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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schüler im Stationsalltag



marmotte
13.01.2009, 20:44
Hallo

so viele SchülerInnen gibt es ja glaube ich im Forum nicht, und ich habe überlegt, von Zeit zu Zeit darüber zu schreiben, was ich als Schülerin so erlebe im Stationsalltag. Vielleicht gibt es ja auch ein Feedback von den erfahrenen KollegInnen - ich würde mich freuen!

Seit Dezember bin ich auf der Neurologie.
Es ist mein zweiter Praxiseinsatz in der Somatik, das vorweg.
Und um ehrlich zu sein - es ist manchmal die Hölle.
Bislang konnte ich nicht verstehen, wenn Mitschüler aus der Psychiatrie Horrorstories erzählten aus der Somatik und sich nur nach der Psychiatrie zurücksehnten. Ich dachte immer: die übertreiben oder sind zu empfindlich, die verklären und sind zu verwöhnt.
Ohje....
Und nun habe ich selbst des öfteren mit Tränen in den Augen auf Station gestanden und gedacht, hoffentlich ist das alles nur ein böser Traum.

Mein erster Tag war im Spätdienst, ich allein mit einem Examinierten, 26 Patienten, davon die Hälfte komplette Pflegefälle. Ich stolperte so durch den Nachmittag, kein Ansprechpartner, denn der Kollege war immer beschäftigt und meinte "mach mal". Abends dann stellte er mich mit dem Wäschewagen, den ich mir mühsam zusammengepackt hatte (wußte ja nicht, wo die Sachen waren) in den Flur und sagte: Mach mal den Rundgang.
Ja, das machte ich dann, von Zimmer zu Zimmer, ohne große Ahnung, was ich denn nun genau tun sollte.
Nach einer Stunde tauchte der Kollege wieder auf (ich war allein in dieser Stunde auf Station...) und wies mich barsch zurecht, ich hätte alles falsch gemacht: keine Wundverbände, nicht ordentlich genug Zimmer aufgeräumt, Katheter geleert etc.
Zur Strafe mußte ich eine Stunde länger bleiben und alles nochmal machen.

In den folgenden Tagen bekam ich von diesem Kollegen und anderen auch zu hören, daß ich ja gar nix könnte, nix wüßte und auch nix kapieren würde.
Akten, Medikamente, PC und anderes wurde mir "bei Todesstrafe" verboten. Ebenso alles, was mit Infusionen, Perfusoren, Spritzen (Insulin oder Clexane) zusamenhing.
Ich durfte dagegen alle Schutzhosen wechseln, lagern und Essen und Trinken anreichen sowie als Mädchen für alles für alle Examinierten (bring, hol, tu...) dienen. Und das machte ich offensichtlich so gut, daß ich oft die ganze Station alleine bearbeiten durfte. Währenddessen saßen die Kollegen im Dienstzimmer, führten wichtige Gespräche (vor allen Dingen lästern), bespritzten sich mit Blasenspritzen, mußten sich natürlich umziehen gehen, bewarfen sich mit Kopfkissen und hatten offensichtlich jede Menge Spaß.
Unnötig zu erwähnen, daß mir diese Kollegen mindestens zehnmal pro Dienst sagten, ich sei eine absolute Null und völlig unfähig zu allem.

Ich habe versucht das Beste aus dieser Situation zu machen. Ich habe mich vorrangig um die Patienten gekümmert, und diese Arbeit liebe ich einfach. Mir war es egal, ob ich lagern oder Schutzhosen gewechselt habe, für mich war der Mensch dahinter wichtig. Und die Patienten haben mich geliebt :-)
Es gibt einige Momente, die ich nicht vergessen werde, und für diese hat sich alles gelohnt!

