bett -> Stuhl mit Hilfe" usw.
Wenn man das jetzt ankreuzen oder besser mit Datum versehen kann und trotzdem genügend Freiraum noch für eigene Formulierungen hat, fände ich das geschickt, weil zeitsparend (ich spare mir das schreiben).
Könnte natürlich zumindest in der Papierversion ziemlich umfangreich werden oder die Vordrucke würden sich von Fachrichtung zu Fachrichtung unterscheiden müssen. Letzteres ist im Sinne einer einheitlichen Dokumentation nicht gut.
Ulrich
Auf Anregung von Ulrich greife ich diese Diskussion nochmal auf...
Hallo erstmal :-)
Vor geraumer Zeit hatte ich mit meinen Kollegen einer ehemaligen Station nicht unerhebliche Schwierigkeiten, was den Inhalt von Pflegeplanungen angeht. Dort bestand nicht die Diskussion, dass Pflegeplanung notwendig sei, sondern lediglich über den Inhalt.
So hieß es:
In die Pflegeplanung kommen nur Probleme, die aktuell sind und vom Patienten als Problem erkannt/empfunden werden.
Dieser Auffassung wollte ich (einsam und alleine) nicht folgen.
Ich war (und bin) der Meinung, dass ich als Fachkraft stellvertretend für den Patienten durchaus auch die Funktion habe, Gefahrenpotential zu erkennen und präventiv zu handeln. Das macht einen Teil der Professionalität aus. Und auch dies hat sich in der Pflegeplanung widerzuspiegeln.
Gegenargumente des Team:
- jeder Patient ist für alles irgendwie gefährdet ist (Killerphrasen)
- wir sind alle so professionell, dass wir die Prophylaxen ohne Pflegeplan durchführen
- dann gibt es zu viel zum Schreiben
- man muss schon froh sein, wenn alle aktuellen Probleme aufgeführt sind.
Mal ein Beispiel aus meiner beruflichen Praxis (operatives Gebiet) zur Verdeutlichung... (Wir benutzen ICNP, deswegen nicht an der Terminologie stören, die im Übrigen hier nicht zu 100% richtig angewandt wurde.)
Problem:
Akut kontinuierliches mittelgradiges Risiko für Dekubialulcera an den exponierten Körperstellen post-op (z.B. Hüft-TEP)
Braden-Skale: 17 P.
(kriegen gerne ohne Pflegeintervention Dekus z.B. an den Fersen des operierten Beines)
Ziel:
Haut ist 2-stdl. druckentlastet, Hautschäden sind vermieden.
Maßnahmen:
schiefe Ebene 2stdl., Fersen frei lagern, "Bewegungsplan" (Protokoll), Hautverhältnisse 1mal pro Schicht kontrollieren, ggf. Hautpflege
Laut Exkollegen ist dies falsch, weil:
1. jeder operierte Patient dekubitusgefährdet zu irgendeinem Grad ist.
2. dies für den Patienten kein Problem darstellt
3. ich nicht MEINE Probleme dahin schreiben soll (ist es denn mein´s?)
4. das alles in Standards steht (muss man dessen Anwendung nicht auch begründen können/sollen?)
5. "wir" so professionell sind, dass wir das machen ohne es planen zu müssen
6. man dann alles mögliche hinschreiben könne, was passieren könnte, keine Zeit, kein Platz, Besinnung auf das Wesentliche...,
... ich weiß nicht, ob noch mehr kam. Irgendwann, zugegen, habe ich nicht mehr zugehört und nur noch Schlagworte im Gedächtnis...
Genauso falsch wäre übrigens:
...selber Patient:
Problem:
Akute, kontinuierliche hochgradige Beeinträchtigung der Selbstfürsorge Transfer des eigenen Körpers post-op (TEP)
Ziel: NZ1: läuft mit Gehbock und 1 Begleitperson 2 Zimmerlängen
NZ2: mobilisiert sich alleine an den Bettrand, läuft 2 Zimmerlängen mit 2 Unterarmgehstützen mit 1 Begleitperson
FZ: Selbstständigkeit in der Selbstfürsorge physische Aktivität
Weil, wenn´s den Patienten nicht stört... kein Pflegeproblem, zumindest keines, was man in einem Pflegeplan dokumentieren müsste... weil alle Patienten nach TEP sind eingeschränkt in der Mobilität.
Aber nochmal zurück zu den potentiellen Problemen:
Laut meinen Ex-Kollegen darf man nur eine Dekubitusgefährung aufnehmen, wenn ein Patient ENTWEDER stark adipös ist ODER
wenn der Patient Angst hat davor wundzuliegen.
