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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Informationen zur Praxisanleitung



Duria
12.02.2008, 19:10
Hallo Zusammen,

auf der Suche nach geeigneten Informationen zur Praxisanleitung allgemein, habe ich diesen Link gefunden. Hier findet man schon viele Antworten auf diverse Fragen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Aaaah/Baustelle_deschddd

unabhängig davon hoffe ich auf einen regen Austausch zu diesem Thema.

LG Duria

behid
19.02.2008, 11:47
Hallo Duria,

habe zu der Praxisanleitung mal eine Frage. Auf unserer Station sind eher selten Auszubildende und wir haben auch mehrere ausgebildete PAs. Ist die praktische Anleitung und Einarbeitung seitens der PAs gesetzlich vorgeschrieben oder können bzw. dürfen diese Aufgabe auch andere Mitarbeiter (ohne PA-Weiterbildung) übernehmen?

Natürlich kann ich fachlich als erfahrenene Kraft mein Wissen weitergeben und den Auszubildenden vermitteln, aber reicht das aus um mich an der praktischen Ausbildung nach gesetzlichem Vorgaben zu beteiligen?

Wäre dankbar, wenn jemand dazu was sagen könnte!

Liebe Grüße
Behid

Duria
19.02.2008, 16:09
Hallo Behid,

es ist gesetzlich geregelt: (s.Wikipedia)


Das einschlägige Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenpflege) (KrPflG GuK) stammt vom 16. juli 2003; dazu die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPfIAPrV) vom 10. Nov. 2003. Diese Verordnung bestimmt in § 2 (2): „Aufgabe der Praxisanleitung ist es, die Schülerinnen und Schüler schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen und die Verbindung mit der Schule zu gewährleisten ... Zur Praxisanleitung geeignet sind Personen ..., die über eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren sowie eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 200 Stunden verfügen." Die davon erfassten Berufsbezeichnungen sind die Gesundheits- und Krankenpflege und die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

In manchen Kliniken wird überlegt, ob die PA´s nicht stationsübergreifend arbeiten sollen, oder gar vom normalen stationären Dienst völlig frei gestellt werden und nur noch Anleitungen machen.
Zudem gibt es noch viele PA´s, die eine Weiterbildung besucht haben, die unter 200 Stunden lag. Auch hier wird überlegt, wie und in welcher Form nachgeschult werden kann.
Es gibt inzwischen für Fachgesundheits- und Krankenpfleger die Möglichkeit einer verkürzten Weiterbildung, da ein bestimmtes Stundenkontingent angerechnet werden kann (zumindest für den psychiatrischen Bereich weiß ich es sicher)

LG Duria

behid
19.02.2008, 21:10
Kurze Nachfrage ob ich das richtig verstehe? Also muss eine in der Praxisanleitung ausgebildete Pflgekraft die Schüler einarbeiten oder bezieht sich das nur auf die gesetzlich vorgeschriebenen Anleitungen, die auch schriftlich dokumentiert werden?
Gruß Behid

Michl
19.02.2008, 23:18
Nein,

jede Pflegekraft darf und soll natürlich weiterhin Azubis anleiten.
Es gibt nur jetzt dieses Gesetz, dass auch Anleitung von extra pädagogisch qualifiziertem Personal vorschreibt. Dabei wird nicht genau vorgeschrieben, WAS dort anzuleiten ist und auch der volle Stundenumfang ist im Gesetz nicht verankert.
(ich glaube) Der deutsche Bildungrat für Pflegeberufe (oder irgendein anderer wichtiger Rat ;-) ) hat zu diesem Gesetz seine Empfehlung von 10 (ZEHN) Prozent der praktischen Ausbildung gegeben. Das ist eine m.E. unter den momentan gegebenen Arbeitsbedingungen eine riesige Zahl.

Rein begleitend während des normalen Stationsbetriebes kann diese Zahl wohl nicht erreicht werden.
Ich finde, dass eine Kombination aus Praxisbegleitungen (also TAGEWEISES Arbeiten mit umfassender Versorgung einer Patientengruppe) durch freigestelle PA in Kombination mit punktuellen Anleitesituationen während des "Normalbetriebes" die günstigste Variante wäre.
D.h. nicht, dass auch auf Station tätige PAs sich nicht tageweise dafür freistellen lassen können. (Ich mache das so z.B.)

Müde Grüße
Michl

Duria
20.02.2008, 14:20
Hallo,

Michl hat recht, es war übrigens die DKG, die die Empfehlung aussprach ;) , :
".... dass als angemessener Bedarf an qualifizierter praktischer Anleitungstätigkeit mindestens 10 Prozent von der Anwesenheitszeit angesetzt werden sollte..."

darunter verstehe ich die gezielt, geplante schriftlich fixierte Anleitung incl. Vor - und Nachgespräch.

Davon unabhängig sollte natürlich auch jeder andere Mitarbeiter einer Station sein Wissen weitergeben. Ich denke dabei ist es allerdings wichtig, dass man sich in der Handhabung der Dinge innerhalb des Teams auch einig ist. Gerade die Auszubildenden kommen total ins Schwimmen, wenn der eine "Hüh" und der andere "Hott" sagt...