Eine Patientin kam nach einem schweren Schlaganfall zu uns, sie konnte sich nicht bewegen und nicht sprechen. Ihr Sohn erzählte mir, was für eine quirlige und lebenslustige Frau sie bis dahin gewesen sei. Und nun lag sie da im Bett, wehrlos, ausgeliefert und hilflos.
Oft habe ich sie gestreichelt, sie etwas massiert, ihr etwas erzählt.
Nach ein paar Tagen konnte sie sich wieder bewegen, und auch jeden Tag etwas deutlicher und mehr reden. Für die Kollegen wurde sie unangenehm, fordernd, lästig - sie wurde fortan fixiert.... und wenn sie versorgt werden mußte, wurde geschimpft und gelästert über die "ätzende Patientin", vor ihrem Bett. Es nutzte auch nix, daß ich mehrmals sagte, sie ist klar und versteht alles....
Ich war gerne bei ihr, hab sie gerne versorgt, und ich hab mich über jeden Fortschritt gefreut.
Dann sollte sie verlegt werden, und ich bereitete alles für den Transport vor. Eine Examinierte war dabei und überwachte mich. Dann verabschiedete ich mich von der Patientin - und diese nahm meine Hand, küßte sie, drückte sie an ihre Wange, lächelte und sagte "danke für alles". Ich war sprachlos - meine Kollegein aber auch ;-)
Später meinte sie zu mir: Igitt, ICH lasse mich NICHT von Patienten anfassen, das sei ja einfach nur albern von der Patientin gewesen, klarer Fall von Demenz.

Die Wochen vergingen, und immer wieder stellte ich fest, daß mir der Umgang mit Patienten nicht gefiel auf dieser Station.
Da war die Rede von "Müll, der jeden Tag auf die Station kommt", da wurde meine Bitte abgelehnt, mir Techniken zur Mobilisierung zu zeigen, weil man ja den Kontakt zu Patienten nicht möge, nicht angefasst werden möchte, also bleiben alle im Bett. Verwirrte waren alle "banane" und gehörten in die Psychiatrie.
Auch der Umgang unter den Kollegen gefiel mir nicht, jeder lästerte über jeden, alle waren doof und faul, und Schüler waren grundsätzlich sowieso das Doofste und Allerletzte.
Am schlimmsten fand ich für mich als Schüler, zwischen allen Stühlen zu sitzen. Einige Kollegen befahlen mir, Infusionen an- oder abzuhängen, in den Akten zu dokumentieren und Medikamente zu stellen - wenn ich es tat, wurde ich vor versammelter Mannschaft im Dienstzimmer angeschrieen, was mir einfiele, ich könne doch sowieso nix usw usw.
Egal was und wie ich es machte - es war falsch.
Mehrmals habe ich bestimmte Kollegen gebeten, wenn sie mich kritisieren, dies bitte in einem angemessenen Ton und nicht mit Geschrei zu tun. Zwecklos.
Letzte Woche Freitag hab ich mir ein Herz genommen und zwei Kollegen um Hilfe gebeten, weil ich einfach nicht mehr konnte, die Situation war unerträglich geworden für mich. Seitdem ist es besser geworden. Mittlerweile darf ich "alles", werde zwar beaufsichtigt, aber das finde ich normal als Schüler. Und ich gehe wieder fast ohne Bauchgrummeln zum Dienst :-)

Hinzufügen möchte ich, daß wir insgesamt 6 Schüler und 4 Praktikanten waren, und allen ging es ähnlich wie mir.
Die meisten examinierten Kollegen waren um die 25 und genossen es sichtlich, auch in meinem Beisein über mich abzulästern und mich "klein zu kriegen", so à la was will die hier überhaupt, soll sich besser um ihre Kinder kümmern etc.

Nun, auch wenn ich ziemlich Federn gelassen habe auf dieser Station - ich habe die Arbeit und die mit den Patienten wirklich geliebt, ich habe viel gelernt, und wie gesagt, einige Momente haben mich sehr berührt.
Ich bin im Reinen mit mir, ich habe gute Arbeit geleistet.
Und - ich habe Menschen nicht im Bett liegen gelassen, ich habe keinen Dekubitus verursacht, ich habe keinen Patienten verwechselt - all das haben die Kollegen gemacht, zum Teil mit sehr üblen Folgen.....