So, jetzt argumentiere ich so:
Wenn der Patient ANGST hat, sich wundzuliegen ODER
wenn der Patient im Befinden beeinträchtigt ist, dass er sich nicht mobilisieren kann, dann liegen m.E. aber ANDERE Probleme vor.
Nämlich:
Akut intermittierende (...gradige) Angst vor Wundliegen...
Akut kontinuierliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch Immobilität...
Das sind aber Probleme mit ganz andere Zielsetzung und ganz andere Pflegeintervention (zielt auf Kommunikation/Interaktion).
Demnach gäbe es bei meinem Verständnis von Pflegeplanung unter der Anweisung meiner (damaligen) Chefin, nie eine Deku-Gefährdung in einer Pflegeplanung, genauso wie viele andere physische Beeinträchtigungen wegfallen würden.
Die Vorgabe, dass nur aktuelle und empfundene Probleme auftauchen, führt sogar m.E. eine Terminologie wie ICNP ad absurdum, da ich eben nur den Teilbereich der Emotionen nutzen würde und damit
- die Achse der Risiken und die Bereiche der somatischen Defizite völlig ausblenden würde.
Ich werde mich voraussichtlich ab Herbst wohl beruflich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Wo meine Kollegen sicherlich Recht haben:
Meine Auffassung ist aufwendig (aber das ist manche Mobilisation auch). Deswegen interessiere ich mich sehr für standardisierte Pflegepläne. Ich habe, zugegen, noch nie einen gesehen und kenne diese nur aus der Literatur.
Meine Station wird bald (also ich warte eigentlich schon seit Sept. 2007 drauf) auf EDV umgestellt. Hier sähe ich eine sehr gute Chance in der Umsetzung.
So, nach dem langen Text noch die Frage, die ich damals anderenorts auch stellte:
Welche Argumente habt Ihr für die Aufnahme von potentiellen Problemen in der Pflegeplanung
und
welche nachvollziehbare Argumente sprechen dagegen?
Grüße
Michl
Pflegeentwicklung
18.06.2008, 15:23
Hallo,
leicht erschlagen ob des Textes:
Nur so viel:
Für uns ist eine Pflegeplanung die einzige Möglichkeit wie ich als pflegerische Bezugsperson die (Fall)Verantwortung für meine Patienten übernehmen kann. Sie muss meine Absprache mit dem Patienten beinhalten und meinen Kollegen helfen den Patienten nach meinen Vorgaben zu betreuen, denn sie bekommen keine mündliche Übergabe mehr.
Problemstellung wird im PES Schema definiert:
Problem: was zeigt sich wie
Ethiologie: warum zeigt es sich
Symptom: wie zeigt sich das Problem
Ressource: was kann die Patientin trotz vorhandenem
Problem
Ziele nach SMART Kriterien:
S=Spezifisch
Was und wie viel soll genau erreicht werden? Das "S" wird vielfach als auch Synonym für "schriftlich fixiert und präzisiert" verwendet.
M=Messbar
Welches sind die Messkriterien, an welchem Zielmaßstab soll die Zielerreichung gemessen und kontrolliert werden?
A=Attraktiv
Ist das Ziel anspruchsvoll und herausfordernd? Oftmals wird das "A" auch gleichgesetzt mit "akzeptabel" oder "aktiv beeinflussbar". Das bedeutet, dass derjenige, mit dem das Ziel vereinbart wird, auch in der Lage sein muss, die Zielerreichung mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aktiv zu beeinflussen.
R=Realisierbar oder realistisch erreichbar
Ist das gesteckte Ziel unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände und der vorhandenen Ressourcen erreichbar?
T=Terminiert
Ist eine Frist gesetzt, innerhalb der das genannte Ziel erreicht werden soll? Ggf. bietet sich die Vereinbarung von terminierten Zwischenzielen an.
(Nahziel und Fernziel sind bei uns Tabu, da nicht überprüfbar; FZ 5 Tage oder 3 Monate?, NZ heute noch oder nächste Woche?)
Und dann die Massnahmen die nicht genau aufgeführt werden müssen weil sie sich auf Standards beziehen. z.B. Sturzproblematik und -ziel, Massnahmen gemäss Richtlinie Stopp Sturz.
In den Behandlungsstandards wie Hüft-TEP ist die kontinuierliche Fersenfreilagerung beim Liegen bereits inbegriffen.
