Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Finde keinen Pflegeplatz
Hallo,
habe mich in diesem Forum angemeldet, um vielleicht eine Auskunft von fachkundigen Leuten zu erhalten.
Situation: Meine 80-jährige Großtante hat ihre 86-jährige pflegebedürftige Schwester zu hause aufgenommen. Da die Pflege alleine und für eine 80-jährige Frau unmöglich zu bewältigen ist, ist mittlerweile auch die Tochter der Pflegebedürftigen eingezogen.
Beide sind mit der Pflege jedoch bei weitem überfordert. Das zeichnet sich in der körperlichen und psychischen Verfassung meiner Tante, aber auch in lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den Dreien. Das ist ganz klar, denn die Pflegebedürftige ist Pflegestufe 3, demenzkrank, außergewöhnlich gehbehindert, schwerbehindert, hat offende Beine und leidet an Inkontinenz.
Da ich mit ansehen muss, wie meine Tante an dieser Situation zu Grunde geht, habe ich mit der Tochter gesprochen. Laut ihrer Aussage findet sie keinen Heimplatz, da niemand ihre Mutter aufnimmt, weil sie Pflegestufe 3 und außergewöhnlich gehbehindert ist. Außerdem weigert sich die Mutter freiwillig in ein Heim zu gehen und sie müsste erst über das Gericht ihre Mutter entmündigen lassen, was sich unter Umständen Jahre in die Länge ziehen würde.
Laut der Aussage der Tochter hätte sie alle Möglichkeiten ausgeschöpft, mit dem Ergebnis, dass es keine andere Lösung gibt, als die Mutter zuhause zu pflegen!
Das kann ich nicht glauben!!!
Kennt sich jemand mit dem Thema aus? Bin verzweifelt und will meiner Tante helfen!!!
Oldtimer
25.10.2009, 21:03
Hallo Monson,
erst mal herzlich Willkommen hier im Forum!
Als Erstes solltest du dich mal erkundigen, was es bei euch in der näheren Umgebung für Heime gibt, wo Demenzkranke aufnehmen , speziell Pflegeheime! Es kann kein Problem sein jemanden mit Pflegestufe 3 dort unterzubringen !Ist sie Bettlägerig?
Bei Pflegestufe 3 ist es auch kein Problem einen ambulanten Pflegedienst zu beauftragen, der die Pflegebedürftige etwa 2X tgl. besucht und deine Verwandten bei der Pflege auf jeden Fall unterstützt, z.B. waschen , ankleiden, baden usw. dieses würde von der Pflegekasse übernommen!
Für die offenen Beine bekommst du vom behandelnden Arzt eine Verordnung, diese Kosten übernimmt die Krankenkasse, bis die Behandlung abgeschlossen ist und wird vom ambulanten Pflegedienst ausgeführt.
Rede am besten mit dem Hausarzt der zu Pflegenden, der steht euch mit Rat und Tat zur Seite, und wird auch sagen, wenn eine Heimeinweisung nötig ist, da alle überfordert sind!
liebe Grüße Oldtimer
Hallo Oldtimer,
vielen Dank für deine Antwort. Leider hilft mir das nicht viel weiter.
Lt. Aussage der Tochter wäre ein Pflegeplatz für sie nicht finanzierbar (Habe ihr bereits eine Kostenaufstellung gemacht) ca. noch 2.000 € Eigenanteil (kann ich selbst nicht glauben!). Als Selbständige müsse sie die Bilanzen der letzten 3 Jahre vorlegen und sie habe da zuviel verdient, dass sie jetzt alles zahlen müsse. Zudem kommt ja noch, dass die Pflegebedürftige nicht aus freien Stücken gehen will. Eine Zwangseinweisung lehnt die Tochter ab.
Ich vermute, dass sie gar keine Lösung finden will. Denke sie will jetzt ein Jahr abwarten (müsste im Dez. soweit sein) damit der Verdienst des letzten Jahres so gering ist, dass sie nicht zur Kasse gebeten wird.