So, es war mir ein Bedürfnis, dies aufzuschreiben.
Wer bis hierhin genug Geduld gehabt hat - danke ;-)

marmotte

Karo6
13.01.2009, 21:31
Hallo Marmotte

Ich habe deinen Beitrag gelesen und ich war irgendwie nicht geschockt, gewundert habe ich mich auch nicht. Ich habe ihn gelesen und dachte: Ja nun gut, nix neues! Ist das nicht furchtbar, wenn man solche Situationen kennt? Ich als Schülerin (2 Jahre her) habe dies auch erlebt, genau dies. Ich habe immer gedacht: "Ok, woanders ist es besser"! Aber nein, woanders ist es genauso. Klar nicht jede Station hat so furchtbare examinierte Pflegekräfte wie jetzt bei dir auf der Neurologie. Nur wieso sind diese examninierten Pflegekräfte so? Sie sind überfordert! Sie lassen ihren Frust an den untergebenen Kollegen ab. 1 examinierte Krankenpfleger eine Schülerin für 26 Patienten auf einer Neurologie mit vielen Pflegefällen, das ist eindeutig zu wenig Personal. Trotzdem ist sein Verhalten mir nicht erklärbar, wäre ich in dieser Situation würde ich dich ganz bestimmt nicht allein durch die Zimmer abends schicken und sagen: "Mach mal"! Das ist wiedermal gefährliche Pflege. Er macht sich haftbar wenn du was fatales falsch machst, das ihm das egal ist, ist der Oberhammer!!! Aber im grunde sein Problem und das traurige Problem der Patienten.

Du bist jedoch auch in der Pflicht dies zu melden, bei deiner Schule! Habe ich damals auch gemacht! Ich habe zu einer Pflegekraft gesagt, im Spülraum: "Wenn du mich noch einmal anschreist, vor den Patienten oder wo auch immer. Werde ich sofort die Station verlassen und zu meine Kursleitung gehen und das melden!!! Und wenn es 19 Uhr ist, werde ich gehen!!!!" Danach war Ruhe!

Wehren sollte man sich schon!

Deine Geschichte mit der Apoplex Patienten. Ich verstehe dich da sehr. Ich bin auch oft im Zwiespalt, doch ich habe immer noch im Hinterkopf das ich noch weitere 15 Patienten in meinem Bereich habe und ich fix weiter muss weil ich sonst all die Arbeit nicht schaffe. Und die Menschlichkeit bleibt definitiv auf der Strecke. "Schnell, zack alles abarbeiten, schnell durch die Zimmer jagen und wenn jemand das Bedürfnis hat zu reden und ich im Hintergrund, weil ich meine Anwesenheitslampe an habe, das klingeln ununterbrochen höre. Muss ich dieses Gespräch unterbrechen und im Grunde abbrechen." Und ich habe keine Schülerin oder Praktikanten!

Lästerein des Personal´s was soll man dazu schreiben? Das gibt es überall aber einen Kollegen/Schüler anzuschreien geht ja gar nicht. Würde ich mir auch wieder nicht gefallen lassen. Und ich würde mit meiner Kursleitung schnellstmöglich sprechen und wenn sich nichts bessert, eventl. Krank schreiben lassen, denn das ist Mobbing!

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft in deiner Ausbildung und es ist furchtbar das zu Schreiben aber ich glaube sowas hat jeder Schüler der Neuzeit oder auch der alten Zeit erlebt und durch gemacht! Versuche dir zu sagen: Ich werde niemals so, niemals! Sag dir das immer wieder!

Du wirst gewiss eine Psychiatrie Pflegekraft, nach der tollen Erfahrung! Schuld sind diese furchtbaren Kollegen!!!

Lieben Gruß
Karo

behid
13.01.2009, 21:35
Auch wenn es dich nicht wirklich tröste, ich glaube, solche Stationen gab es und wird es immer geben.
Und beinahe am schlimmsten find ich, dass sie unseren Beruf in ziemlich schlechtes Licht rücken und viele Vorurteile noch bestätigen.
Ich finde toll, dass du den Mut hattest dich zu wehren und das du dir selbst in die Augen schauen kannst. Das ist ist wichtig. Ansonsten kann man diesen Beruf nicht lange machen.