Meine Meinung: Verstehe den Wunsch nach Pflegediagnosen, aber sie beschreiben die individuellen Probleme leider nicht genau und verdecken den Mitarbeitern den Sinn der Pflegeplanung als Arbeitsinstrument ohne den sie den Patienten garnicht versorgen können.
Deswegen nicht so kompliziert, der Pflegeprozess ist eigentlich das Natürlichste der Welt, die meisten teilen die Inhalte mündlich tgl. neuen Kollegen in einer Übergabe mit aber brauchen Unterstützung sie ganz einfach aufzuschreiben.
Hierbei helfen manchen vorformulierte Musterpflegeplanungen die dann nur noch indivudualisiert werden müssen.:PC
Viel Erfolg,
Pflegeentwicklung
Das Leben ist viel einfacher als es scheint!:bleek
Hallo Pflegeentwicklung ,
es wäre schön einmal eine solche Musterpflegeplanung zu sehen, da ich mir darunter wohl was vorstellen kann, und mir auch vorstellen kann das es hilfreich ist damit zu arbeiten aber sie in der Realität noch nicht gesehen habe . Wäre schön wenn du uns zur Ansicht eine solche zur verfügung stellen könntest.
L.G. Flocky
In den Behandlungsstandards wie Hüft-TEP ist die kontinuierliche Fersenfreilagerung beim Liegen bereits inbegriffen.Und wie wird das nun genau dokumentiert?
Woraus wird ersichtlich, welchen Standard ich warum anwende?
Wo verstecken sich die potentiellen Probleme in der Dokumentation?
Im PES-Schema werden (laut der Erläuterung hier) Risiken nicht thematisiert.
es wäre schön einmal eine solche Musterpflegeplanung zu sehenSo geht´s mir auch. Würde mich sehr für standardisierte Pflegeplanungen interessieren, die den Bereich der potentiellen Probleme (durch Prophylaxen) abdecken.
In Deutschland nennen wir uns nun Gesundheits- und Krankepfleger, weil wir den Bereich der Prävention auch besonders berücksichtigen wollen, Pflege planen wir aber erst, wenn Probleme akut und real existent sind.
(Vorausgesetzt sie findet überhaupt geplant statt.)
@ Pflegeentwicklung
Danke für die Ausdauer beim Lesen.
Mir ging es nicht um die Formulierung als solches (auch bei uns werden Ziele mit Datum festgesetzt), sondern um die Würdigung der präventiven Maßnahmen.
Grüße
Michl
Hallo Michl
Meine Auffassung ist aufwendig (aber das ist manche Mobilisation auch). Deswegen interessiere ich mich sehr für standardisierte Pflegepläne. Ich habe, zugegen, noch nie einen gesehen und kenne diese nur aus der Literatur. Meine Station wird bald (also ich warte eigentlich schon seit Sept. 2007 drauf) auf EDV umgestellt. Hier sähe ich eine sehr gute Chance in der Umsetzung.
wir erstellen unsere Pflegeplanung anhand der NANDA Pflegediagnosen via EDV. Hier sind auch potentielle Probleme als sogenannte "Gefahrendiagnosen" aufgeführt, die auch in den Planungen berücksichtigt werden (z. B. "Gefahr der Hautschädigung", "Selbstverletzungsgefahr" u.ä.)
Die tägliche Verlaufdokumentation und die Evaluation der Pflegeplanung sind darauf abgestimmt (alles läuft per EDV und ist miteinander verknüpft)
Die Pflegediagnosen incl. Ziele und Maßnahmen sind als Textbausteine ins System eingepflegt worden. Wir können die für die jeweilige Planung in Frage kommenden Punkte auswählen (anklicken), diese verändern, oder aber komplette "Freitext" Eingaben machen.
Das hat, wie die meisten Dinge, zwei Seiten:
wenn man einigermaßen geübt ist und die Textbausteine kennt, hat man mit einigen Klicks und diversen Änderungen schnell eine brauchbare Planung erstellt.
Wenn man sich aber ohnehin schwer tut, mit der EDV an sich Probleme, oder Zeitdruck hat, passiert es, dass Textbausteine, die ungefähr passen ausgewählt werden und die Planung damit auch schwammig und ungenau wird.
Zudem sind noch nicht alle Diagnosen in der EDV mit Textbausteinen hinterlegt.
Es gibt eine klinikinterne Arbeitsgruppe, die sich mit der Standardisierung der gebräuchlichsten Diagnosen befasst. Aber das ist eine langwierige Geschichte. Zudem sind Standards die "Klinikintern" und nicht "Stationsintern" verfasst werden ebenfalls eher schwammig.
