Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufwachbettplätze und Intensivbettplätze
Volker Rossow
17.02.2008, 14:50
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Habt Ihr das Gefühl, dass sich Eure Aufwachbettplätze von den Intensivbettplätzen unterscheiden, oder habt Ihr auch immer wieder im Aufwachraum Intensivpatienten zu versorgen?
Habt Ihr einen Arzt im Aufwachraum, oder muss dieser erst gerufen werden, damit bestimmte Dinge organisiert werden können?
Also ich arbeite in einem kleinen Krankehaus der Grund und Regelversorgung . Bei uns sind Aufwachraum und Intensiv gertrennt, das bedeutet das Intensivpflichtige Patienten direkt aus dem OP auf die Intensivstation verlegt werden.
Der eigentliche Aufwachraum umfasst 4 Plätze mit Monitroring und in einem kleinen Nebenraum werden kleiner ambulante Eingriffe überwacht . Da es nur so wenig Plätze im Aufwachraum gibt werden Patienten sehr zügig auf die Stationen verlegt. In der Regel fahren wir mit 2 Säälen und der dritte Anästhesist ist für den Aufwachraum zuständig . Allerdings macht der Zwischendurch auch Prämedikationen und postoperative Visiten und macht zwischendrin auch kleinere Eingriffe in der Ambulanz oder PDK`s im Kreissal.Also ist man die meiste Zeit im Aufwachraum allein und muss wenns nötig wird den Arzt rufen.
Flocky
Hallo zusammen,
ich kann hier nur von meinen pädiatrischen Erfahrungen berichten. Hier ist fast überall so (jedenfalls in den Abteilungen die ich kenne), dass Intensivpatienten nicht im Aufwachraum überwacht werden, sondern sofort nach der OP vom Personal (immer Arzt und Pflegekraft) abgeholt und auf die Intensivstation verlegt werden. Macht ja auch wenig Sinn in meinen Augen den Patienten mit allem Schnickschnack erst im Aufwachraum zu betreuen und dann alles wieder zusammenzupacken und auf die Intensivstation zu ziehen.
Diese Vorgehensweise klappt gut und ohne nennnenswerte Probleme.
Gruß Behid
morgenmuffel
21.02.2008, 19:14
Hallo Volker,
Ich glaube, das es heutzutage, insbesondere in Häusern der Maximalversorgung, gar keine Unterschiede zwischen der Versorgung von Patienten im AWR und auf der Intensivstation gibt. Insbesondere bei der Versorgung von Patienten extremer Altersgruppen. Aufgabe des Aufwachraumes ist es seit je her die Inzidenz unmittelbarer postoperativer Komplikationen zu senken. Und wenn dazu Intensivpflegerische & -therapeutische Interventionen notwendig sind muß ein AWR diese auch leisten können.
Es sollte jedoch absehbar sein das der Patient in absehbarer Zeit (24 Stunden) auf eine periphere Station verlegt werden kann.
Gruß morgenmuffel
Ich habe es so erlebt, dass teilweise die intensivpflichtigen Pat. im Aufwachraum "zwischengeparkt" wurden, wenn auf der ITS noch kein Bett frei war.
Die Aerzte waren in allen Kliniken auch noch fuer diverse andere Sachen zustaendig und mussten meist extra angerufen werden. Man konnte aber auch den Kopf in die OP-Abteilung stecken und (irgend-)einen verfuegbaren Anaesthesisten anfordern.
(Sorry fuer die komischen Absaetze im Text, ich kann es gerade nicht anders eingeben? :confused:)
...absehbar sein das der Patient in absehbarer Zeit (24 Stunden) auf eine periphere Station verlegt werden kann.
Gruß morgenmuffel
24Stunden kann ein Patient im Aufwachraum bleiben?
Bei uns hat der AWR nur von 8Uhr bis 18Uhr geöffnet. Wenn Patienten zu "schlecht" für die Abteilung sind, werden sie entweder auf die IPS oder in den überwachungsraum verlegt. Dieser soll die Stationen entlasten. Fast wie eine IMC. Darf sich nur nicht so nennen, weil es sonst auffällt, dass es zuwenig Personal hat. *???*
Volker Rossow
31.08.2008, 17:01
Hallo an alle!!
Es gibt sicher viele Gründe, warum ein Patient länger im Aufwachraum bleibt. Dies ist für mich sekundär -
Für mich ist der Aufwachraum-Arbeitsplatz seit ca. 30 Jahren stehen geblieben - das Raumkonzept ist nicht mehr zeitgemäß.
Die Geräte sind bestimmt fast überall auf dem neusten Stand der Technik
Auch wird jetzt schon sehr oft die automatische Datenerfassung der Aufwachpatienten durchgeführt
Aber der Arbeitsplatz hat sich in den letzten 30 Jahren pro qm kaum verändert, obwohl die Anforderungen im Aufwachraum bei extrem geringem Personal gestiegen sind.