Im Laufe der Jahre sind mir immer wieder Kollegen begegnet, die Schüler oder frischexaminierte Kollegen so ähnlich behandelt haben und ihnen das Leben zur Hölle machen. Noch bin ich nicht dahinter gekommen, warum die das tun. Vielleicht ist es das Gefühl Macht zu haben oder jemanden beaufsichtigen zu dürfen? Anstatt sie an der eigenen Erfahrung teilhaben zu lassen und ihnen Wissen zu vermitteln.
Sicher es ist manchmal sehr anstrengend neben der alltäglichen Arbeit (sofern man sie den tut) noch jemanden anzuleiten und in den meisten fällen bekommt man dafür niocht wirklich die Zeit. Aber wenn man jemanden gut anlernt, dann profitiert man auch irgendwann davon und man bekommt Arbeit abgenommen, weil man weiß der Schüler kann dies ordnungsgemäß erledigen.

Im Laufe der Jahre habe ich dutzende Schüler erlebt und es waren auch wirklich extreme dabei. Und nirgens haben die schüler die Arbeit getan und die examinierten Kollegen den Tag mit albernen Dingen vergeudet.
Allerdings kenn ich das aus meiner eigenen Ausbildung auch, so wie du das beschreibst. Die Schüler haben die Patienten gewaschen und Frühstück verteilt oder die Kinder gefüttert und die Schwestern die Übergabe etwas ausgedehnt. Auf einer Station war es üblich, dass die Schüler immer eine viertel Stunde vor Dienstbeginn dasein mussten. In dieser Zeit mussten alle Babys mit den Stetoskop gepulst und die Atmung ausgezählt werden. Damals war nicht jedes Frühgeborene am Monitor! Ich fand damals schon unmöglich, aber man konnte sich nicht wehren. allerdings war man immer einer Schwester zugeteilt und durfte bereits im Unterkurs relativ viel selbstständig übernehmen. Auf einer anderen Station hatte ich auch das Gefühl niemanden etwas recht zu machen. Irgendwann bin ich zu dem Schluß gekommen, dass nicht ich eine schlechte Schülerin war, sondern man mir einfach keine faire Chance gegeben hatte. Man hat mir nie was gezeigt und mich nie angelernt, aber erwartet, dass ich selbstständig bei den HNO-Untersuchungen assistieren konnte. Auf jeder anderen Station habe ich durchschnittlich gute bis sehr gute Beurteilungen bekommen.

Nimm diese Station als Beispiel dafür, nie auch nur annähernd so zu werden wie die dortigen Kollegen. Obwohl ich glaube, dass diese Gefaht nicht besteht! Lass dich nicht unterkriegen und auch zum Dampf ablassen kann ein Forum dienen.

Gruß
Behid

Karo6
13.01.2009, 22:53
Im Laufe der Jahre sind mir immer wieder Kollegen begegnet, die Schüler oder frischexaminierte Kollegen so ähnlich behandelt haben und ihnen das Leben zur Hölle machen. Noch bin ich nicht dahinter gekommen, warum die das tun. Vielleicht ist es das Gefühl Macht zu haben oder jemanden beaufsichtigen zu dürfen? Anstatt sie an der eigenen Erfahrung teilhaben zu lassen und ihnen Wissen zu vermitteln.


Vielleicht weil diese Kollegen dies selbst in ihrer Ausbildung erlebt haben oder durch machen mussten? Sie haben es sich vielleicht abgeguckt oder sagen sich: "So, nun bin examinierte, jetzt leiden andere!"

Ob es sowas wohl in anderen Ausbildungen auch gibt? Ich habe auch die Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und es war eine super Ausbildungsstelle. Und z.b. Dienstleistungs Berufe erleben so ähnliches wie die der Krankenpflege.