Ich denke am sinnvollsten ist, auf der Station gemeinsam zu überlegen, welche Punkte standardisiert werden können und dabei jedoch auch die Möglichkeit der individuellen Anpassung offen zu lassen.
Wobei eine Standardisierung der somatischen Pflege wahrscheinlich ein wenig unproblematischer ist als die der psychiatrischen Pflege.
Lieben Gruß Duria
Sorry, auch wenn die Frage jetzt blöd ist.
Ist Pflegediagnose gleich Pflegeproblem?
Ich bin grad aus der Ausbildung und wir haben nur Pflegeprobleme behandelt.
Hallo Pffanja
Eine Pflegediagnose beschreibt nicht nur ein Pflegeproblem sondern auch die Zusammenhänge auf Grund dessen das Problem besteht.
es gibt verscheiden Definitionen von Pflegediagnosen.
Laut NANDA (1999):
... eine Pflegediagnose ... eine klinische Beurteilung der Reaktion eines Individuums, einer Familie oder eine Gemeinschaft auf aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme/Lebensprozesse dar. Pflegediagnosen bilden die Grundlage für eine definitive Behandlung zur Erreichung von Ergebnissen für welche die Pflegeperson verantwortlich ist.
Nach Abderhalden (1995):
ist eine Pflegediagnose ... eine möglichst kurze, prägnant formulierte, fachlich fundierte, auf systematisch erhobenen, subjektiven und objektiven Daten abgestützte Charakterisierung und Beurteilung der pflegerelevanten Probleme/Ressourcen von Pflegeempfängern/-innen, welche so differenziert ist, das sie Fachpersonen aus der Pflege wesentliche Anhaltspunkte über Art und Ausmaß des Pflegebedarfs liefert und eventuell als grobe Handlungsorientierung dienen kann. Außerdem gibt er zwei Sichtweisen des Ausdruckes Pflegediagnosen an. In theoretisch-konzeptueller Bedeutung ist eine Pflegediagnose eine Wissenseinheit, ein Baustein pflegerischen Fachwissens und/oder eine Benennung für eine solche Wissenseinheit. In der klinisch-praktischen Bedeutung ist sie die Bezeichnung für den zweiten Schritt des Pflegeprozesses.
Fischer definiert etwas pragmatischer:
Pflegeleistungen sollen gemessen werden, um zu sagen „was die Pflege tut“; Pflegediagnosen sollen verwendet werden, um zu sagen „warum sie dies tut“.
Mortensen sagt: Pflegediagnosen können als Phänomene beschrieben werden, welche Gesundheitsprobleme und Gesundheitszustände umfassen, auf welche die Pflege jeweils einwirkt: vorbeugend, beeinflussend oder fördernd.
Definition einer ENP (European nursing care pathway)
Pflegediagnose (Wieteck 2004):
Unter einer Pflegediagnose wird in ENP (http://www.pflegewiki.de/wiki/ENP) ein sprachlicher Ausdruck für eine professionelle Beurteilung pflegerelevanter Aspekte, des Gesundheitszustands und dessen psychischen, physiologischen und entwicklungsbedingten Auswirkungen oder der Reaktion auf Gesundheitsprobleme bei einem konkreten Individuum (Betroffenen) verstanden, auf dessen Grundlage die Entscheidungen über Pflegeziele und Interventionen getroffen werden.
L.G. Flocky
Hallo pffanja,
Deine Frage ist überhaupt nicht blöd ;-) ...
Pflegediagnosen werden ja schließlich auch nicht flächendeckend angewandt.
Kurz gesagt beschreibt eine Pflegediagnose ein Pflegephänomen/ Pflegeproblem, incl. der vermutlichen Entstehungsbedingungen und der entsprechenden Symptomatik, die sich zeigt.
So, wie es bei den ärztlichen Diagnosen auch ist.
Bei der Aufnahme eines Patienten wird mit ihm eine Pflegeanamnese erstellt und anhand der erhaltenen Informationen die passende Diagnose ausgewählt.
Schau auch hier:
Pflegediagnose – Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegediagnose)
Lieben Gruß Duria
P.S.: uups - zu langsam ... (s.u.), aber doppelt hält besser ;-)
Upps ich hätte ja auch ins NANDA Buch schauen können.
Danke für die Erläuterungen:)
Hey,
danke für Euere Beiträge. Das hat mich wieder ein Stück weitergebracht in meiner Meinungsbildung.
Grüße
Michl *prost*
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