Nachbeatmete Patienten
Zentralvenöse Zugänge für die Station legen
Schmerzkatheter vor OP legen
Professionell Notfälle in der Aufwachstation versorgen
Mir ist es ein Rätsel warum sich alle Augen auf die Intensivpflege richten, obwohl im Aufwachraum bei geringstem Personal höchste Leistung abverlangt wird.
Ich meine dies allen Ernstes auch für eine Aufwach die "nur 12 Stunden" offen ist.
Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Peter Münch
01.09.2008, 01:51
Hallo Volker
Ich habe keine konkrete Erfahrung damit gemacht, aber ich kenne die Systeme drumherum ganz gut. Fakt ist, dass für den konkreten Fall keiner Interesse hat und die Systeme rings herum um den konkreten Fall sich immer weiter aufblasen. Ob zurecht oder zu Unrecht steht auf einem anderen Blatt..
Peter
Rasputin
01.09.2008, 10:49
Hllo,
ich kenne das Problem auch. Wir haben einen 16 Betten Aufwachraum, der wenn er gut besetzt ist, durch zwei Pflegekräfte versorgt wird. Wobei im Bedarfsfall eine Pflegekraft entweder den Schockraum, Reanimationen auf Station oder schnell eine Narkoseeinleitung im Op machen muss.
In diesem Aufwachraum liegen Patienten aus den Fachrichtungen:
Traumatologie
Allgemeinchirurgie & Thoraxchirurgie
Herzchirurgie
Neurochirurgie
Urologie.
Nebenbei befinden sich darin Kinder zur Prämedikation mit Eltern,Patienten für eine ZVK- Anlage, Plexus-Patienten in Warteschleife, ab und zu Nachbeatmungsfälle aus dem Schockraum oder sonstige, für die Normalstation suspekte Patienten.
Wir haben zwar eine IMC Station, die aber auch die Patienten zur ZVK - Anlage in den Aufwachraum fährt! (?)
Eine offizielle Öffnungszeit gibt es nicht. Jader Patient wird dort durchgeschleust, egal um welche Uhrzeit.
Instabile oder sonst kritische Patienten verbleiben notfalls ganztägig im Aufwachraum und werden von der Frühschicht an die Spätschicht und auch an die Nachtschicht übergeben.
Anerkannt werden diese Leistungen nicht, Aufwachraum gehört zur Anästhesietätigkeit.
Sobald aber der Arzt ( nicht ständig anwesend ) hinzugezogen wird, vor allem in der Nacht, wird der Patient oftmals zügig verlegt.
Manchmal frage ich mich, ob die lange Überwachungszeit am Tag nur eine Art Arbeitsbeschaffungsmassnahme ist.
Und wir haben da wirklich viel Arbeit. Aufwachraum ist so stressig, dass das Team immer nur einen Tag dort arbeitet.
Und wir haben da wirklich viel Arbeit. Aufwachraum ist so stressig, dass das Team immer nur einen Tag dort arbeitet.
Habe auch mitbekommen, dass der Aufwachraum unter dem Anaesthesiepersonal nicht sehr beliebt war. Extrem viel Arbeit!
Kann ich gut verstehen, dass Ihr soviel rotiert und nicht laenger am Stueck im Aufwachraum arbeitet.
Volker Rossow
22.09.2008, 09:09
Hallo Rasputin
Ich finde Deinen Beitrag hervorragend. Besser hätte ich unsere Situation in der chirurgischen Aufwach nicht beschreiben können.
Erst in Paris - in verschiedenen Krankenhäusern ist mir klar geworden, dass wir in Deutschland in den Aufwachstationen ein echtes Problem haben. In Deutschland sind wir ca. 2 Generationen den Franzosen hinterher.
Natürlich haben auch die Franzosen unangenehme Aufwachräume. Doch in Paris habe ich die modernste Aufwachstation gesehen. D.h. dort haben Verantwortliche (Pflegeleitung und Ärzte) Baupläne umgesetzt, von denen in Deutschland noch nicht mal einer etwas erahnt.
Jeder Bettplatz ist einen Meter am Kopfende frei zugänglich. Jeder Bettplatz hat eine Ampel mit allem was man sich wünscht (auch ein Beatmungsgerät). Die Verkabelung geht nur zur Seite weg.Ein Arzt ist immer zuständig. D.h. egal was passiert, jeder findet sehr schnell seinen Platz, wenn es darauf ankommt. Ob Notfall, normale Pflege oder auch ZVK-Anlage.
Powered by vBulletin™ Version 4.0.1 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.