Wieso nur? *???*

LG

Oldtimer
14.01.2009, 08:41
Hallo Marmotte,*winke*

ich glaube, das jeder in der Schülerinnenzeit solche Erfahrungen gemacht hat,mir ging es nicht anders!
Ich habe mir damals geschworen, das ich, wenn ich ausgelernt habe nie so mit Schülerinnen umgehen werde und das habe ich bis heute eingehalten !
Zu einigen, die bei mir Schülerin waren , habe ich heute noch Verbindung!

Sage Dir immer wieder, wenn ich ausgelernt habe gehe ich mit den Schülerinnen anders um!

Liebe Grüße Oldtimer

Cassiopaia
14.01.2009, 09:45
Hallo Marmotte!

Wie schon meine Vorrednerinnen: Ich glaube auch, solche Einsätze erlebt jeder, so schlimm das auch klingen mag. Scheinbar hat jede Ausbildungsstätte seine schwarzen Schafe....eure scheinbar mindestens zwei, oder? Hast du nicht ähnliches von der Gerontopsychiatrie berichtet?
Bei uns war es die Kinderstation. Ähnliches Prozedere, alleine Berühren der Kurven war unter Todesstrafe verboten...ich habe dort Bettenmachen und Waschschüsseln putzen gelernt, wir durften nicht mal die Patienten berühren:Schnuller.
Wir hatten in der Zeit einmal ne "Fehlbelegung", ne Mutter mit Oberschenkelhalsfraktur, die ihren 2-3jährigen Sohn mitnehmen musste, deshalb lagen die bei uns. Der Kleine (putzmunter und gesund) saß nahezu den ganzen Tag im Buggy. Angeschnallt, damit er nicht rausklettern kann und brüllend vor Langeweile. Zum Füttern wurde er zur Mutter gebracht, gewickelt wurde er von uns.
Naja, ich hatte alles geputzt und gewienert, mehr durfte ich nicht tun, mir war langweilig, ihm war langweilig, also hab ich mir die Kröte geschnappt und bin mit ihm irgendwas Spielen gegangen:Schnuller.....
Puh, mir wirds jetzt noch ganz schlecht, wenn ich an den Moment denke in dem die Krankenschwestern das bemerkt haben:megasauer....
Ich weiß nicht mehr genau, mit welchen hübschen Namen sie mich betituliert haben, aber es ausgesprochen unschöne dabei*ok*.
DieMoral von der Geschichte: Wenn ich mit dem Kind spiele erwartet man von ihnen auch, daß sie das tun und das geht garnicht!!!!! (lag aber nur an Faulheit und "Würde")

Naja, zum Glück bin ich jetzt Krankenschwester, vielleicht einer der Gründe, warum ich PA wurde:D:D:D, sowas ist einfach zu daneben!!!

Ich würde aber auch, so wie Karo vorgeschlagen hat, zur Schule gehen und von diesen echt gefährlichen Zuständen berichten. Du mußt dir ja keine Hilfe holen, wenn du meinst, daß du das selber hinkriegst, aber wissen sollten die das schon, daß die Schüler da verheizt werden. Und so wie du berichtest ist das ja Standard bei denen. Also laß sich mehr beschweren und irgendwann ändern sie es oder die Schule schickt niemanden mehr hin.
Fachbereich Neurologie steht nicht in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, oder?
Unsere Schule hat nach jahrelangem Streit und Kampf mit der Kinderstation auch eine andere Lösung gefunden (unsere Schüler gehen jetzt zum Kinderarzt in die Praxis), und die Kinderstation ist ein Pflichteinsatz!
Aber tu was! Laß die nicht einfach so durchkommen damit, daß ist einfach nur noch peinlich für unser Berufsbild.....ich weiß, daß es sowas gibt, aber ich verstehs bis heute nicht, wie man in so einem Beruf landen konnte, wenn man so herzlos und faul ist! Und daß aufsolchen Stationen ALLE diesen Mist mitmachen....keiner aufsteht und sagt, hier ist Schluß!!!*no*