Ambulante Pflegedienste waren auch schon da. Doch die sind von der Tochter so verschreckt worden und die Versorgung wäre angeblich "unmöglich", dass diese Variante auch aussscheidet.
Leider kann ich nicht mit dem Haussarzt reden, da ich 1. nicht weis, wer das ist und selbst wenn, würde der mir bestimmt keine Auskunft geben (es besteht ja keine Verwandtschaft!
Ich habe eine Tagespflege vorgeschlagen. Bin gerade dabei, mich zu informieren.
Also, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Hallo Manson,
zunächst auch einmal von mir ein recht heruliches Willkommen hier im Forum.
Ich kann mir, wie Oldtimer nicht vorstellen, dass es kien Pflegeheim gibt, dass die Dame aufnimmt. Eine Demenzkranke, dazu bereits Pflegestufe 3 zuhause zu versorgen ist extrem zeit- und nerveraufreibend. Das kann eine 80jährige nicht bewältigen.
Du sagst, dass deine Großtante sie bei sich zuhause aufgenommen hat. Wenn sie das nicht mehr schafft, muss sie doch nur sagen, dass dies so nicht geht und man sich eine andere Lösung suchen muss. Entmündigung gibt es nicht mehr, heute heißt das jemanden unter Betreuung stellen und das geht bei einem Demenzkranken ganz schnell. Antrag beim Amtsgericht stellen, ärztliche Atteste und ggfs. das MDK-Gutachten (ggfs. telefonisch bei der Pflegekasse anfordern) beilegen. Dann kommt ein Gutachter vom Amtsgericht vorbei und schaut sich die Dame an uns bei Dementen geht das ganz unproblematisch, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Tagespflege ist auch ein guter Ansatz.
Die demente Dame hat bestimmt nach SGB XI auch Anspruch auf Betreuungsleistungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, das müsste im MDK-Gutachten vermerkt sein. Die könnten dazu beitragen zumindest stundenweise Entlastung zu schaffen.
Gruß
Behid
Hallo Behid,
vielen Dank für deine Antwort.
Habe jetzt 2, vielleicht sogar 3 Pflegestätten ausfindig gemacht, die die Dame in einer Tagespflege aufnehmen würden.
Werde dies der Tochter vorschlagen. Ob sie dies allerdings in Anspruch nimmt, wage ich derzeit noch zu bezweifeln. Glaube, sie will sich nicht helfen lassen.
Und die Tante steht zwischen den Stühlen. Klar ist es einfach zu sagen "ich kann nicht mehr". Doch wenn man so gefragt wird - "Entweder du willst deiner Schwester helfen, oder sag es, dann gehen wir und sehen zu wo wir bleiben" - ist es schwer, denn sie will ja helfen!!!
Auf jeden Fall vielen Dank für deine Auskunft wg. "unter Bereuung stellen". Damit kann ich schon einiges mehr anfangen und weis, dass es keine "Jahre dauert" soetwas in die Wege zu leiten!
Oldtimer
26.10.2009, 14:29
Hallo Monson,
noch ein Vorschlag, gebt die alte Dame doch für 4 Wochen zur Kurzzeitpflege, die wird von der Krankenkasse übernommen, damit ihre Schwester wenigstens für diese Zeit entlastet wäre!
Erkundige dich einfach mal im Pflegeheim danach!
Gruß Oldtimer
Klar ist es einfach zu sagen "ich kann nicht mehr". Doch wenn man so gefragt wird - "Entweder du willst deiner Schwester helfen, oder sag es, dann gehen wir und sehen zu wo wir bleiben" - ist es schwer, denn sie will ja helfen!!!
In solchen Fällen muss man klare Grenzen definieren, sicher das schlechte Gewissen nimmt einem keiner ab, aber man sollte sich nicht selbst zugrunde richten, Einen Demenzkranken mit Pflegestufe 3 zuhause versorgen ist meines Erachtens nicht auf Dauer möglich....
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