LG Duria

Michl
20.02.2008, 16:03
Michl hat recht, es war übrigens die DKG, die die Empfehlung aussprach ;) , :

Ich ahnte ja, dass irgendwas in der Aussage net gepasst hat, weil ich eben auch eine gängiger Abkürzung so im Hinterkopf hatte...:D
Aber jetzt bin ich wieder schlauer.

LG
Michl

marmotte
07.03.2008, 19:22
Hallo

ich hab da mal eine Frage.....

Wir haben in jedem praktischen Einsatz mindestens eine sog. umfassende Anleitung, welche von der dafür freigestellten PA durchgeführt wird.
Diese dauert in der Regel mehrere Stunden (Vorgespräch, Durchführung, Reflektion).

Bei mir war es so, daß mir die PA gesagt hat, sie bewertet und benotet diese umfassende Anleitung, erst die Durchführung, dann fragt sie auch theoretisches Wissen ab. Im Grunde war es das letzte Mal eine richtige Prüfung.

Jetzt am Montag hab ich wieder umfassende Anleitung bei ihr. So langsam steigt das Prüfungsfieber in mir hoch ;)

Als ich das der Schule mitteilte, war unsere Kursleiterin verwundert, denn sie meinte, eine umfassende Anleitung sei doch keine Prüfung....

Wie handhabt ihr diese Anleitungen mit Schülern?

liebe Grüße
marmotte

Michl
07.03.2008, 20:50
Wie handhabt ihr diese Anleitungen mit Schülern?Meine Meinung:
Anleitungen haben überhaupt nicht in Bewertungen einzugehen. Sie sind deutlich von Leistungserhebungen abzugrenzen.

Eine Anleitung soll darauf abzielen, Inhalte zu vermitteln, Kompetenzen auszubauen oder auch ggf. Erfolgskontrollen durchzuführen. Probleme, Fehler und natürlich auch das Richtige wird danach reflektiert.

Als Praxisanleiter mache ich natürlich auch Leistungserhebungen, welche aber immer angekündigt und vor allem auch von der Schule gefordert werden. Von selbst komme ich auf solche Ideen überhaupt nicht, weil es mir vordergründig um das Anleiten und nicht um das Bewerten geht.

Genauso geht in die Beurteilungsböden nichts aus den Anleitungen ein. Meist lasse ich sogar die Bezugspersonen die Beurteilungen am Ende schreiben, damit da nichts vermischt wird. Über die Anleitungen bekommt der Azubi sowieso ein Protokoll.

Grüße
Michl

diamondice
08.03.2008, 08:38
Ich kann Michl da nur zustimmen.

Die Anleitungssituation beinhaltet, dass eine Tätigkeit durchgeführt wird, die der Azubi noch nie vorher gemacht hat und bestenfalls theoretische Kenntnisse hat.

Dass dabei Fehler oder Fehleinschätzungen vorkommen liegt in der Natur der Sache und es ist Aufgabe des Anleiters dafür zu sorgen, dass dies keine Auswirkungen auf einen eventuell betroffenen Patienten haben kann. Ggf. durch Eingreifen oder Abbruch der Anleitung.

Wer eine Reflektion ansetzt und dabei wertet hat da was nicht verstanden.;)

Duria
08.03.2008, 08:39
Hallo Marmotte,

ich kann Michl´s Meinung da nur zustimmen. Die gezielt geplante Anleitung dient dazu, Wissen und Fähigkeiten/ Fertigkeiten zu vermitteln und nicht dazu, zu bewerten.
Es gibt nach jedem Praxiseinsatz eine Beurteilung, die der jeweilige PA schreibt. Dazu gibt es eigens dafür vorgesehene Bögen zum Ausfüllen. Diese wird anschließend mit Stationsleitung und dem Auszubildenden besprochen.

Eine Bewertung von Anleitungssituationen halte ich für äußerst kontraproduktiv - es entsteht ein zusätzlicher unnötiger Druck, der nicht gerade förderlich ist, wenn man etwas lernen will.

LG Duria

marmotte
08.03.2008, 13:46
Hallo Duria und Michl

danke für eure Antworten.

Der Beurteilungsbogen wird bei uns von den jeweiligen Mentoren auf jeder Station ausgefüllt. PA bewerten den Einsatz nicht. Dafür macht meine PA aber eben diese "Prüfungen", in diesem Einsatz sogar 2 Prüfungen. Sie sucht Patienten aus und dann muss ich nach Vorgabe des Themas dazu arbeiten.
Diese Arbeit bewertet sie dann mit einer Note, eventuell noch mit theoretischer Wissensabfrage.

Fakt ist, wir bekommen also bei jedem praktischen Einsatz eine Bewertung vom Mentor und eine Note bei den umfassenden Anleitungen.
Ich dachte ja auch, ich würde ganz einfach einen Tag etwas Besonderes/Gründliches lernen........... Stattdessen sind es nun Prüfungen.

Drückt mir doch bitte die Daumen ;)
liebe Grüße marmotte