Liebe Grüße,
Cassiopaia*winke*

Duria
14.01.2009, 18:16
Hi Marmotte,

mir ist ganz schlecht geworden, als ich Deinen Bericht gelesen habe. Ich scheine in meiner Ausbildungszeit unglaubliches Glück gehabt zu haben. Es gab zwar die/den ein oder andere "machtmissbrauchenden/ arbeitsscheuen/ inkompetenten" Kollegin/ Kollegen, aber es hielt sich alles irgendwie im Rahmen.Ich habe diese Kollegen immer als Negativvorbild in Erinnerung behalten - SO wollte ich niemals werden und ich denke es ist mir gelungen ;-)

Was ich wichtig finde, ist, dass diese "Zustände" den Praxisanleitern und Schulen beschrieben/ bekannt gemacht werden. Bei einem solchen Umgang sollte überlegt werden, ob diese Station überhaupt weiterhin "Ausbildungsstation" bleiben sollte. Vielleicht kommen die ja ohne Auszubildende besser zurecht ... lernen kann man dort ja ohnehin nichts - außer vielleicht: wie man auf keinen Fall mit Patienten und Kollegen umgehen sollte ....

... sowas macht mich RASEND !!! ...


hoffe Du hast beim nächsten Einsatz mehr Glück und verlierst Deine Motivation nicht

Lieben Gruß Duria

marmotte
15.01.2009, 18:04
Hallo ihr Lieben :-)

erst einmal: nein, meine Motivation verliere ich nicht, dafür mache die Arbeit einfach zugerne! :-)))

Dann danke für eure Rückmeldungen, es scheint so, als ob ich etwas "ganz Normales" erlebt habe....

Es sind mittlerweile weitere Gespräche gelaufen, und die Situation hat sich für mich sehr gebessert! Mag sein, daß einige weiter lästern etc. doch ich kann meine Arbeit jetzt normal machen, mit viel Freude, und es gibt keine Lästereien in meinem Beisein und auch kein Anschreien mehr. Es geht also auch anders!
Außerdem ist meine Bezugsperson ausgewechselt worden, also derjenige, mit dem es am schlimmsten war.

Es lohnt sich demnach, den Mund aufzumachen ;-)
Schade, daß ich dazu erst so spät den Mut hatte und gemeint habe, es "aushalten zu müssen".

Auf jeden Fall ist diese Station die, auf der ich am meisten gelernt habe. In jeder Beziehung. Alles hat auch sein Gutes.

liebe Grüße
marmotte

Peter Münch
16.01.2009, 08:16
Hallo Marmotte

Ich kann mich hier nur aus der Perspektive des Patienten äußern, aber ich habe da zum Teil Erfahrungen gemacht, allerdings nicht mit dem Pflegepersonal sondern mit Ärzten, die mir den Unterkiefer nach unten gehen ließen. So wurde ich vor ca. 2-3 Jahren auf dem Weg zur Arbeit (ich war mit dem Rad unterwegs) von einem Autofahrer angefahren, kam ins Krankenhaus in die Ambulanz, wo gerade Umbauarbeiten stattfanden. Ich lag und lag, nichts passierte, nach etwas 1-2 Stunden kam ein Mann fing an, an meinem schmerzenden Bein herumzufummeln und fragte dann ob das irgendwie weh täte. Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass das der Arzt war... Er´hat einen Innenbandanriss diagnostiziert, hat mir eine Salbe und einen Verband draufmache lassen und mich dann, mit meinen Fahrradklamotten und dem Gepäck heimgeschickt. Schon das Treppensteigen war fast nicht möglich, weil ich höllische Schmerzen hatte. Bin dann mit dem Taxi heimgefahren und musste hinterher, in der gleichen Klinik, zum jeweils diensthabenden Durchgangsarzt... Die jeweiligen Ärzte waren ebenfalls hoch motiviert und haben mich behandelt, als ob ich einen leichten Dachschaden hätte... Seither meide ich dieses Krankenhaus.... Das Schlimme finde ich nur, dass man als Patient einem solchen Umgangston und einem solchen Zynismus ziemlich ausgeliefert ist....

Gott sei Dank gibt es auch andere Menschen in Krankenhäusern, die mit einer anderen Motivation arbeiten und den Patienten das spüren lassen... Denn das weiß ich aus meiner eigenen Patientenerfahrung, das kommt an wie man behandelt wird...

Anonsten gibt es solche Menschen überall in der sozialen Arbeit, manchmal fragt man sich, was diese Menschen irgendwann getrieben hat, einen solchen Beruf zu ergreifen, aber grundsätzlich sollte man sich davon nicht abschrecken lassen und ich habe Respekt vor Deiner Art des Umgehens mit den Stationsmitarbeitern...

Herzlichen Gruß

Peter

Brady
23.02.2009, 21:58
Hallo zusammen,

sorry. Ich kann nicht anders....Ich mag den Begriff "Schüler" nicht im Zusammenhang von Ausbildung, da er im Grunde genommen falsch ist.
Er gaukelt eine schulische Bildung vor und ist im Grunde genommen eine Ausbildung für einen Beruf, also eine Berufsausbildung für erwachsene Menschen. Deshalb macht es mich auch so ärgerlich.
Die Schulzeit ist im Grunde genommen erstmal vorbei....und der Anspruch an Arbeitsleistung steht hier auch im Raum....

LG Brady

Cassiopaia
24.02.2009, 09:04
Hi Brady,

aber ist es nicht doch ein bißchen mehr Schule als in einer "normalen" Ausbildung? Schließlich gehen unsere Lernenden (schön drumrumgeredet, oder?) ja auch in eine Berufsfachschule und nicht in eine Berufsschule....soweit ich das noch im Kopf habe, heißt diese Schule anders, weil der Schwerpunkt (zeitlich) in dieser Ausbildung auf Schule liegt.....oder täusche ich mich da? Natürlich geht es nicht nur um die schulische Ausbildung, aber ich denke dennoch nicht, daß unsere Auszubildenden mit anderen Berufsausbildungen gleichzusetzen sind. Schließlich lernen sie nicht in einem einzelnen Bereich, den sie sich vorher ausgesucht haben, sondern sie haben sich eine Schule ausgesucht, welche ihr die Einsatzorte vorgibt....
Mir persönlich liegt nichts daran sie weiter "Schüler" zu nennen, aber ich finde es nicht soo verkehrt. Es ist eine andere Ausbildung, als die einer Versicherungskauffrau.
(Und den Begriff "Azubi" finde ich auch nicht toll...und wenn ich mit "Auszubildene/r zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in" anfange, dann reichen mir meine Formulare nicht mehr, so lang ist der Begriff.:schuld)

Ich verstehe schon, was du meinst, Brady, aber man kanns auch übertreiben...meinst du nicht?

Liebe Grüße,
Cassiopaia

Brady
24.02.2009, 09:08
Hallo Cassiopaia,

ich wills nicht übertreiben, aber es sollte dem "Schüler" schon klar gemacht werden, dass es eine Ausbildung ist. Natürlich gehen andere Auszubildende zur Berufsschule und sind dann Berufsschüler. Nur manchmal habe ich den Eindruck, dass dieser Aspekt in der Ausbildung vergessen wird, dass sie im Krankenhaus die Auszubildenden sind und in der Krankenpflegeschule die Schüler.

LG Brady

Cassiopaia
24.02.2009, 09:19
Hi Brady,

das heißt, dir gehts darum wie die "Schüler" sich selber sehen? Dann hatte ich dich missverstanden.

Sehr amüsant....ich hatte gerade eine vollkommen andere Antwort geschrieben, aber überm Schreiben fiel mir auf, wie unsinig das war.....

Glaubst du, daß die Bezeichnung einen Motivationsunterschied ausmacht?

Liebe Grüße,
Cassiopaia

UlrichFürst
24.02.2009, 21:22
sorry. Ich kann nicht anders....Ich mag den Begriff "Schüler" nicht im Zusammenhang von Ausbildung, da er im Grunde genommen falsch ist.Wie mans nimmt. Ich mag den auch nicht, er ist aber korrekt (Laut KrPflAPrV § 1 Abs 2).

Ulrich